Steel Prophet

The God Machine


CD-Review

Reviewdatum: 26.04.2019
Jahr: 2019
Stil: Power Metal
Spiellänge: 41:02
Produzent: Steve Kachinsky & R.D. Liapakis

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Plattenfirma: Rock Of Angels Records

Promotion: Gordeon Music


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Jorn

Fates Warning

Iron Maiden

Titel
01. The God Machine
02. Crucify
03. Thrashed Relentlessly
04. Dark Mask (Between Love And Hate)
05. Damnation Calling
 
06. Soulhunter
07. Buried And Broken
08. Lucifer (The Devil Inside)
09. Fight, Kill
10. Life = Love = God Machine
Musiker Instrument
R.D. Liapakis Gesang
Steve Kachinsky Blackmoor Gitarre & Keyboards
John Tarascio Schlagzeug
John Paget Gitarre
Vince Dennis Bass
Gastmusiker:
Alex Kane Gitarre
Dallas Perkins Gitarre
Evan K. Gitarre

Die Geschichte der amerikanischen Power Metal-Band STEEL PROPHET ist fast genau so lange wie die des Heavy Metal als Musikform. Bereits im Jahr 1983 (an mancher Stelle wird als Gründungsjahr aber auch 1984 genannt)  wurde die Gruppe unter anderem vom mittlerweile einzig verbliebenen Original-Mitglied Steve Kachinsky Blackmoor in Middleton im US-Bundesstaat Connecticut gegründet. Ein paar Jahre später (je nach Quelle 1987 oder 1988) folgte dann der Umzug nach Los Angeles, wo die Band auch heute noch residiert. Allerdings brauchten STEEL PROPHET verhältnismäßig lange, bis sie 1990 endlich mit dem recht progressiv ausgefallene Demo, “Inner Ascendance“, größere Aufmerksamkeit erregten. Aber beständige Line-Up-Wechsel behinderten die massenwirksame Entwicklung der Band (trotz einiger unbestreitbarer Klassiker-Alben) seitdem ebenso wie teilweise lange Pausen zwischen den Veröffentlichungen – beides ist auch seit der vergangenen Scheibe, “Omniscient“ wieder der Fall gewesen.


Foto zur Verfügung gestellt von Gordeon Promotion

Fünf Jahre hat es bis zu “The God Machine“ gedauert, dem ersten Album mit Frontmann R.D. Liapakis (MYSTIC PROPHECY und DEVIL‘S TRAIN). Dabei übernimmt der Grieche nicht nur das Gesangsmikrofon sondern ist bei der Platte zudem als Produzent und Songwriter involviert. Damit ist dann auch gleich klar, dass sich der Sound der Band hier ein ganzes Stück gewandelt hat. Denn STEEL PROPHET klingen hier – direkt schon im titelgebenden Opener und das direkt folgende Crucify - mehr nach Liapakis anderer Spielwiese, MYSTIC PROPHECY, denn nach der Band, die mit “The Goddess Principle“ oder “Dark Hallucinations“ frühe FATES WARNING und IRON MAIDEN im Klang zusammengebracht hatte. An anderer Stelle meint man sich bei einem JORN-Album zu befinden (Damnation Calling, Soulhunter), was auch insbesondere Dank Liapakis rauer Stimme aber natürlich sehr stark klingt – nur nicht so wirklich nach STEEL PROPHET. Man muss so klar sagen, das ist nicht mehr die gleiche Band.

Wenn man sich das als Hörer klar macht, dann kann man an “The God Machine“ aber natürlich seine Freude haben. Denn die Nummern sind gute komponiert, sie haben die richtigen Hooks und Kachinsky Blackmoor weiß immer noch, was ein gutes Riff benötigt. Zudem ist die Scheibe extrem fett produziert, etwas woran ja zuletzt “Omniscient“ mit seinem doch eher dünnen Sound schon etwas krankte. Aber ich bin mir sicher, es wird zahlreiche Fans der Band geben, die diesen klanglichen Schritt nicht mitgehen wollen, weil schon ein Stück weit das Besondere an STEEL PROPHET verloren gegangen ist und zu einem gewissen Grad einem Metal-Mainstream Platz gemacht hat. Aber dieser wird ganz vorzüglich bedient, wie etwa auch bei Thrashed Relentlessly, Dark Mask (Between Love And Hate) oder Lucifer (The Devil Inside).  Nur die scheinbar benötigte Ballade Buried And Broken oder Fight, Kill wirken etwas arg uninspiriert.

STEEL PROPHET legen mit “The God Machine“ das wohl ungewöhnlichste Album ihrer bisherigen lang andauernden Karriere vor, gerade weil es eher gewöhnlich ausgefallen ist. Vermutlich wird es außerhalb ihrer bisherigen Fan-Gemeinde deutlich besser ankommen als bei den bisherigen Anhängern der Band. Ganz objektiv betrachtet handelt es sich aber um ein starkes Power Metal-Werk einer Band, die bislang eigentlich nicht wirklich zu diesem Genre gehörte. Aber dafür ist es ihr überraschend gut gelungen.

 

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