Stone Sour

Audio Secrecy


CD-Review

Reviewdatum: 08.09.2010
Jahr: 2010
Stil: Metal, Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Stone Sour
Audio Secrecy, Roadrunner Records, 2010
Corey TaylorGesang
James RootGitarre
Josh RandGitarre
Shawn EconomakiBass
Roy MayorgaSchlagzeug
Produziert von: Nick Raskulinecz Länge: 54 Min 07 Sek Medium: CD
01. Audio Secrecy08. Hesitate
02. Mission Statement09. Nylon 6/6
03. Digital (Did You Tell)10. Miracles
04. Say You'll Haunt Me11. Pieces
05. Dying 312. The Bitter End
06. Let's Be Honest13. Imperfect
07. Unfinished14. Threadbare

Für viele sind STONE SOUR „nur“ die Neben-Band von SLIPKNOT, schließlich sind mit Corey Taylor (Gesang) und James Root (Gitarre) zwei der wichtigsten Säulen des Iowa-Extrem-Metal-Konglomerats auch bei STONE SOUR dabei. Aber das ist eben nur die personelle Seite, musikalisch stehen STONE SOUR auf einem anderen Blatt. Hier geht es viel melodiöser zu als bei SLIPKNOT und trotzdem ist das Ganze meist gerade noch aggressiv genug, um die Anhänger „der anderen Band“ anzusprechen.

Aber es wäre ja wohl auch kaum sinnig, eine zweite Band zu gründen, die fast genauso klingt wie die Haupt-Gruppe. Insofern ist es gerade positiv zu bewerten, dass sich STONE SOUR musikalisch deutlich von SLIPKNOT abgrenzen. Spätestens seit ihrem zweiten Album “Come What(Ever) May“ sind STONE SOUR aber mehr als nur eine nette Neben-Beschäftigung, denn damit schafften sie den internationalen Durchbruch (Platz 18 in Deutschland, 4 in den USA) und spielen mittlerweile fast auf Augenhöhe mit SLIPKNOT.

Und diese Position untermauern sie mit “Audio Secrecy“. Dazu bietet vor allem das eröffnende Mission Statement und das folgende Digital (Did You Tell) Gelegenheit (der Track Audio Secrecy ist lediglich ein Intro und kann auch übersprungen werden). Denn trotz aller Härte klingen STONE SOUR sehr eigenständig. Am ehesten könnte man sogar noch Vergleiche zu Bands wie etwa DISTURBED oder GODSMACK statt zu SLIPKNOT ziehen. Denn die Melodien werden trotz des aggressiven Riffings und den treibenden Drums sehr groß geschrieben.

Aber STONE SOUR können auch anders und das wiederum wird den Fans von SLIPKNOT gar nicht gefallen. Denn Corey Taylor, James Root, Josh Rand, Shawn Economaki und Roy Mayorga ziegen sich auf “Audio Secrecy“ auch von ihrer betont ruhigen Seite: beste Beispiele dafür sind die erste Single Say You’ll Haunt Me und das anschließende Dying sowie noch Hesitate, Miracles und Imperfect, die mit regelrechten Radio-tauglichen Melodien aufwarten. Auch wenn das die Fans der harten Klänge abschrecken mag, solche Songs könnten STONE SOUR zu Mega-Sellern der Marke NICKELBACK (Hesitate) oder SHINEDOWN (Miracles) machen. Und bei 5 von 13 Titeln ist hier die Dichte an ruhigen Tönen schon recht hoch.

Insofern ist mir persönlich dieses Album schon fast ein wenig zu Balladen-lastig, denn schließlich sind das hier STONE SOUR und nicht POISON, ist das Metal und nicht Pop-.Rock. Aber dies gehört natürlich zur künstlerischen Freiheit der Gruppe und die Lieder sind auch allesamt wirklich gelungen, da gibt es keinen Zweifel. Nur die Gesamtanmutung des Albums kommt dann etwas sanfter daher als ich mir das gewünscht hätte. Nun gut, wenn das der einzige Einwand ist.

Festzuhalten gilt es nämlich: STONE SOUR haben mit “Audio Secrecy“ ein gutes Album mit starken Songs vorgelegt, das aber nicht ganz an den Vorgänger “Come What(Ever) May“ heranreicht. Dieser wirkte in sich einfach stimmiger und irgendwie kompletter. Aber auf der anderen Seite könnte das neue Werk STONE SOUR so auch neue Fans zuführen, die vorher davon abgeschreckt wurden, dass zwei der fünf Musiker nebenbei noch bei SLIPKNOT aktiv sind. Angst verbreiten STONE SOUR sicherlich nicht so viel, wie ihre maskierten Konterparts, dafür machen sie aber mindestens ebenso viel Spaß beim Hören.

Marc Langels, 07.09.2010

 

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