Starcastle

Song Of Times

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.02.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Jürgen Gallitz-Duckar


Song Of Times, ProgRock Records, 2007
Gary Strater Electric & Acoustic Bass, Bass Pedals, Background Vocals, Keyboards
Matt Stewart Electric & Acoustic Guitars, Sustainiac, Electric Sitar, Background Vocals
Bruce Botts Guitar, Background Vocals
Steve Tassler Drums, Percussion, Synthesizers, Background Vocals
Al Lewis Lead Vocals, Background Vocals, Drums, Percussion, Memory Moog
Herb Schildt Keyboards
John O'Hara Keyboards
Neal Robinson Keyboards
Steve Hagler Guitar, Background Vocals
Terry Luttrell Lead Vocals, Background Vocals
Mark McGee Guitar
Jeff Koehnke Drums
Scott McKenzie Drums
Produziert von: Gary Strater, Mark Rubel, Al Lewis Länge: 57 Min 17 Sek Medium: CD
1. Red Season6. Love Is The Only Place
2. Babylon7. Master Machine
3. Song Of Times8. All For The Thunder
4. Islands9. Children Believe
5. Faces Of Change10. Babylon (edited)

29 Jahre! So viel Zeit verging zwischen dem vierten und dem neuen STARCASTLE Studio Album. 1976 gab es ein fulminantes selbstbetiteltes Debut. Im Klang und den Songs stark an YES angelehnt, ist das einer meiner absoluten Favoriten aus der 2.Liga des Prog. Danach erschienen noch drei weitere Alben zwischen Prog und Melodic Rock, wobei die Tendenz mit jedem weiteren Album in Richtung Mainstream deutlich anstieg. Obwohl alle Alben damals auf dem Majorlabel CBS/Epic erschienen, erreichten STARCASTLE nie einen größeren Bekanntheitsgrad über die Szene hinaus.

29 Jahre später also nun. Eigentlich 26 Jahre, denn das vorliegende Album wurde im Jahr 2004 eingespielt. Die dreijährige Fertigungszeit für "Song Of Times" ist wohl dem Tod ihres Bassisten und soundprägenden Mitglieds Gary Strater geschuldet, der im April 2004 mit nur 51 Jahren recht jung verstarb.

"Song Of Times" ist aber leider eine etwas zwiespältige Angelegenheit geworden. Im Sound vordergründig proggy, und durch Straters exzellente Arbeit am Lead-Bass weiterhin sehr YES-sig (was hat Chris Squire doch für ein Markenzeichen mit seiner Art Bass zu spielen in der Prog-Welt gesetzt). Die Songs jedoch sind oft nur recht banaler melodischer Rock der durch das Soundgewand aufgepeppt wurde.
Red Season z.B. beginnt sofort im ersehnten YES Sound, wird aber nach diesem kurzen Intro ein sehr unterdurchschnittlicher Melodic-Rocker, der zu allem Überfluß durch den hier grausig-schlechten Gesang des neuen Sängers Al Lewis, sowie durch einen total dämlichen Whoahoooahoo-Refrain vollends nervt. Babylon dagegen ist ein gemütlich schaukelnder Vierviertel-Takter, der mich deshalb etwas an Portrait (He Knew) von KANSAS erinnert. Hier singt Lewis wieder gut und Terry Luttrell, ihrem damaligen Sänger [und Urmitglied von REO SPEEDWAGON; Red.], sehr ähnlich. Dazu der Ohrwurm-Refrain und ein leicht vertrackter Mittelteil und schon haben wir einen gelungenen Hybrid aus Prog- und Melodicrock.
Song Drei ist dann schon der heimliche und traurige Höhepunkt des Albums. Das Titellied, das einzige Stück bei dem Strater nicht den Bass, sondern die Keyboards bedient, ist eine melancholisch-ätherische Ballade im allerschönsten Jon Anderson Stil mit ebensolchem Gesang von Al Lewis. Als ob Strater hiermit seinen eigenen Nachruf verfassen wollte, berührt das mein Herz und entlockt mir Tränen. Auch hier gibt's wieder eindeutige Ohrwurm-Qualitäten.
Islands ist ein kleines proggiges, leider zu kurzes Highlight, bevor mit den nächsten drei Stücken Songs folgen die mich an YES zu Trevor Rabins Zeiten oder auch die kommerzielleren Songs von STYX denken lassen. So schlecht wie YES und STYX zu diesen Zeiten waren, so schlecht sind STARCASTLE hier.
Derart frustriert bin ich bei Stück Nr. 8 angelangt. All for the thunder markiert den Gastauftritt ihres Original-Sängers Terry Luttrell und klingt nicht nur deshalb wunderbar nach einem verschollenen Kleinod ihres ersten Albums.
Das nächste Lied und nun geht die Stimmung wieder nach unten. Etwas 70er Hardrock wird geboten, langweilig und unpassend zur Band. Nach ca. fünf Minuten gibt es ein kurzes Hammond-Solo und danach endet der Song dann düster-spannend. Das letzte Stück auf dem Album soll wohl die vollends überflüssige Single-Version des neuneinhalbminütigen Babylon sein, das hier um rund 5 gekürzte Minuten noch mal ertönt.

Zwiespältig. Ein paar wirklich wundervolle schöne Momente und Songs. Viel Durchschnitt, der wohl die US Radio-Sender knacken soll. Und auch ein paar recht nervige Stellen. Nicht Fisch nicht Fleisch, weder Star noch Castle. Das mag an der Mitwirkung von sage und schreibe 13 Musikern liegen. Wie war das Sprichwort mit den vielen Köchen gleich noch?
Die komplette Originalbesetzung (Strater, Stewart, Tassler, Schildt, Hagler, Luttrell) ist auf dem Album und sei es nur in Gastauftritten vertreten, jedoch ergänzt durch diverse andere Musiker. Eine aktuelle feste Band scheint sich aber noch nicht herausgebildet zu haben.
Ich bin gespannt ob und wie es mit STARCASTLE weitergehen wird. Durch Straters Tod ist das proggigste Element aus der Band verschwunden. Ob er adäquat ersetzt wird/ersetzt werden soll, wird man sehen. Ob das US Radio auf die Band anspringt ebenso. Daran wird es wohl im Endeffekt liegen, ob die Burgenbauer wieder eher den Progweg einschlagen oder in der Masse des US-Durchschnittsrocks versacken. Ich beobachte und hoffe.

P.S.: Sehr schönes kitschig-buntes Fantasy Cover-Artwork. Wäre absolut der THE FLOWER KINGS würdig.

Jürgen Gallitz-Duckar, 28.02.2007

 

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