Steel Panther

Heavy Metal Rules


CD-Review

Reviewdatum: 13.09.2019
Jahr: 2019
Stil: Heavy Metal
Spiellänge: 35:38
Produzent: Steel Panther

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Promotion: Sailor Entertainment


Redakteur(e):

Marc Langels

Titel
01. Zebraman
02. All I Wanna Do Is Fuck (Myself Tonight)
03. Let‘s Get High Tonight
04. Always Gonne Be A Ho
05. I‘m Not Your Bitch
 
06. Fuck Everybody
07. Heavy Metal Rules
08. Sneaky Little Bitch
09. Gods Of Pussy
10. I Ain‘t Buying What You‘re Selling
Musiker Instrument
Michael Starr Gesang
Satchel Gitarre
Lexxi Foxx Bass
Stix Zadinia Schlagzeug

Als STEEL PANTHER ihre Karriere im Jahr 2000 (damals zunächst noch als METAL SHOP) begannen, da hätte wohl kaum jemand gedacht, dass dieses Quartett auch fast 20 Jahre später nicht nur aktiv sein würde, sondern auch schon das fünfte Album mit komplett eigenen Songs vorlegen würde. Schließlich waren STEEL PANTHER doch in ihren Anfangstagen eine reine Cover- und Hommage-Truppe, die auf den relativ kleinen Bühnen der Welt die großen Hits des Glam und Heavy Metal vortrugen – und dabei hin und wieder von prominenten Gästen unterstützt wurden. Aber so richtig erfolgreich mit weltweiten Tourneen und Auftritten bei den größten Metal-Festivals auf allen Kontinenten? Das schien doch ein wenig abwegig.

(Foto: David Jackson)

Aber manchmal kommt es eben doch anders als man denkt. Denn nicht nur sind STEEL PANTHER noch aktiv, sie legen mit “Heavy Metal Rules“ ein Album vor, das alle Qualitäten beinhaltet, die man von den vier verrückten Metal-Fanatikern kennt und si dafür entweder liebt oder hasst. Den passenden Einstieg fanden sie in der Kult-Dokumentation “Heavy Metal Parking Lot“ aus dem Jahr 1986. In dem Ausschnitt erklärt der als Zebraman bekannte Jugendliche, dass nur Heavy Metal „regiert“ und Punk sowie Madonne nichts dagegen sind. Mit der gleichen Energie startet die Band dann in den Opener und erste Single All I Wanna Do Is Fuck (Myself Tonight). Vielleicht etwas mehr Heavy Rock durch den Einsatz der Hammond-Orgel, als man es von den stählernen Panthern bislang gewohnt war, aber genauso mitreißend, wie man es von Starr, Satchel, Lexxi und Zadinia gewohnt ist.

Das gilt ebenso für die folgenden Titel, bei denen die zweite Single Always Gonna Be A Ho, das treibenden I‘m Not Your Bitch, der eher etwas schleppende Titeltrack, das vermutlich auf sie selbst bezogene Gods Of Pussy und das abschließende I Ain‘t Buying What You‘re Selling herausstechen. Dabei ist es insbesondere der letzte Song, eine klassische akustische Ballade, die man bisher so von STEEL PANTHER nicht kannte (im Gegensatz etwa zu Girl From Oklahoma vom Debüt). Schließlich zeigt sie eine eher überraschende fast schon selbst-reflektierende und überwiegend humorfreie Seite in den Lyrics, die man den vier Musikern so bisher nicht zugetraut hätte. Denn natürlich sind die übrigen Texte auf diesem Album wieder nur was für den berühmten „Parental Guidance – Explicit Lyrics“-Sticker, der ja in den 80er Jahren eine Art Auszeichnung darstellte.

Selbstverständlich sind die Texte in ihrem Sexismus und ihren Herabwürdigungen natürlich kaum zu rechtfertigen, außer das es nur genau so funktioniert, überzeichnet, überspitzt, überzogen und mit dem dem ständigen Schelm im Nacken und dem guten Gefühl, ein ständiger Stachel im Fleisch all derer Moralapostel zu sein, die auf politische und sonstige Korrektheit den höchsten Wert legen. STEEL PANTHER beschreiben es selbst so: „“Heavy Metal Rules“ ist das ultimative Party Album. Nur Hits, nur Hooks, diese Songs liefern den Soundtrack zu deinem neuen Heavy Metal Leben. Die erste Single All I Wanna Do Is Fuck (Myself Tonight), ist der ultimative Song über Selbstliebe und wie man ein positives Selbstbild entwickelt. Es ist die Art Song, die man auflegt, wenn man in Stimmung kommen will – egal, ob man mit sich selbst Sex haben will oder mit 17 Girls In A Row“ (im Bezug auf das gleichnamige Lied vom “Balls Out“-Werk).

Die gerade einmal knapp 36 Minuten des Albums vergehen denn auch wieder wie im Fluge und es bleibt auch im fünften Anlauf dabei: entweder es gefällt einem, was STEEL PANTHER hier bieten: prima gemachte Songs im Stile des Glam Metal der 80er Jahre mit Hooks, die schnell ins Ohr gehen. Dazu eine passende Hochglanz-Produktion, die in den Feinheiten auch zeigt, dass STEEL PANTHER, bei dem was sie da tun, ganz exzellente Musiker sind. Das kann nun wirklich niemand bestreiten. Und wenn man nur die  letzte Nummer, I Ain‘t Buying What You‘re Selling, betrachtet, dann fragt man sich schon, ob das eine Vorschau auf etwas ist, was in der Zukunft noch kommen mag. Oder ob es nur eine irreführende und ironisch gemeinte Nummer ist, um den Kritikern ein Schnippchen zu schlagen. Auf die Antwort werden wir wohl noch ein wenig warten müssen: und so lange hören wir eben diesen erneut sehr gelungenen Soundtrack für unsere Heavy Metal-Party.

 

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