Stratovarius

Destiny (Reissue 2016)


CD-Review

Reviewdatum: 10.10.2016
Jahr: 2016
Stil: Melodic Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Stratovarius
Destiny (Reissue 2016), earMusic, 2016
Timo KotipeltoGesang
Timo TolkkiGitarre
Jari KainulainenBass
Jens JohanssonKeybords
Jörg MichaelSchlagzeug
Gastmusiker
Max SavikangasVioline
Eicca ToppinenCello
Sanna SalmenkallioVioline
Cantores Minores Boy ChoirChor
Produziert von: Timo Tolkki Länge: 124 Min 50 Sek Medium: CD
CD 1: "Destiny" (66:14)CD 2: "Visions Of Destiny" (58:36)
01. Destiny01. Destiny
02. S.O.S.02. Paradise
03. No Turning Back03. Speed Of Light
04. 4000 Rainy Nights04. S.O.S.
05. Rebel05. Anthem Of The World
06. Years Go By06. Forever Free
07. Playing With Fire07. Black Diamond
08. Venus In The Morning08. Kiss Of Judas
09. Anthem Of The World09. Distant Skies
10. Cold Winter Nights (European Bonus Track)10. Forever Free
11. Dream With Me (Japanese Bonus Track)
12. Blackout (US Bonus Track)

Ende der 1990er Jahre hatten STRATOVARIUS das, was man gemeinhin einen „Lauf“ nennt. Die Band, deren Name ein Kunstwort – gebildet aus oder basierend auf der Gitarre Stratocaster und dem Namen des Geigenbauers Stradivari – ist, veröffentlichte aufeinanderfolgend eine ganze Reihe an starken Scheiben (“Episode“, “Visions“, “Destiny“, “Infinite“), was natürlich der Popularität der Band immer weiteren Auftrieb verlieh und die Musiker zu weiteren Höchstleistungen anspornte.

Eine davon war das hier nun in einem Re-Release vorliegende “Destiny“, das sicherlich zu den Höhepunkten der Timo Tolkki-Ära bei STRATOVARIUS gezählt werden muss. Schon der eröffnende Titeltrack ist ein Paradebeispiel und eine Blaupause für den epischen melodischen Metal. Zehn Minuten, die jeden Fan des Genres begeistern werden: knallende Riffs, neo-klassische Elemente mit Unisono-Passagen von Gitarre und Keyboards, spannende Soli und ein wunderbar eingängiger Refrain. Bis heute eine Sternstunde in der Band-Geschichte.

Aber damit will ich das restliche Material auf “Destiny“ nicht schmälern. Denn das Album hat noch einige tolle Songs zu bieten. Die Single S.O.S. zum Beispiel, die es in der finnischen „Heimat“ der international besetzten Band bis auf Platz Zwei der Charts schaffte, das HELLOWEEN-artige No Turning Back oder aber auch die pompöse - und das ist in diesem Fall ein Lob - Gänsehaut-Ballade 4000 Rainy Nights sowie Rebel bilden einen Auftakt zu einer nahezu perfekten Melodic Metal-Scheibe, den dann etwas später Nummern wie Playing With Fire und das Anthem Of The World wunderbar abrunden.

Warum nahezu perfekt? Gut, dass ihr fragt, denn mit der ultra-kitschigen und langatmigen Ballade Years Go By hat sich ein echter Gähner auf das Album gemogelt. Und auch Venus In The Morning benötigt etwas, bevor das Stück Fahrt aufnimmt und noch den Bogen hinbekommt. Das sind aber nur kleine Einschränkungen, die aber das Prädikat „perfekt“ für dieses Album in seiner Original-Form verhindern.

Zum Glück gibt es dafür ja jetzt diesen Re-Release. Natürlich ist auch hierdrauf das angesprochene Years Go By enthalten, ebenso aber auch die diversen Bonus-Songs, die damals für den amerikanischen, japanischen und auch europäischen Markt aufgenommen wurden. Als da wären: Cold Winters Night für Europa, Dream With Me (schon wieder eine Ballade, aber eindeutig besser Years Gone By) für Japan und der SCORPIONS-Klassiker Blackout als Dreingabe für Nordamerika. Alle drei sind ein echter Gewinn. Und das ist ja noch nicht alles.

Denn obendrauf gibt es hier noch eine komplette zweite CD, namens “Visions Of Destiny“, vollgestopft mit fantastischen Live-Versionen von den “Destiny“-Songs wie dem Titeltrack, S.O.S. und Anthem Of The World aber eben auch den bekannten Klassikern wie Paradise, Speed Of Light, Forever Free, Black Diamond, Kiss Of Judas, Distant Skies und Forever. Im Vergleich zum Live-Album “Visions Of Europe“ ist der Sound etwas dumpfer und nicht ganz so perfekt. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass nachdem man ja gerade eine Live-CD veröffentlicht hatte, diese Mitschnitte gar nicht wirklich zur Veröffentlichung gedacht waren. Den Fan werden sie dennoch erfreuen – und sie runden diese Doppel-CD wunderbar ab, die man sich als STRATOVARIUS-Fan wohl ohne zu zögern zulegen wird.

“Destiny“ gehört definitiv zu den besten Alben, die STRATOVARIUS in ihrer nun schon mehr als 30-jährigen Karriere vorgelegt haben. Die Band zeigt kaum Schwächen – außer vielleicht einem Faible für zu viele Balladen – und kreierte sowohl einen Sound als auch eine Song-Struktur, die für viele Fans synonym mit dem wurde, was viele Fans auch heute noch unter Melodic Metal verstehen. Etliche der Kompositionen zählen auch heute noch zu den Fan-Favoriten und können gar nicht anders als mit dem Attribut „Klassiker“ versehen werden. “Destiny“ und speziell diese Version zusammen mit “Visions Of Destiny“ sind ein idealer Einstieg Neulinge und machen auch Fans viel Spaß.

Marc Langels, 07.10.2016

 

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