Stefan Saffer

New Day

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.02.2019
Jahr: 2018
Stil: Rock
Spiellänge: 51:47
Produzent: Stefan Saffer & Patrick Becker

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Plattenfirma: Timezone Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt

Titel
01. New Day
02. House Of Rain
03. Cry Fire
04. Perfect
05. Rewind / Restart
 
06. Monkey Time
07. Purple Plains
08. Paper Scissors Stone
09. Most Hated Man In Town
10. Cheap Wigs
Musiker Instrument
Stefan Saffer Guitar, Vocals, Keyboards
Tom Löwe Bass, Backing Vocals, Keyboards
Koma Kschentz Drums
Eric Heimannsberg Saxophone on Cheap Wigs

Der Wahl-Leipziger und Teilzeit-Bluegrasser Stefan Saffer besinnt sich seit ein paar Jahren mit seiner STEFAN SAFFER BAND wieder mehr seiner Wurzeln. Die liegen zum einen im fränkischen Bamberg und zum anderen – und hier weit bedeutungsvoller – im Punk Rock.

Entsprechend sehen die drei Typen im CD-Booklet auch aus. Würde mir jemand sagen, das ist die aktuelle Besetzung der STRASSENJUNGS, ich würd‘s glauben. An jene Frankfurter Kultband erinnert muss ich im übrigen gleiche zu Beginn des Albums denken. Das knüppelt nämlich so richtig herzhaft los und die rücksichtslos gedroschenen Akkorde  schlagen in die Kerbe, welche die Drums eben geschlagen haben. Die RAMONES könnten hier problemlos Pate gestanden haben.

Stefan Saffer ist natürlich wortreicher als man es von den New Yorkern gewohnt war, aber die Attitüde passt und so rauscht man in dieses Album per Highspeed hinein. Ich schätze mal der Old-School-Sound ist gewollt, denn wer will bei dieser Musik schon eine Hochglanz-Produktion. Da fühlt man sich wie im Konzert, wenn im House Of Rain der Pogo gefördert wird. Trotz aller hingerotzter Power hat die Nummer aber durchaus Ohrwurm-Qualitäten und wie gehabt, darf man ruhig auch auf den Text achten. Ist im übrigen auch in gedruckter Form im Digi-Pack enthalten. Meine Altersklasse hätt‘s gern etwas größer gedruckt, aber es gibt ja Lesehilfen.

Bei Cry Fire entfernt man sich dann tatsächlich etwas vom Punk, bleibt aber aggressiv, und tendiert mehr in die Indie-Ecke. Im Solo kommt noch ein Schuss Sixties-Psychedelic hinzu. Hätte auch den MC5 Spaß gemacht.

Und auch Perfect atmet so einen gewissen 60er Charme. Die BYRDS mit hätten zu einer gewissen Phase ihrer Karriere vielleicht ähnlich geklungen. Wäre Iggy Pop ihr Lead-Sänger gewesen. Das fast schon überschäumende Rewind widerum hätte den frühen CURE nicht schlecht zu Gesicht gestanden und wäre zweifellos ein Konzertfavorit geworden. Man kann sich auch hier gut vorstellen, wie es vor der Bühne reichlich Bewegung gibt. Um es mal vorsichtig zu formulieren.

Diese Hin- und Querverweise sollen nur Anhaltspunkte sein und nicht zu sehr von der STEFAN SAFFER BAND ablenken. Gerade bei kritischen Songs wie Monkey Time sollte man auch auf den Text achten und musikalisch geht‘s hier spannend zu. Nicht zuletzt beim energetischen Gitarrensolo, bei dem den Ausgang nur schwer erahnen kann.

Das schleppend-lärmende Purple Plains klingt stark nach Neil Young & Crazy Horse. Wäre bei denen wohl in eine noch längere Klangorgie gemündet, doch auch Stefan Saffer lässt es in diesen fast sieben Minuten gut krachen.

Hör ich bei Paper Scissors frühe WHO raus? Na, eher in den treibenden Akkorden zu Beginn. Dann beamt uns die Band – hier sollte mal die Power und auch das flexible Spiel von Tom Löwe am Bass und Koma Kschentz an den Drums gelobt werden! - frühen 80er. Erneut THE CURE und auch THE CLASH kann man hier als Referenz anführen.

Dazu gibt‘s mit Most Hated Man In Town noch Düster-Rock a la SABBATH und am Schluss mit Cheap Wigs noch eine fast zehnminütige pure Abgehnummer, die Hörer und Band in ein Happening katapultiert. Gesang würde hier nur ablenken. Hier lässt man sich einfach gehen und treiben, vom Rhythmus und den teils schrägen Einlagen von Saxofon und Gitarre.

Da ist man fast ein wenig benommen, wenn dieses “Klanggebilde“ endet. Wer einen Hang zu Punk Rock und ähnlich energiegeladenem Gitarren-Rock hat, der sollte hier unbedingt mal reinhören.

 

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