Stratovarius

Darkest Hours (EP)


CD-Review

Reviewdatum: 25.11.2010
Jahr: 2010
Stil: Power Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Stratovarius
Darkest Hours (EP), Edel Music, 2010
Timo KotipeltoGesang
Jens JohanssonKeyboards
Matias KupiainenGitarre
Lauri PorraBass
Jörg MichaelSchlagzeug
Produziert von: Matias Kupiainen Länge: 25 Min 41 Sek Medium: CD
1. Darkest Hours4. Against The Wind (live)
2. Infernal Maze5. Black Diamond (live)
3. Darkest Hour (Demo)

Früher konnten zwischen den Veröffentlichungen einer Band schon mal einige Jahre ins Land gehen und kein Fan wäre Gefahr gelaufen, seine Lieblinge zu vergessen. Heute muss man eigentlich jedes Jahr etwas nachschieben, um sich in Erinnerung zu rufen und das Interesse hoch zu halten. Zu diesen -sicherlich auch von den Plattenfirmen unterstützten – Veröffentlichungsorgien gehört die Unsitte das jüngste Album als erweiterte „Special Edition“ wenige Monate nach der eigentlichen Veröffentlichung noch einmal auf den Markt zu werfen. Andererseits kann man aber auch mit einer geschickt platzierten EP die Vorfreude auf das sich bereits abzeichnende nächste Studiowerk befeuern.

Die Finnen von STRATOVARIUS sind ein ziemlich gutes Beispiel für die beschriebene Strategie. 2009 brachten Timo Kotipelto und Co. das viel – und zu Recht – gelobte “Polaris“ (das erste Werk ohne Gitarrist Timo Tolkki) auf den Markt, recht exakt ein Jahr später gab es “Polaris“ erneut, dieses Mal erweitert um eine zugegeben sehr gelungene Live-CD. Und nun bekommen wir die EP “Darkest Hours“ präsentiert mit einem kleinen Vorgeschmack (zwei Songs, eine Demo-Version sowie zwei Live-Songs) auf das nächste Album, das Anfang 2011 in den Läden stehen soll.

Und diese Zeit wird den STRATOVARIUS-Fans recht lange vorkommen, wenn sie sich die beiden neuen Songs anhören. Denn die drei Finnen, ein Schwede und ein Deutscher bieten wieder feinster STRATO-Metal, der treibenden, packenden und hymnischen Sorte. Es scheint so, als ob der Abgang von Tolkki der Band nicht nur nicht weh getan, sondern sie im Gegensatz sogar befreit und beflügelt habe. Die Stücke klingen natürlich nach dem typischen Power-Metal der Band, aber eben auch wieder so zwingend wie auf “Polaris“ und bei den früheren Meisterwerken vor “Stratovarius“ (dem Album). Die Chöre sind einfach nur packend und brennen sich in den Gehörgängen fest, dass es eine wahre Freude ist. Die Gitarre klingt wuchtig, dominierend und voller Spielfreude. Matias Kupiainen ist wirklich ein idealer Ersatz für Tolkki und harmoniert prächtig vor allem mit Keyboarder Jens Johansson. Zudem beweist Kupiainen seine vielen Talente und hat die EP kurzerhand selber produziert.

Ein besonderer Anreiz zum Kauf dieser EP sind aber vor allem die beiden – bislang unveröffentlichten - Live-Tracks. Diese ergänzen natürlich vor allem die Mitte des Jahres veröffentlichte Live-CD, die der „Special Edition“ von “Polaris“ beilag, denn wie es das Label „bislang unveröffentlicht“ nahelegt, fehlen gerade die Songs Against The Wind und Black Diamond auf dem damaligen Mitschnitt. Was natürlich gerade im Fall von Black Diamond eine Schande ist. Schließlich gehört der Song ins Standard-Live-Repertoire der Band. Aber ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt und nun glaubt, dass STRATOVARIUS das Stück vielleicht absichtlich zurückgehalten haben, für eben eine solche Gelegenheit. Denn eines ist klar, alle STRATOVARIUS-Fans werden sich diese EP schon alleine wegen dieser beiden Stücke besorgen. Aber auch für Power-Metal-Fans, die bisher noch nicht so in Berührung mit STRATOVARIUS gekommen sind, lohnt sich diese Anschaffung, um sich mal ein Bild von der Band zu machen. Hier bekommt man, einmal abgesehen von einer Ballade, alle Stärken der Band geboten. Und zudem bekommt man Lust auf das kommende Album. In diesem Sinne haben STRATOVARIUS alles richtig gemacht.

Marc Langels, 24.11.2010

 

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