Magic Circle Festival
St, Goarshausen, Loreley Freilichtbühne, 18.07.2009

Nach einem durchwachsenen Erfolg und jeder Menge Kritik im letzten Jahr, zog das Magic Circle Festival dieses Jahr in eine neue Location, weg aus Bad Arolsen, hin auf die wunderbare Loreley. Auch schrumpfte man sich auf ein 2 Tages Festival gesund, wobei der erste Tag sich auf so imposante Events wie "Armdrückern" und "Bierwetttrinken" beschränkte. Der zweite (Haupt-)Tag wurde dann mit Musik gefüllt.

Die Location ist einfach grandios, mit einer Wahnsinns-Aussicht auf den Rhein. außer es regnet. Und das tat's leider bis zum Abend. OK, es hätte schlimmer kommen können, aber der Wettergott schickte seine Schauer doch meist recht kräftig auf die ca. 8000 abfeiernden Fans, die sich anscheinend schnell auf den anliegenden Camp-Ground verzogen, denn bis ca. 18 Uhr war die Menge vor der Bühne doch recht überschaubar.

Preise fand ich OK, das Bier 0,4 € 3.50, Bratwurst 3 Euro, wenn man bedenkt, dass man es mit einer Ausflugslokalität zu tun hat, sogar sehr zivil. Auf der Terrasse, die zum Pressebereich umgewandelt wurde, kostete das 0,4 sogar nur 3 Euro (im Glas), den schönen Ausblick kostenlos obendrein.

Cirka 30 Minuten zu spät öffneten dann die Pforten, um die schon ungeduldig wartenden Fans einzulassen. Als erstes erweisen uns


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DIE SKLAVEN im Hooked on Music
die Ehre. Ihr "Dark Metal" mit deutschen Texten erinnert mich spontan an Subway To Sally zu Engelskrieger Zeiten, nur mit versauten Texten, irgendwo blinkt auch ein wenig Punk durch. Leider spielt die Schotten- und Leder-berockte Band vor fast leerem Feld, da der Einlass anscheinend recht schleppend von statten geht.


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AGE OF EVIL im Hooked on Music
sind dann die ersten "echten" Metaller. Die Band erlebt zurzeit einen recht großen Hype, und schlecht sind die grade mal knapp volljährigen Brüder definitiv nicht. (Die Band besteht aus 2 Brüderpaaren, die Gebrüder Goldberg am Bass und Vocals, und die Ziffs an Gitarre und Drums. Anm. der Redaktion) Die Musik möchte ich mal als "Trash meets Rock" bezeichnen, wobei Jordan Ziff nicht nur äußerlich bei den ganz großen gelernt hat, da sitzt jede Pose mit seiner Jackson, (die mich immer an eine gestutzte Flying-V erinnert), so dass Erinnerungen an die glorreichen Zeiten des 80er (Trash-) Metals aufkommen. Prima Gig!


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CRYSTAL VIPER im Hooked on Music
aus Polen glänzen dann erstmal mit ihrer hübschen Fronfrau Marta. Bis dato kannte ich die Band aus Kattowitz, die sich dem traditionellen Metal verschrieben hat, nicht. Ein bisschen RUNNING WILD (sogar mit Piratenflagge), frühe MAIDEN, Lee Aaron bleibt schon aufgrund der ähnlichen Vocals nicht aus, und fertig ist die Laube. Guter Auftritt, schöne Soli, schneller Doublebass. trotzdem muss ich beim zweiten Song erstmal hinter die Bühne flüchten, da ein ergiebiger Regenschauer niedergeht, und ich die Spritzwasserfestigkeit meiner DSLR nicht unbedingt ausreizen möchte.


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WIZARD im Hooked on Music
kommen beim inzwischen zahlreicheren Publikum sehr gut an, ich persönlich finde die Songs ein wenig zu eintönig, muss der Band aber eine einwandfrei Performance während ihrer 30 Minuten attestieren. True Metal in MANOWAR Manier präsentiert, ist für dieses Festival natürlich prädestiniert, auch die Aktion der Band einige T-Shirts in die Menge zu werfen, fand ich nett!


