Steve Earle

The Low Highway


CD-Review

Reviewdatum: 22.04.2013
Jahr: 2013
Stil: Americana

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Steve Earle
The Low Highway, New West Records, 2013
Steve EarleVocals, Guitar, Mandolin
Chris MastersonGuitars
Allsion MoorerGuitar, Keyboards, Accordion, Vocals
Eleanor WhitmoreViolin, Fiddle, Backing Vocals
Will RigbyDrums
Produziert von: Steve Earle & Ray Kennedy Länge: 40 Min 29 Sek Medium: CD
01. The Low Highway07. Poclket Full Of Rain
02. Calico County08. Invisible
03. Buurnin' It Down09. Warren Hellman's Banjo
04. That All You Got10. Down The Road, Pt. 2
05. Love's Gonna Blow My Way11. 21st Century
06. After Mardi Gras12. Remember Me

Good ol' boy (gettin' tough) rockte Steve Earle einst auf seinem Debutalbum "Guitar Town" (1986), das den unangepassten Amerikaner damals mit einem Schlag zum Star in der Country-Szene machte. Das ist nun reichlich lang her und Earle, der zähe Hund, twangte sich über die Jahrzehnte durch Höhen und Tiefen, brachte es zu allgemeiner Wertschätzng, gewann einen Grammy und sammelte reichlich Gefolgsleute, landete in den Neunzigern wegen Drogen- und unerlaubten Waffenbesitzes sogar im Gefängnis und schredderte seine vielversprechende Karriere, um sie 1995 mit dem eindringlich rootsig-folkigen "Train a Comin'" wieder zusammenzufügen.

Der inzwischen 58-jährige bekennende Sozialist, der es zwischenzeitlich sogar als Buchautor und Schauspieler (HBO Serie "Treme") zu Erfolg brachte, kommt nun mit seinem 15. Studioalbum "The Low Highway" um die Ecke und überzeugt, wie so häufig in seiner Karriere, mit seinem scharfen und kritischen Blick auf die sozialen, gesellschaftlichen Misstände innerhalb seines Heimatlandes, legt sein Augenmerk auf die Randfiguren, die Vergessenen, die Unterlegenen.

Und ähnlich den vielfältigen Schicksalen seiner Protagonisten streift Earle mit seinen reaktivierten Dukes durch die reichhaltige Americana-Landschaft und setzt auf seine gewachsene, wurzelnahe Kenntnis der diversen Subgenres Folk, Singer-Songwriter, Country, Bluegrass und Rock und zaubert, lyrisch gestärkt durch die Lehrjahre mit Texas-Ikone Townes van Zandt, eine facettenreiche Melange, die er mit seinem kauzigen Südstaaten-Dialekt in die Welt speit.
Seine bezaubernde Ehefrau Allison Moorer, die ihn beim "Treme"-Song That all you got kongenial unterstützt und die Violinistin Eleanor Whitmore bilden als "Duchesses" den weiblichen Gegenpol zu den kernigen "Dukes", die es sich beim schmierig rockenden Calico County nicht nehmen lassen, wie eine Arbeiter-Band in schweißverklebten Unterhemden zu klingen. Unterdessen tönt Pocket Full Of Rain als habe sich Papa Steve diesen Song von seinem Sohn Justin Townes Earle ausgeborgt.

"The Low Highway" knüpft an die starken Alben der letzten Jahre an und beweist, das Steve Earle als wichtige Stimme im amerikanischen Roots-Zirkel kaum wegzudenken ist. Der alte Zauselbart präsentiert uns mit seinen Dukes & Duchesses einen weiteren ausgewogenen und reifen Songzyklus auf hohem Niveau. Im finalen Remember me zeigt der zähe Knochen sogar seine weiche und anschmiegsame Seite und widmet seiner kleinen 3-jährigen Tochter ein paar anrührende Zeilen.

Frank Ipach, 20.04.2013

 

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