Omnia

Stuttgart-Wangen, LKA, 07.03.2012

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 07.04.2012
Stil: Pagan Folk

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Omnia,
Stuttgart-Wangen, LKA, 07.03.2012

Das Publikumsinteresse an OMNIAs "I Don't Speak Human"-Tour hält sich in Stuttgart in überschaubaren Grenzen. Anders ausgedrückt, ein Club in der Größenordnung des LKA ist für die niederländischen Pagan-Folker einfach noch eine Nummer zu groß.

Dabei verspricht gerade die aktuelle Konzertreise ein besonderes Erlebnis, denn analog zur stilistischen Trennung des jüngsten Albums "Musick & Poetree" liegt im aktuellen Programm der Schwerpunkt auf den schnelleren und tanzbaren Stücken, während die ruhigeren Titel auf einer zweiten Tournee im Herbst verstärkt dargeboten werden sollen.

Laufkundschaft locken OMNIA damit zwar kaum an, aber ihre eingefleischten Fans sind vor der Bühne und sorgen trotz lichter Reihen für ausgelassene Stimmung bei der Pagan-Folk-Party. Gar nicht auszudenken, was in einem rappelvollen LKA an diesem Abend möglich gewesen wäre. Der Schweiß wäre in Strömen von den Wänden gelaufen und der Boden hätte gebebt.

Trotzdem hinterlässt das Quintett einen bestechenden Eindruck und weiß als mitreißender Liveact zu überzeugen. Sic ist der charismatische Magier, der die Show an sich reißt. Der Multiinstrumentalist fesselt das Publikum durch eine enorme Bühnenpräsenz und den beschwörenden Gesang. Dazu kommen seine Ansagen, die zwischen humorvoll und politisch subversiv alleine schon den Besuch der Show wert sind.

Sic, der aufgedrehte Derwisch - Jenny, seine überaus attraktive Lebensgefährtin - eine Augenweide. An der Harfe und hinter den Keyboards ist sie etwas in ihrer Präsenz eingeschränkt, doch wenn sie mit Perkussionsinstrumenten über die Bühne fegt, wird sie zum Energiebündel. Für wohligen Schauer sorgt sie mit ihrem facettenreichen Gesang und vor allem ihrem ansteckenden Lachen bei Toys In The Attic.

Sic und Jenny sind OMNIA. Umwerfend sind ihre Wechsel- und Harmoniegesänge, eins der unverwechselbaren Markenzeichen des Ensembles. Das soll die Leistung ihrer Mitstreiter nicht schmälern, doch bei zwei dermaßen dominierenden Persönlichkeiten treten sie zwangsläufig in den Hintergrund.

Der Auftritt besticht durch Dynamik und Abwechslungsreichtum. Archaische Klänge paaren sich mit keltischen und orientalischen Einflüssen. Dance Until We Die schlägt mit seinen Hip-Hop-Einflüssen die Brücke zu den Großstadtgettos der Gegenwart und so unvorstellbar es klingen mag, was auf "Wolf Love" wie ein Stilbruch wirkt funktioniert im Gesamtkontext der Show perfekt und wird zu einem der Höhepunkte.

Dazu muss auch die epische Hymne Cornwall gezählt werden, bei dem das Publikum lautstark mitsingt, während Sic auf der Bühne die Landesfarben schwingt. Mit der vehement geforderten Schlachthymne The Morrigan beschließen OMNIA einen mitreißenden Konzertabend und erbringen endgültig den Beweis, dass ihr Pagan-Folk nicht nur in Burgruinen und auf Festivals sondern auch in Rockclubs hervorragend funktioniert.

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Martin Schneider, 07.03.2012

 

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