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JACK STARRs BURNING STARR im Hooked on Music
leiden leider auch unter dem Wetter, ca. zur Hälfte des Sets des Ex-VIRGIN STEELE Gitarristen fängt es auch wieder an zu pläddern, sehr ärgerlich, die Band legt einen guten Gig vor, wie immer mit STORMWARRIOR Lars Ramcke an der (Aushilfs-)Gitarre, und Sänger Todd Michael Hall in bester Laune. Die Gitarrenarbeit des sympathischen Oldies (man möge mir den Ausdruck verzeihen, aber erstens bin ich auch einer und zweitens ist das von ihm gespielte Go Down Fighting aus dem Jahre 1983, einem Jahr in dem die meisten Mitwirkenden an dem Festival wohl noch mit der Tröte um den Weihnachtsbaum gerannt sind) ist fantastisch, und sollte jeden Fan zufrieden zurücklassen. Leider bekam Burning Starr nur verhaltenen Applaus für den tollen Gig.


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VAN CANTO im Hooked on Music
dagegen wurden frenetisch begrüßt, sogar die Sonne lässt sich blicken als die Headliner (Sorry, Joey.) die Bühne betreten. Rakataka Motherfucker! Die Band ruled. Rein acapella, nur mit Schlagzeugbegleitung, zeigen die Jungs mit Mädel allen was 'ne Harke ist. Saugeil mit einer Spielfreude (oder sollte es Sangesfreude heißen), die ihres gleichen sucht, tobt Sänger Sly über die Bühne, die Rakatakka Rythmusfraktion mit Stef, Ross und Ike ist stimmlich bestens drauf, interagiert miteinander und sorgt dafür das die Performance nicht langweilig wird. Kings Of Metal, Rain, Battery. Saugeil!


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METAL FORCE im Hooked on Music
sind die nächsten MANOWAR-Epigonen auf dem Programm. Mit neuem erst 17 jährigen (fantastischen) Gitarristen, zeigen die Ex-MAJESTY wie man ein MANOWAR Publikum begeistert. In schicken Leibchen und mit großen Schwertern auf der Bühne, ziehen Tarek und seine Mannen alle Register des True Metal. Sicherlich nicht langweilig anzuschauen, haut mich aber auch nicht direkt um. ich muss eh Backstage.


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DOMAIN im Hooked on Music
kommen bei den Fans, glaube ich, am schlechtesten an, zumindest wen man die Schlange an der Wurstbude deutet. Schade. Denn die Band um Flitzefinger Axel Ritt legt einen klasse Gig hin, kann nicht nur auf eine lange Bandgeschichte zurückblicken, sondern hat mit "The Chronicles Of Love, Hate And Sorrow" auch ein klasse Album am Start. Die Jungs kennen die Situation aber schon, machen das Beste draus und zeigen mit absoluter Spielfreude was sie drauf haben. Steven Wussow am Bass animiert die Fans pausenlos zum Mitmachen, allerdings erzielt der letzte Song Lost In The City die meisten Resonanz.


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HOLY HELL im Hooked on Music
werden mit wesentlich mehr Freude begrüßt als DOMAIN. Nun endlich hat die Band ihr neues Album am Start. Mit "Rhino" (ja, dem Ex-Manowar Drummer) hat die Band natürlich ein Drum-Tier par exellence am Start und mit Maria Breon sicherlich eine der hübschesten und sympathischsten "Pommesgabel" zeigenden Sängerinnen die es gibt. Mir persönlich gibt die Keyboardlastige an Nightwish erinnernde Mucke jetzt nicht soviel. Die Hymnen und das professionelle Posing der Band kommen aber gut an und somit wird die Band auch entsprechend abgefeiert. Netter Auftritt, aber mehr kann ich auch nicht attestieren.


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ULYTAU im Hooked on Music
aus Kasachstan stehen als nächste auf dem Zettel, von MANOWARs Joey persönlich als Freunde der Band vorgestellt, finden wir hier die absoluten (musikalischen) Ausreißer des Tages: Grandiose Musiker, die das Publikum mit ihrer Kunst restlos überfordern. Die rein instrumental vorgetragen Stücke, die auch klassische Werke wie Winter aus den "Vier Jahreszeiten" oder Toccata beinhalten, werden fantastisch umgesetzt, die Mischung aus Klassik und Metal Riffs funktioniert, die Geigerin Nurgaisha Sadvakasova ist der Hingucker schlechthin. trotzdem wird's ab dem dritten Song eintönig. Das ist keine Musik, die man zum ersten Mal auf einem MANOWAR Konzert konsumieren sollte, sondern eher auf CD im heimischen Wohnzimmer.


