Spirit

West Coast Legends Vol. 3

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 04.05.2009
Jahr: 2009
Stil: Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Spirit
West Coast Legends Vol. 3, SPV, 2009
Randy CaliforniaVocals, Guitar, Synthie
Ed CassidyDrums
Larry 'Fuzzy' KnightBass, Background Vocals
Guest Appearance:
Dickey BettsGuitar
Produziert von: Christian Wagner & Peter Rüchel Länge: 117 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Rockpalast - Intro10. Animal Zoo
02. Rockpalast - Jam11. Love Charged
03. Mr. Skin12. It's All The Same (incl. Drum-Solo)
04. Nature's Way13. I Got A Line On You
05. Like A Rolling Stone14. All Along The Watchtower
06. Hollywood Dream15. Wild Thing
07. 198416. Downer (Tampa Jam)
08. Looking Down From A Mountain17. If I Miss This Train (w/D.Betts)
09. Hey Joe

4./5. März 1978, zweite Rockpalast-Nacht in der Essener Grugahalle. Wow, was für ein unvergessliches TV-Highlight für die rockhungrige Gemeinde der damaligen Zeit. Die stundenlangen Fernsehübertragungen des WDR galten seinerzeit als absolutes Ereignis und verbuchten via Eurovision einige Millionen Zuschauer in ganz Europa. Eine gute Quote, auch wenn damals eben diese nicht so eine große Rolle spielte.

Nun bringt die Hannoveraner SPV eine Reihe dieser altehrwürdigen Rockpalastkonzerte wieder ganz vehement ins rockmusikalische Gedächtnis zurück. SPIRIT, die nach den Auftritten von MOTHER'S FINEST und DICKEY BETTS & GREAT SOUTHERN ihren Gig erst tief in der Nacht eröffneten, galten in Deutschland als Insidertipp. Ich selbst kannte sie damals überhaupt nicht. Nichtsdestotrotz hinterließen die drei Amerikaner, Randy California (Gitarre/Gesang), Larry 'Fuzzy' Knight (Bass) und der kahlköpfige Drummer Ed Cassidy damals einen nachhaltigen Eindruck.

In die inzwischen etwas getrübten Erinnerungsfetzen mischen sich nun ganz neue Eindrücke. Nach 31 Jahren wirkt der SPIRIT-Gig, bei aller Liebe zum Siebziger Jahre Sound, nicht mehr ganz so zwingend und beeindruckend. Dafür fasern die 17 gefilmten Tracks viel zu häufig aus, der Jam-Charakter wirkt im Rückblick etwas überstrapaziert, die Improvisationskunst des Westcoast-Trios stellt sich mitunter als etwas bemüht dar. Californias Fußpedal-Synthieeinschübe nerven gelegentlich und trotz allen Charmes, den der junge Randy California versprüht, versanden seine Gitarrenexkurse manches Mal in effekthaschenden Fingerübungen. Seine Jimi Hendrix Manierismen wirken zwar nett, zeigen aber auch Californias mangelnde Eigenständigkeit als angehender Gitarrenheld. Vor allen Dingen offenbart Randy gelegentliche Defizite im Gesang, singt mit seiner kaum charismatischen Stimme bisweilen schief und krumm.
Legt man natürlich einen weniger kritischen Maßstab an und setzt wieder die gute alte rosarote Rockpalastbrille auf, bleibt dennoch ein unterhaltsames und stellenweise recht spannendes Konzert mit gelegentlichen Höhepunkten zurück, das mit der damals so unhektischen Kameraführung und dem nach 31 Jahren immer noch recht akzeptablen Sound über knapp zwei Stunden Laufzeit zu gefallen weiß.

Ed Cassidys große Pauken und sein energiestrotzendes Drum-Solo, das sich für immer und ewig in meinen Kopf eingenistet hat, überzeugt heute genau wie damals. Der ungebremste jugendliche Elan und die offensichtliche Freude des damals 27-jährigen Randy California, der den Kontakt zum herzensguten Essener Publikum geradezu sucht, sorgt nach wie vor für einige wohlige Momente und die abschließende Jam-Session mit niemand geringerem als Mr. Dickey Betts versprüht einen gewissen anachronistischen Charme, wobei Randy und Dickey, mit Verlaub, nicht immer auf der Höhe des Geschehens sind, was allerdings bei einer spätnächtlichen Session kaum verwunderlich ist.

Randy California ist inzwischen bei einem unglücklichen Badeunfall (er wollte seinen Sohn vor dem Ertrinken retten) am 2. Januar 1997, gerade mal 46 Jahre alt, verstorben, Ed Cassidy (*1923) wird dieser Tage sage und schreibe 86 Jahre alt und der knuffige Bassist Larry Knight, der laut Internetinfo zwei schwere Rückenoperationen hinter sich hat, schlägt sich (Stand: Ende 2001) hoffentlich weiter als Bandleader der BLOWIN' SMOKE Rhythm & Blues Band mehr oder weniger erfolgreich durch die amerikanischen Clubs.

# Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0)
# Bildseitenformat: 4:3
# FSK: Ohne Altersbeschränkung
# Studio: SPV
# Produktionsjahr: 1978
# Spieldauer: 113 Minuten

Frank Ipach, 03.05.2009

 

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