Spandau Ballet

The Reformation Tour 2009 - Live At The O2

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 24.04.2010
Jahr: 2010
Stil: New Romantic

Links:

Spandau Ballet Homepage



Redakteur(e):

Michael Koenig


Spandau Ballet
The Reformation Tour 2009 - Live At The O2, Eagle Vision, 2010
Tony HadleyLead Vocals
Gary KempGuitar, Keyboards, Backing Vocals
Martin KempBass, Backing Vocals
Steve NormanSaxophone, Guitar, Percussion, Backing Vocals
John KeebleDrums, Percussion
Guests:
Dawn JosephBacking Vocals
David TenchKeyboards, Backing Vocals
Produziert von: Scott Millaney Länge: 147 Min 12 Sek Medium: DVD
01. To Cut A Long Story Short11. Man In Chains
02. The Freeze12. With The Pride
03. Highly Strung13. Through The Barricades
04. Only When You Leave14. Instinction
05. I'll Fly For You15. Communication
06. How Many Lies16. Lifeline
07. Virgin17. Chant No. 1/Paint Me Down
08. She Loved Like Diamond18. True
09. Once More19. Fight For Ourselves
10. Round And Round20. Gold
Documentation:
01. Spandau: The Return

Wer kennt es nicht. Dieses eigenartige Phänomen der öffentlichkeitswirksamen Wiedervereinigung bekannter Bands, in Fachkreisen auch gerne Reunion genannt. Es ist weder eine neue Erscheinung, noch eine allzu seltene. Wie viele ehedem erfolgreiche und angesehene Gruppen (jeder kann da sicher mehr als nur einen Namen nennen) lösten sich schon aus den verschiedensten Gründen mehr oder weniger spektakulär auf, nur um sich dann oft etliche Jahre später erneut zusammenzutun. Natürlich nicht, wie bereits angedeutet, ohne vorher gezielt die dementsprechende Aufmerksamkeit der Medien und Fans darauf zu lenken. Warum tun diese Leute das? Nun ja, da gibt es unterschiedlichste Motive. Aus Freude an der Musik (im Studio und/oder auf der Bühne), Langeweile, Geltungsbedürfnis und/oder Geldmangel vielleicht. Hier jetzt alle Triebfedern für ein solches Vorhaben aufzuzählen, würde ganz bestimmt zu weit führen.
Damit genug der einleitenden Worte. Hier soll nun im Zusammenhang mit dem zuvor kurz behandelten Thema von einem Londoner Quintett die Rede sein, das während der 1980er als führender Vertreter der New Romantic Bewegung überaus bemerkenswerte, weltweite Erfolge zu verzeichnen hatte, ja sogar unter die berühmtesten britischen Bands überhaupt vorstoßen konnte. Gemeint sind die in den späten 1970ern gegründeten und von der damaligen Clubszene beeinflussten SPANDAU BALLET (der Name wurde angeblich von der Strafanstalt der alliierten Truppen im Berliner Bezirk Spandau abgeleitet).

In kürzester Zeit zeigte die Karrierekurve der fünf smarten, auffallend elegant und modisch gekleideten Jungs steil nach oben. Sie standen in einer Reihe mit DURAN DURAN, SADE, CULTURE CLUB, David Bowie und anderen Hitlieferanten, die ebenso topmoderne und perfekt tanzbare Musik erschufen.
Ihre Longplayer ’Journeys To Glory’, ’True’, ’Parade’ und ’Through The Barricades’ belegten auf der ganzen Welt Chartplätze unter den ersten Zehn. Hits wie True, Gold, Only When You Leave und Through The Barricades wurden zu Klassikern, die auch heute noch Airplay bekommen. Viele ihrer bekanntesten Songs landeten sowohl in angesagten Fernsehserien wie "The Simpsons" und "Charly’s Angels", als auch in Werbespots für weltbekannte Marken. Unter anderem coverten THE BLACK EYED PEAS und Paul Anka Stücke von ihnen.
1990 war dann die Luft raus und der Fünfer löste sich auf (1999 lieferten sich vier der ehemaligen Mitglieder übrigens eine erbitterte Schlammschlacht vor Gericht um Tantiemen).
Die Gebrüder Kemp starteten Zweitkarrieren als Schauspieler.
Tony Hadley nahm Soloplatten auf und schauspielerte ebenfalls.
Steve Norman machte sich einen Namen in der House Szene, veröffentlichte mit seiner Band CLOUDFISH Alben und spielte in Zusammenarbeit mit DJs in berühmten Clubs Saxofon.
John Keeble blieb seiner größten Leidenschaft, dem Trommeln, treu und arbeitete für verschiedene Künstler, unter anderem auch Tony Hadley.

Für an die zwanzig Jahre verschwanden SPANDAU BALLET von der Bildfläche. Ganz vergessen wurden sie aber nie. Dafür sorgte schon ihr musikalisches Vermächtnis.
Anfang 2009 wurde dann plötzlich die Meldung lanciert, dass das Original-Line-up sich zusammengerauft bzw. wieder vertragen habe und erneut aktiv zu werden gedenke (im Oktober 2009 erschien dann sogar das Album ’Once More’ mit überwiegend umarrangiertem, altbekanntem Material und den zwei neuen Tracks Once More und Love Is All). In ihrer Heimat und vielen anderen Ländern war das Interesse an dieser Meldung riesig. Die angekündigten Shows in Londons O2 Arena waren schnurstracks ausverkauft. Die dem Hooked on Music vorliegende DVD ’The Reformation Tour 2009 - Live At The O2’ zeigt den kompletten Auftritt vom 02. Oktober 2009.

