Spyro Gyra

Down The Wire

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.06.2009
Jahr: 2009
Stil: Fusion

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Redakteur(e):

Michael Koenig


Spyro Gyra
Down The Wire, Heads Up International, 2009
Tom SchumanKeyboards
Scott AmbushBass
Jay BeckensteinSaxophones
Julio FernandezGuitars
Bonny BDrums, Percussion, Vocals
Guests:
Marc QuiñonesPercussion on Track 08
Gerardo VelezPercussion on Tracks 02 & 07, Horn Section on Track 08
Don HarrisTrumpet
Bill HarrisTenor Saxophone, Flute
Ozzie MelendezTrombone
Produziert von: Jay Beckenstein Länge: 65 Min 23 Sek Medium: CD
01. Down The Wire07. A Flower For Annie Jeanette
02. Unspoken08. La Zona Rosa
03. Not For Nothin'09. What It Is
04. Island Pond10. A Distant Memory
05. The Tippin' Point11. Make It Mine
06. Ice Mountain

Die amerikanische Band SPYRO GYRA (nach einer Algenart benannt) beackert das gemeinhin wohl nicht gerade als massenkompatibel anzusehende Genre der Fusion. Die Gründung erfolgt zu Beginn der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts durch Jay Beckenstein (Saxofon) und Jeremy Wall (Keyboards) in Buffalo, Bundesstaat New York. Bisher weisen die Statistiken über diese Formation eine erkleckliche Anzahl von Veröffentlichungen aus. Auch die Verkaufszahlen sprechen für sich. Mehr als 10 Millionen Exemplare ihrer Scheiben befinden sich in den Händen jazzorientierter und trotzdem toleranter Musikliebhaber, die über den Tellerrand des Jazz hinausschauen können. Die den Amerikanern entgegengebrachte hohe Wertschätzung endet damit aber keineswegs. Ganz im Gegenteil, haben sie doch einige Grammies in ihrer Trophäensammlung stehen. Mit ’Down The Wire’ kann jetzt der nächste Rundling aus dem Hause SPYRO GYRA begutachtet werden.

Bereits die ersten Töne des Albums deuten das an, was sich im weiteren Verlauf des Anhörens bestätigt. ’Down The Wire’ hat das gewisse Etwas. Die erste Geige spielt natürlich ganz klar der Jazz. Dieser besitzt schon alleine, gekonnt dargeboten wie hier, höchsten Unterhaltungswert. Wird er aber, wie für Fusion obligatorisch, mit Rock und Funk kombiniert, sorgt das zusätzlich für Spannung. Elemente aus Latin und Boogie steigern das Vergnügen um einiges und unterstreichen die Experimentierfreude des Fünfers. Die 11 Nummern, darunter lediglich eine mit Vokalteil, nämlich Make It Mine (dafür aber auch mit Scat-Gesang), sind einerseits cool und entspannt, grooven andererseits aber wie Hölle. Das ist gute Musik zum Abschalten und Runterkommen nach einem schlimmen Arbeitstag, aber auch zum Mittanzen oder wenigstens -wippen.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sämtliche Mitglieder des Quintetts in den Songwritingprozess mit eingebunden sind. Das kann nur von Vorteil sein, da so jeder eine extra Portion Motivation abbekommt. Außerdem setzt jeder Musiker beim Komponieren andere Prioritäten, was der Qualität des Materials hörbar förderlich ist. SPYRO GYRA und ihre Gäste, darunter zum Beispiel auch Marc Quiñones von THE ALLMAN BROTHERS BAND, zeigen auf ’Down The Wire’ keine einzige instrumentale Schwäche und halten das Niveau über die gesamte Spielzeit, quasi aus dem Handgelenk, auf dem vorstellbar höchsten Level. Diese Musiker agieren mit der Gewissheit, niemandem mehr etwas beweisen zu müssen. Produzent Jay Beckenstein, bei verschiedenen Stücken abwechselnd von Tom Schuman, Scott Ambush, Julio Fernandez und Bonny B unterstützt, sorgt für größtmögliche Ausgewogenheit.

’Down The Wire’ von SPYRO GYRA ist eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden, bei dem Jazz zeitgemäße Verbindungen mit anderen Stilen eingehen darf. Die Gralshüter des Jazz sollten sich jedoch vor dem Genuss dieser Platte tunlichst hüten, sonst fallen sie am Ende noch von der reinen Lehre ab. Und das will ja wohl niemand verantworten müssen.

Michael Koenig, 16.06.2009

 

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