Doro

Altaria
Sonata Arctica

Stuttgart, LKA, 23.04.2006

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 23.04.2006

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Stuttgart, LKA, 23.04.2006

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Altaria Ich mache aus meinen Herzen keine Mördergrube, aber die für mich attraktivste Band an diesem Billing sind ALTARIA. Die Melodic Rocker spielen im Rahmen dieser Tour zum ersten Mal außerhalb ihrer finnischen Heimat und die Spannung wie sich die Band auf der Bühne verkaufen wird ist groß.
Die Rahmenbedingungen dafür sind äußerst bescheiden, auch wenn die beiden Gitarristen J-P Alanen und Petri Aho im Interview Gegenteiliges behaupteten. Die Bühne ist bereits für SONATA ARCTICA vorbereitet und ALTARIA müssen ihr Drumset in eine freie Ecke am linken Bühnenrand zwängen. Viel Bewegungsfreiheit bleibt da nicht für die Band. Dazu wird an allen Ecken und Enden am Licht gespart. Schade, ALTARIA wären bessere und vor allem fairere Bedingungen zu wünschen gewesen.

Die Band zeigt sich davon unbeeindruckt und rockt sich unbekümmert durch ihren stark halbstündigen Set. Die Songauswahl verdient das Prädikat überraschend. Ich hätte doch eine Menge darauf verwettet, ALTARIA würden sich in erster Linie darauf konzentrieren, ihr aktuelles Album "The fallen empire" vorzustellen. Statt dessen bietet der Auftritt einen repräsentativen Querschnitt durch alle drei bisherigen Alben. Die Auswahl trifft zwar nicht hundertprozentig meinen persönlichen Geschmack - wo waren denn Ravenwing und Access denied? - geht aber im großen und ganzen schon in Ordnung.

Altaria Bemerkenswert, dass ALTARIA live einen ganzen Zacken direkter und zupackender wirken, als im Studio. Das kommt eigentlich ganz gut, aber mehr als gefälliger Höflichkeitsapplaus ist für die Finnen an diesem Abend trotzdem nicht zu ernten. Hm... ein bisschen mehr Enthusiasmus hätte diese Band vom Stuttgarter Publikum wirklich erwarten können.

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Sonata Arctica SONATA ARCTICA stehen in der Hackordnung deutlich einige Stufen höher. So dürfen sie ihren eigenen Backdrop anbringen, haben eigene schicke Bühnenmonitore im Eisbergdesign und außerhalb von Deutschland genießen sie sogar den Headliner-Status in diesem Package.
Was ist aber wirklich dran an dieser Band, die nicht zuletzt dank kräftiger Unterstützung aus den NIGHTWISH-Lager zu den Shooting-Stars der Metal-Szene gezählt werden muss?

Vom ersten Moment an beeindrucken SONATA ARCTICA mit einer engagierten Performance. Kein Wunder, im Gegensatz zu ALTARIA haben sie ja auch den Platz dafür. Vor allem Sänger Tony Kakko verfügt über echte Entertainerqualitäten und sammelt schnell erste Sympathiepunkte beim Publikum.
Musikalisch geht es ebenfalls ganz schön zur Sache. Melodischer Powermetal, gespickt mit technischen Feinheiten und zumeist durchgetretenem Gaspedal. Damit kommt man beim Publikum hervorragend an und wird entsprechend abgefeiert.

Sonata Arctica Nach einer halben Stunde aber nutzt sich der SONATA ARCTICA-Sound doch gehörig ab. Die Band spielt einen Song nach dem anderen, aber man hat nicht unbedingt das Gefühl, dass jetzt noch irgend etwas musikalisch furchtbar spannendes passieren wird. Während bis zum Mischpult weiterhin das Stimmungslevel sehr hoch gehalten wird, bildet sich im hinteren Teil der Halle in Barnähe ein kleiner subversiver Zirkel, der sich die Zeit damit vertreibt, zu rätseln, bei welchen anderen Bands SONATA ARCTICA sich ihre Inspirationen geholt haben. HELLOWEEN, ROYAL HUNT und CONCEPTION sind die Namen, die dabei am häufigsten fallen. Der Grundtenor lautet deshalb dann auch eher: Eine gute Band, um die allerdings momentan mehr Rummel als tatsächlich angebracht gemacht wird.

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Doro Ich war nie der große DORO-, beziehungsweise WARLOCK-Fan. Zudem gab es extreme Zeiten in den Achtzigern, da konnte man kaum auf ein Konzert gehen, ohne dabei Doro Pesch und Band als Support vorgesetzt zu bekommen. Die Übersättigung von damals hat sich allerdings deutlich gelegt. Im Rahmen von Festivals habe ich DORO immer als nette Bereicherung empfunden, und heute bin ich sogar richtig gespannt, schließlich ist es - man wagt es kaum zuzugeben, - die erste DORO-Headliner-Show, die ich in knapp dreißig Jahren aktiver Konzertbesuche miterlebe.

Und dann bin ich erst mal geplättet: Waren DORO auf Festivals gut, so ist es doch kein Vergleich zu dem Feuerwerk, das die Band heute auf der Bühne abbrennt. Vom ersten Moment an gibt die Band Vollgas und bietet einen ungemein spielfreudigen und energiegeladenen Auftritt, bei dem der Funke sofort auf das Publikum überspringt.
Seit Jahrtausenden ist die Menschheit auf der Suche nach dem Geheimnis ewiger Jugend. Wenn man Doro Pesch über die Bühne wirbeln sieht, dann ist man sich sicher: es muss irgend etwas mit Rockmusik zu tun haben.
Doro Doro Pesch und ihre Band fegen durch einen überraschend stark WARLOCK-lastigen Set. Die unzähligen Klassiker zünden und entfalten erwartungsgemäß ihre Wirkung. Sogar die vereinzelt eingestreuten Songs des eher müden, aktuellen Studioalbums "Warrior Soul" wirken live wesentlich frischer und passen sich gut in das Programm ein. Auch meine größte Befürchtung, das übermäßig viele Balladen die Show ausbremsen könnten, erfüllt sich erfreulicherweise nicht.
Keine Frage... überzeugender habe ich DORO in all den Jahren nicht erlebt. Der Auftritt ist eine einzige Demonstration einer starken Liveband und enthüllt durch seine Klasse eins der Geheimnisse, warum die Band sich seit Jahren auf eine so große und loyale Fanschar verlassen kann.

Es ist ein faires 'Geben und Nehmen' zwischen Band und Publikum, und am Ende herrscht wohl auf beiden Seiten große Zufriedenheit. Das Publikum im LKA durfte einem starken Konzert beiwohnen und DORO haben den Grundstein dafür gelegt, dass die meisten Besucher sich wohl auch bei der nächsten Tour vor der Bühne in irgendeiner Stadt einfinden werden.
Ich werde in diesem Leben sicher nicht mehr zum bedingunslosen DORO-Fan, aber zumindest meines großen Respekts dürfen sich die Band und ihre Fans sicher sein.

Besonderer Dank an Biggi von GerMusica Promotion & Management

Martin Schneider, 30.04.2006

 

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