Neil Young

Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle, 22.07.2013

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 03.08.2013
Stil: Roots Rock

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Redakteur(e):

Tim C. Werner


Neil Young,
Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle, 22.07.2013

Cast: Neil Young (* 12. November 1945, Vocals & Guitar),
Ralph Molina (* 22. Juni 1943, Drums),
Billy Talbot (* 23. Oktober 1943, Bass),
Frank „Poncho“ Sampedro (* 25. Februar 1949, Guitar)

Ich werde nicht müde, es zu betonen, und ich bleibe dabei: Echte Relevanz eines Künstlers, hier eines Musikers, kann immer nur aus dem gegenwärtigen Schaffen erwachsen. NEIL YOUNG & CRAZY HORSE wären ohne das aktuelle Album "Psychedelic Pill" im Hier und Jetzt nicht von Bedeutung. Warum ist das so? Ganz einfach: Mit Ramada Inn (16.52 Minuten) und Walk Like A Giant (16.31 Minuten) haben die drei Endsechziger Young, Talbot und Sampedro zusammen mit dem siebzigjährigen (!) Molina zwei der großartigsten Stücke der Bandgeschichte geschrieben, besser müsste man sagen, hervorgebracht, entwickelt, geboren, mir fehlen die Worte.

Und genau davon möchte ich berichten.
Walk Like A Giant : Der Song, auf der dreifach-LP furioser Abschluss des künstlerischen Vortrages, taucht live bereits als Song Nr. 4 auf, nach den drei kurzweiligen Openern Love and Only Love, Powderfinger und Psychedelic Pill. Sampedro über den Song: "Neil kam mit diesem Song ins Studio. Wir spielten ihn lediglich einmal und machten dann schon Overdubs. Dann hat er ihn uns vorgespielt. Die Aufnahme hat uns umgehauen. Wir hatten gar nicht gemerkt, das wir so etwas Großes geschaffen hatten. Ich denke, der Song handelt von der Erde, nachdem sie von einem Riesen zerstört wurde und wir durchsuchen den Planeten nach Überlebenden und so. Ich habe ziemlich schräge Bilder davon in meinem Kopf. It's really crazy." Und genauso hat sich das live auch angehört: Laut, verschroben und der Wirklichkeit entrückt stapft der Riese über das Land. Es donnert, kracht und mäandert über zwanzig Minuten – die letzten zehn davon ohne jegliche Struktur – hinüber zu „Hole In The Sky“. Halleluja!

Ramada Inn : Ganz anders Ramada Inn. Hier wird eine Geschichte erzählt, und wieder nimmt man sich Zeit. Wieder über zwanzig Minuten. Vordergründig elegisch, im Innersten aber bedrohlich anmutend, beschleunigt sich hier die schon länger schwelende Ehekrise eines Paares auf dem Weg nach Süden bzw. auf den Abgrund zu. „Going South“ bedeutet beides. Hier unbedingt auch einmal die Albumversion anhören, die Taktung des Stückes startet bei 112 bpm und endet nach fast 17 Minuten bei 122 bpm. Es gruselt, und zunächst weiß man nicht warum.

Interessante Fußnote zur Stuttgarter Show: Zum ersten Mal auf der 2013er Tour wurde Hey Hey My My (Into The Black) nicht gespielt. Warum auch? Neil Young & Crazy Horse sind der Boss. Beschwerden über Art und Umfang der Setlist stehen mir (und allen anderen Besuchern) nicht zu.

Abschließender Tip: Dieser Tage eignet sich nichts so gut zum Einstieg in das NEIL-YOUNG-Universum wie die jüngst erschienene Autobiographie “Waging Heavy Peace“. Ich selbst bevorzuge ausdrücklich die Hörbuchversion, gelesen von Keith Carradine, erschienen bei Penguin Audio (2012).

Tim C. Werner, 22.07.2013

 

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