Powerwolf

Black Abyss
Pump

Steinenbronn, Sandäckerhalle, 10.10.2009

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 29.10.2009
Jahr: 2009
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Powerwolf, Black Abyss, Pump,
Steinenbronn, Sandäckerhalle, 10.10.2009

Trotz Zehntausender die Jahr für Jahr jeden Sommer nach Wacken, Gelsenkirchen oder Balingen pilgern, trotz kommerziell erfolgreicher Megastars wie AC/DC, IRON MAIDEN oder METALLICA, die Heavy Metal-Szene lebt immer noch durch ihren facettenreichen und aufregenden Underground.

Es müssen gar nicht die ganz großen Namen und bekannten Locations sein, die für ein großartiges, unvergleichliches Konzerterlebnis sorgen. Es genügt schon ein engagierter Veranstalter, der für vernünftige Rahmenbedingungen sorgt und eine Handvoll Bands, die mit Engagement und Leidenschaft ihre Musik auf die Bühne bringen. Ein Paradebeispiel dafür ist das vom Air Axes Metal Club e.V. bereits zum dritten Mal veranstaltete gleichnamige Festival in Steinenbronn, vor den Toren Stuttgarts.


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PUMP, die den Abend eröffnen haben heute leichtes Spiel, da sich in den ersten Reihen eine Menge eingefleischter Fans tummeln, die tierisch Bock auf die Band und deren neues Album "Sonic extasy" haben. Aber auch bei mir, der die Band bisher nur vom Hörensagen kennt, rennen PUMP offene Türen ein.

Der Fünfer ist live einfach eine Wucht. Spielfreudig und engagiert wirbelt die Band über die Bühne und geradezu zwangsläufig springt der Funke aufs Publikum über.

Dabei ist es sicher von Vorteil, dass sich PUMP einem Sound verschrieben haben, mit dem man live leichtes Spiel hat, wenn er so kompetent dargeboten wird. Nennt es wegen mir Sleaze, oder auch gerne 'Kick ass Rock 'n' Roll'. Fakt ist, dass PUMP musikalisch Kinder der Achtziger sind und es schaffen die besten Eigenschaften der damals angesagten Metal Bands zu verbinden.

Da ist die Härte, Energie und die Räudigkeit der New Wave of British Heavy Metal, wie wir sie von den frühen DEF LEPPARD kennen, aber auch die Melodik, die Bands wie HELIX oder BLACK 'N' BLUE auf der anderen Seite des großen Teichs auszeichnete. SKID ROW haben einst diesen Spagat hervorragend gemeistert, und PUMP stehen ihnen darin in nichts nach.

Dazu muss man PUMP einfach bescheinigen, dass sie eine Menge starker Songs wie Long road to nowhere oder Low life in the fast lane am Start haben, mit denen sie problemlos eine kurzweilige Show herunter reißen können. Wer weiß, wie PUMP vor zwanzig Jahren durchgestartet wären. Der Auftritt macht auf jeden Fall Spaß und Lust auf mehr. Ich würde die Band allerdings gerne mal auf einer richtig großen Bühne sehen, weil ich glaube da könnten sie ihre Entertainerqualitäten noch besser zur Geltung bringen.


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BLACK ABYSS sind so eine typische regionale Underground-Kultband, der man immer wieder mal auf diversen Festivals begegnet. Musikalisch sind nun allerdings wesentlich härtere Klänge angesagt. Man kokettiert ein wenig mit dem Image als Thrash Band, und bei meinem letzten BLACK ABYSS-Konzert, das allerdings ein paar Jährchen zurückliegt, war das auch noch durchaus zutreffend.

Heute präsentiert sich die Band von der Ostalb aber weitaus facettenreicher als damals und lässt sich nicht mehr auf eine gute von METALLICA inspirierte Band mit eigener Duftmarke reduzieren. Besonders deutlich wird dies bei ein oder zwei neuen, bisher unveröffentlichten Stücken, die mit einer deutlichen, progressiven Schlagseite daher kommen und etwas an NEVERMORE oder SANCTUARY erinnern. Nicht schlecht, aber beim ersten Hören auch nicht gerade leichtverdauliche Kost.

Es ist allerdings ein besonderer Abend für BLACK ABYSS, da Gitarrist Stoney seine letzte Show mit der Band spielt. Liegt es daran, dass es einen ausufernden, wenngleich durchaus gelungenen Instrumentalpart gibt, bei dem der Gitarrist besonders glänzen darf?

