Stray Cats

40


CD-Review

Reviewdatum: 11.05.2019
Jahr: 2019
Stil: Rockabilly
Spiellänge: 35:45
Produzent: Peter Collins

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Plattenfirma: Mascot Label Group

Promotion: Netinfect


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Rush

Bon Jovi

Brian Setzer

Lee Rocker

Titel
01. Cat Fight (Over A Dog Like Me)
02. Rock It Off
03. I‘ve Got Love If You Want It
04. Cry Danger
05. I Attract Trouble
06. Three Time‘s A Charm
 
07. That‘s Messed Up
08. When Nothing‘s Going Right
09. Desperado
10. Mean Pickin‘ Mama
11. I‘ll Be Looking Out For You
12. Devil Train
Musiker Instrument
Brian Setzer Gesang & Gitarre
Lee Rocker Bass & Gesang
Slim Jim Phantom Schlagzeug & Gesang

Sie sind Musik-Legenden, die einer Szene wieder Leben einhauchten, als diese eigentlich schon im Sterben lag. Brian Setzer, Lee Rocker und Slim Jim Phantom gründeten ihre Band, die als THE STRAY CATS weltberühmt werden sollte, im Sommer 1979 – also vor 40 Jahren. Mit ihrem Rockabilly, der auch von Einflüssen aus den Bereichen Surf und New Wave und vielleicht etwas dezent auch aus dem gerade vorherrschenden Punk geprägt war, machten sie es wieder hip, eine Tolle zu tragen und Musiker wie Eddie Cochran oder Gene Vincent zu verehren. Leider waren sich die drei Musiker auch nicht immer einig über die musikalische Ausrichtung, so dass es immer wieder zu Auflösungen und – Gott sei Dank – auch wieder Reunions kam. Und aus Anlass des runden Geburtstages haben Setzer, Rocker und Phantom sogar eine neue CD im Angebot, die natürlich “40“ heißt.

Die Band nahm “40“ im Herbst 2018 in den Blackbird Studios in Nashville auf. Zuvor hatten sie ihre ersten Konzerte nach zehnjähriger Abstinenz in Nordamerika gespielt, unter anderem in Las Vegas und im Pacific Amphitheatre in Costa Mesa, Kalifornien. Das Publikum feierte sie bei ihren durchweg ausverkauften Shows frenetisch. Noch immer elektrisiert von der Reaktion ihrer Fans und davon, wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen, gingen sie anschließend mit Produzent Peter Collins (unter anderem RUSH, BON JOVI) und Toningenieur Vance Powell (Jack White, Chris Stapleton, ARCTIC MONKEYS) ins Studio und nahmen insgesamt ein Dutzend neuer Songs auf.

Ganz offensichtlich hat die lange Studio-Pause der Band aber nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Die Scheibe klingt frisch und voller Spielfreude. Die zwölf Stücke zeigen denn auch die komplette stilistische Bandbreite, die die STRAY CATS zu bieten haben. Der Opener (und zugleich die erste Single) Cat Fight (Over A Dog Like Me) ist nicht nur eine Abgehnummer erster Güte, die auch mit den Lyrics sofort die Art von guter Laune verbreitet, wie man sie von den STRAY CATS immer schon kannte. Da muss man die Lautsprecher einfach weit aufreißen und das Tanzbein schwingen. Etwas weniger Tempo dafür mehr Groove bieten dann Rock It Off und I‘ve Got Love If You Want It. Klanglich etwas düsterer kommt dann Cry Danger daher, anschließend hört man bei I Attract Trouble wieder die Surf-Einflüsse, die sich in Setzers Gitarrenspiel und -Sound festgesetzt haben.

Die zwölf Nummern sind genau das, was sich STRAY CATS-Fans erhoffen durften. Sie bieten einen Querschnitt dessen, wofür die Band seit ihrer Gründung vor 40 Jahren immer schon stand. Purer Rock ‘n‘ Roll, der die Freude an der Musik ungefiltert auf den Hörer überträgt. Dabei mag das Material nicht ganz an frühere Großtaten wie die Klassiker Rock This Town, den Stray Cat Strut, Runaway Boys, She‘s Sexy + 17, I Won‘t Stand In Your Way, Rumble In Brighton oder Little Miss Prissy heranreichen, aber dafür sind auch die neuen Nummern allesamt sehr gelungen. Wer sich übrigens die die limitierte CD-Box zulegt, der bekommt neben zwei STRAY CATS-Untersetzern, einer -Postkarte und zwei -Stickern sogar noch zwei Bonustracks zu hören. Und es macht einfach Spaß, nach so langer Zeit wieder neue Musik von Setzer, Rocker und Phantom zu hören. Hoffentlich lassen sie uns nicht bis zum nächsten runden Jubiläum wieder auf neue Musik warten.

 

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