Schon nach den ersten Minuten wird klar, dass die Zeichen für einen denkwürdigen Konzertabend gut stehen. SPANDAU BALLET in ihren lässigen und doch eleganten Outfits. Die allem Anschein nach neu arrangierten (insgesamt kraftvoller und kerniger als auf Platte), zwischen New Romantic, New Wave, Rock, Pop, Singer-/Songwriter, Funk und Jazz angesiedelten überaus melodischen Stücke, das gediegene, doch beeindruckende Bühnenbild und die effektvolle Lightshow. Alles passt blendend zusammen. Die Briten beweisen denn auch in den folgenden fast zwei Stunden, dass sie nicht das Geringste an Können und Ausstrahlung eingebüßt haben. Auch die zusätzlichen Akteure machen ihre Sache hervorragend. Das Zusammenspiel hinterlässt den allerbesten Eindruck. Die Soli kommen, egal ob an Gitarre, Saxofon oder Keyboards, ohne irgendwelche Aussetzer über die Rampe. Tony Hedley ist grandios bei Stimme, wenn nicht sogar besser denn je. Er hört sich kräftiger an, als früher. Kein Zweifel, diese Jungs nehmen ihre Rückkehr ins Rampenlicht sehr ernst und überlassen nichts dem Zufall. Natürlich haben es in erster Linie Hits und andere bekannte Songs auf die Setlist geschafft. Berücksichtigung finden die Alben ’Journeys To Glory’ (1981), ’Diamond’ (1982), ’True’ (1983, Code Of Love und Heaven Is A Secret hätten ruhig auch dabei sein dürfen), ’Parade’ (1985), ’Through The Barricades’ (1986) und ’Once More’ (2009).
Auf einer großen Leinwand werden Bilder und Filme, welche die Band in längst vergangenen Tagen zeigen, präsentiert. Auch SPANDAU BALLET selber haben, gemeinsam mit dem Publikum, beim Blick auf ihre eigene Geschichte viel Spaß. Überhaupt scheint die Truppe den Auftritt wirklich zu genießen, wie ihre lachenden Gesichter und die eine oder andere Jameinlage verdeutlichen. Diese Euphorie überträgt sich auch auf die Menge im Zuschauerraum. Die Leute in der proppenvollen Halle sind, was keine allzu große Überraschung sein sollte, in der Mehrzahl jenseits der Vierzig. Die Frauen haben allem Anschein nach die Oberhand. Logisch, ist man versucht zu äußern.

Die etwa ½-stündige Dokumentation ’Spandau: The Return’ beginnt mit einem kurzen bandhistorischen Abriss und geht dann weiter bei Proben in den Londoner Elstree Studios am 09. und 10. Oktober 2009. Danach sieht man Ausschnitte aus Pressekonferenzen und Interviews mit der Gruppe und einzelnen Mitgliedern (sie geben unter anderem an, sich keinesfalls wegen des Geldes wieder zusammengetan zu haben). Es kommen auch Personen aus dem Umfeld der Gruppe, wie ein Journalist, ihr Biograf und ein Crewmitglied zu Wort. Wie es in den letzten Stunden und Minuten vor dem Showcase am 13. Oktober 2009 in Dublin hinter der Bühne zugeht, bekommt man auch noch hautnah mit. Außerdem gibt es Eindrücke von eben diesem Auftritt. Ganz nett und informativ.

Das hier besprochene Exemplar von ’The Reformation Tour 2009 - Live At The O2’ bietet keinerlei zusätzliche Hardwareausstattung. Die Hülle enthält lediglich die nackte DVD, sonst nichts.

Das Bild und der Ton sind von astreiner Qualität. Da gibt es keinerlei Grund sich zu beschweren. Die Kameraführung geht auf jeden Fall in Ordnung. Die Band wird in der Totalen, die einzelnen Mitglieder in Großaufnahme, das Publikum insgesamt und Nahbilder von Zuschauern aus den verschiedensten Perspektiven gezeigt. Einige Male sind schwarz-weiße Bilder in den ansonsten farbigen Mitschnitt eingestreut.

Das Hauptmenü lässt dem Betrachter die Wahl zwischen dem Abspielen des ganzen Gigs, einzelner Titel, den Soundformaten Dolby Surround 5.1 oder Dolby Digital Stereo 2.0, sowie der Dokumentation “Spandau: The Return“. Untertitel werden nicht angeboten. Sprache ist Englisch, was auch sonst.
Die Disc ist ohne jedwede Altersbeschränkung freigegeben, weist das Bildseitenformat 16 : 9 und den Regionalcode 0 auf.

SPANDAU BALLET machen mit ihrer Reformation deutlich, dass ein solches Unterfangen nicht zwangsläufig sinn- und würdelos sein muss. Wer schon während der 1980er auf die hochmelodische, tanzbare und hochwertige Musik der Briten abgefahren ist, kann sich uneingeschränkt über diesen Konzertfilm freuen. Die Darbietung der fünf Herren im allerbesten Alter und ihrer beiden erheblich jüngeren Gäste lässt keine nennenswerte Schwäche erkennen. Niemand macht sich auch nur ansatzweise lächerlich. Man merkt Tony, Gary, Martin, Steve und John die Freude und Erleichterung über den Erfolg ihrer neuerlichen Mission in jedem Augenblick, den sie auf der Bühne stehen, an. Mal abwarten, ob es in absehbarer Zeit ein Album mit neuen Songs von ihnen geben wird, oder ob sie lediglich die alten Zeiten Revue passieren lassen.
Insgesamt erscheint die Rückkehr von SPANDAU BALLET in einem guten Licht. Ob sie nun aber tatsächlich notwendig ist oder nicht, muss dann letztlich doch wieder jeder für sich selber entscheiden. Auf jeden Fall wird diese Geschichte 2010 ihre konzertante Fortsetzung finden.

Michael Koenig, 01.04.2010

 

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