Genau so unvermittelt rotzt die Band plötzlich eine räudige Version MOTÖRHEADs Born to raise hell mit Gitarrist Martin Gerosa an den Vocals herunter. Das ist ja alles durchaus unterhaltsam, aber irgendwo bleibt dabei die klare Linie, der berühmte rote Faden auf der Strecke. Das Sänger Oliver Hornung ausgiebig mit dem Publikum kommuniziert und dabei besonders einige Fans aus der Schweiz einbindet, ist einerseits sympathisch und amüsant, hemmt aber auch den Fluss der Show.

So hinterlassen BLACK ABYSS an diesem Abend einen etwas ungeordnet wirkenden und zwiespältigen Eindruck. Die Band scheint irgendwie dabei zu sein sich neu zu orientieren, kann aber noch nicht nachvollziehbar vermitteln, in welche Richtung es zukünftig gehen soll.
Es bleibt spannend.


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Ich hab seit jeher ein besonderes Faible für Bands, die eine extravagante Bühnenshow präsentieren. Das kommt halt davon, wenn man 1980 als eins der ersten Konzerte KISS gesehen hat.

Dementsprechend sind POWERWOLF natürlich eine Band, die mir perfekt reinläuft. Alleine schon der rumänische Sänger Atilla Dorn, mit klassisch ausgebildeter Gesangsstimme, der auf der Bühne als Kreuzung zwischen einem Priester und Graf Dracula daherkommt und charmant radebrechend auf Deutsch mit einer gehörigen Prise Humor ausgestattet dem Publikum das Heavy Metal Evangelium predigt. Oder die Gebrüder Greywolf an der Gitarren- und Bassfront, die optisch kaum voneinander zu unterscheiden sind und mit wehenden Haaren die irrsten Grimassen schneidend über die Bühne toben. Nicht zu vergessen Organist Falk Maria Schlegel, der gerne an den Bühnenrand stürmt und das Publikum anfeuert, wenn er an seinen Tasten nicht komplett ausgelastet ist.

POWERWOLF gehen in ,ihrer Welt' voll und ganz auf. Eine stimmungsvolle Bühnenausstattung und einige ausgewählte Requisiten leisten dabei wertvolle Unterstützung auf bei der Erschaffung eines kleinen Gesamtkunstwerkes.

Allgegenwärtig ist ein verschmitztes Augenzwinkern, das jedem klar macht, dass man das ausgefeilte Bühnenkonzept und Bandimage nicht all zu ernst nehmen sollte und es in erster Linie kurzweilige Unterhaltung zum Ziel hat.

Ohne musikalischer Substanz, Kreativität und technischen Fertigkeiten würde der Schuss jedoch auf längere Sicht nach hinten losgehen. Doch auch in dieser Hinsicht müssen sich POWERWOLF keine Sorgen machen. Mittlerweile hat man drei gute Alben und eine ganze Menge starker Songs in der Hinterhand um ein überzeugendes abendfüllendes Programm gestalten zu können. Besonders auffällig wird dies, wenn einem klar wird, dass die Band einige Stücke wie Moscow after dark oder Lucifer in starlight trotz ordentlicher Spielzeit schuldig bleiben muss.

Es hätte mich nicht überrascht, wenn das aktuelle Werk "Bible of the beast", das sogar kurzzeitig in den Verkaufscharts gelistet wurde, an diesem Abend noch mehr in den Mittelpunkt gerückt worden wäre. Doch POWERWOLF haben den Vorgänger "Lupus die" nicht vergessen, würdigen ihn sogar noch etwas ausgiebiger und ergänzen den Set durch drei Stücke des Debüts "Return in bloodred".

Höhepunkte hervorzuheben fällt schwer, da das Publikum die Band von der ersten bis zur letzten Minute lautstark abfeiert und unterstützt. Bei mir bleiben vor allem das MAIDEN-lastigen Panic in the pentagram, Kiss of the cobra king und Werewolves of Armenia hängen. Mehr noch allerdings die Erkenntnis, dass es derzeit auf dem Livesektor nur wenige Bands gibt, die einen ähnlich hohen Entertainmentfaktor wie POWERWOLF in die Waagschale werfen können

Besonderer Dank an Andy/Air Axes (Akkreditierung) und Philipp Keller (Foto Setlist).

Martin Schneider, 10.10.2009

 

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