Stryper

Second Coming


CD-Review

Reviewdatum: 15.03.2013
Jahr: 2013
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Stryper
Second Coming, Frontiers Records, 2013
Michael SweetGesang & Gitarre
Robert SweetSchlagzeug
Tim GainesBass & Gesang
Oz FoxGitarre & Gesang
Produziert von: Stryper Länge: 67 Min 16 Sek Medium: CD
01. Loud N' Clear09. To Hell With The Devil
02. Loving You10. Calling On You
03. Soldiers Under Command11. Free
04. Makes Me Wanna Sing12. The Way
05. First Love13. Sing Along Song
06. The Rock That Makes Me Roll14. More Than A Man
07. Reach Out15. Bleeding From The Inside Out
08. Surrender16. Blackened

Mehr als jede andere Band standen STRYPER von Anfang an für Heavy Metal mit einer eindeutigen christlichen Überzeugung. Alle Texte der Amerikaner besangen ihren Glauben. Zudem musste man sich schon immer bei STRYPER-Gigs vor tieffliegenden Bibeln in Acht nehmen, die die Band jeden Abend von der Bühne aus "unter das Volk" brachte. Mit dieser eindeutigen Positionierung standen sie besonders Anfang der 1980er Jahre eher alleine auf weiter Flur. Dennoch konnten sich STRYPER mit Alben wie "Soldiers Under Command" und "To Hell With The Devil" sowohl in der Metal-Szene als auch bei den außenstehenden Gläubigen, für die Heavy Metal - ähnlich wie zuvor Rock'n'Roll - pures Teufelszeug war, eine Menge Respekt erwerben. Bei ersteren wegen der Songs und bei letzteren auf Grund der eindeutigen Message.

Nach einer längeren Pause sind die Brüder Sweet (Michael mit Gesang und Gitarre sowie Robert am Schlagzeug) zusammen mit ihren alten Mitstreitern Oz Fox und Tim Gaines wieder vereint und zurück, um ihre Botschaft zu verbreiten. Nach den beiden neuen Werken "Murder By Pride" und "The Covering", auf dem sie brisanterweise auch Bands wie BLACK SABBATH oder JUDAS PRIEST gehuldigt haben, nahmen sie sich nun ihre eigenen Werke vor und verpassten Klassikern wie Loud And Clear, Soldiers Under Command, To Hell With The Devil sowie Calling On You oder Free einen soundtechnischen Neuanstrich und erscheinen dadurch eindeutig „heavier“. Dabei werden die Kompositionen aber inhaltlich kaum angerührt.

Das kann eigentlich nur zwei Dinge bedeuten. Entweder war die Band mit dem damaligen Klang kreuzunglücklich, was eher unwahrscheinlich ist, denn die Originale wurden nach den Regeln der damaligen Kunst produziert. Oder aber, die Band will dem damaligen Label, wenn dieses die Rechte an den Aufnahmen hält, keine weiteren Tantiemen für die Aufführung der Stücke mehr überlassen/zahlen. Ein ähnliches Problem haben ja DEF LEPPARD, die deswegen ihren Back-Katalog ja auch derzeit neu aufnehmen.

Dadurch ergibt sich das Problem, wie man dieses Album bewerten soll? Auf der einen Seite sind die Stücke über jeden Zweifel erhaben. Sie sind hier genau so gut gespielt wie im Original und auch Sweets Stimme hat nichts von ihrer Kraft verloren (zum Beweis erreicht er nach wie vor die hohen Schluss-Töne bei Soldiers Under Command und Makes Me Wanna Sing). Allerdings singt er die Lieder hier auch etwas tiefer als im Original, was den Stücken jedoch gut tut, denn so klingt Sweet noch voluminöser und „runder“. Nur etwas Neues bekommt der Hörer eben auch nicht geboten - außer einem etwas druckvolleren und voluminöseren Sound.

Die beiden neuen Songs Bleeding From The Inside Out sowie Blackened können den Vergleich mit den Band-Klassikern nicht ganz aufnehmen, sind aber weit davon entfernt zu enttäuschen. Vielmehr sind sie deutlich besser als das, was STRYPER seit ihrem Comeback bisher geboten haben und machen Lust auf ein neues Studio-Album. So sind sie aber nur kleine Appetithäppchen zum Abschluss eines Albums, das schwierig zu bewerten ist. Auf der einen Seite sind die Lieder über jeden Zweifel erhaben, nur braucht sie ein STRYPER-Fan nicht, wenn er die Originale im Schrank hat. Somit ist “Second Coming“ eigentlich am ehesten als „Best Of“-Album zu verstehen, das für Neueinsteiger bestens geeignet ist. Die werden aber sicherlich viel Freude an diesem traditionsreichen US-Metal haben.

Marc Langels, 14.03.2013

 

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