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KINGDOM COME im Hooked on Music
hatte ich so heavy gar nicht in Erinnerung. Lenny Wolfe hat mit Frank Binke ein "Mörderbasstier" verpflichtet, der Grimassen ziehend, im Stil von METALLICAS Robert Trujillo, sein Instrument bearbeitet. Ansonsten ist Lenny immer noch die stimmlich beste Robert Plant Kopie, die man sich wünschen kann. Gefällt mir echt gut der Gig. Warum am Anfang da zwei gelangweilt schauende "Kingdom Come"-Fahnen schwenkende Mädels standen weiß wohl keiner. nach ULYTAUS Nurgaisha braucht sich eigentlich keine Dame mehr auf der Bühne vorstellen. nichtsdestotrotz sehr guter Gig der Hard Rock Urgesteine, hat Lenny und seine Bande definitiv wieder auf meinen Radar gebracht!


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MANOWAR im Hooked on Music
sorgen dann dafür, das das eigentlich sehr runde Festival nun seinen Eklat bekommt.
Aber halten wir das Positive fest. MANOWAR legen einen rundum gelungen Auftritt hin.
Setlist
MANOWAR

Manowar
Blood Of My Enemies
Hand Of Doom
Brothers Of Metal, Part 1
Call To Arms
Heart Of Steel
Sleipnir
Loki God of Fire
Kings Of Metal
- Bass Solo -
The Gods Made Heavy Metal
Fast Taker
Warriors Of The World United
Kill With Power
Hail And Kill
- Zugabe -
Thunder In The Sky
Let The Gods Decide
Father
Die With Honor
God Or Man
Obwohl Joey krank ist, merkt man ihm nichts an.
Eric Adams ist bestens bei Stimme. Die Setlist ist eine Best Of. Best Of? Ja! Die "angedrohte" Uraufführung der Asgard Saga, dem neuen MANOWAR Album, bleibt aus, es wird lediglich die neue EP komplett als Zugabe gespielt. Was eigentlich eine Schlechte Idee war, den die Fans wollten das Konzert lieber mit einem bekannten Knaller beenden, als mit unbekannten Songs. Auch kommt der Autor der Saga, Wolfgang Holbein, nur kurz auf die Bühne, um sich zu bedanken und sein erstes Asgard Saga Buch für März nächsten Jahres anzukündigen, anstatt eine Lesung zu halten (die fand am Vortag statt). Aber bis hierhin, kein Problem. Die Asgard Saga hatte wohl keiner wirklich erwartet, die Band liefert trotz allem eine runde Performance. (Da ich MANOWAR einige Jahre nicht mehr live gesehen habe, fehlt mir der direkte Vergleich zu aktuellen Konzerten). Leider muss Joey nun wieder seine "Journalisten Hetze" anfangen, kennt man ja schon, aber dann noch die Loreley (Weltkulturerbe) als Shithole zu bezeichnen, weil angeblich die Bierpreise zu hoch sind, und sie Prozente des Merchandise abgeben müssen? (Aus dem Grund war der Merchstand auch auf dem Campground und nicht auf dem Festivalgelände) Come on. der einzige hohe Preis war 75 Euro für das Ticket. (letztes Jahr 80 Euro für 4 Tage!) Außerdem weiß man so was doch vorher, wenn man so ein Festival organisiert? Ich meine, das sind ja keine blutigen Anfänger, und Verträge wurden bestimmt auch erst gelesen und dann unterzeichnet?

Eigentlich Schade, denn ohne das großspurige Gequatsche wäre diese Review 100% positiv geworden. Wir werden zumindest auch weiterhin zu Festivals auf der Loreley fahren, eine der schönsten Locations in Deutschland!

Jörg Litges, 03.08.2009

 

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