The Reverend Peyton's Big Damn Band

Stuttgart, Zwölfzehn, 15.05.2009

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 19.05.2009
Stil: Alternative Country

Links:

The Reverend Peyton's Big Damn Band Homepage



Redakteur(e):

Ralf Stierlen


The Reverend Peyton's Big Damn Band,
Stuttgart, Zwölfzehn, 15.05.2009

Endlich waren sie auch einmal nach Deutschland gekommen, nachdem man ja schon viel Positives über die durchgeknallte Familienbande aus Indiana und ihre Livequalitäten gehört hatte. Zum ersten Mal in unseren Landen also THE REVEREND PEYTON'S BIG DAMN BAND, die auch ganz gut ins leicht schräge Stuttgarter Zwölfzehn passten. Das dortige Publikum war jedenfalls international, gut gelaunt und tanzfreudig und wurde somit bestens bedient. Der Reverend gab zu den Songs kurze, launige Einleitungen um dann wild grimassierend (er kuckte eigentlich immer so, als wollte er Teile des Publikums verspeisen) seine Gitarre zu malträtieren und die manchmal doch eher sinnfreien Songs hinauszuschleudern (Mamas Fried Potatoes). Nicht mit weniger irrwitziger Hingabe bearbeitete Breezy Peyton ihr Waschbrett, wobei das eigentlich gar nicht ihres war. Nachdem man das gute Stück am Vortag in Münster vergessen hatte, musste kurzfristig in Stuttgart Ersatz in Form eines Leihinstruments beschafft werden. Dem Aussehen nach könnte das durchaus von einer älteren schwäbischen Hausfrau geborgt worden sein. Schließlich noch Jayme Peyton als vergleichsweise konventioneller Schlagzeuger, wenn man einmal davon absieht, dass ein Eimer wichtiges Bestandteil seines Equipments ist.

Songs wie DT's Or The Devil, Your Cousin's On Cops (mit zünftiger Schmähung der gleichnamigen Reality-TV-Serie) oder Can't Pay The Bill kamen live natürlich mit viel mehr Biss, Schärfe und regelrechtem Punkappeal über die Bühne und wirkten dadurch viel lebendiger, rauer und kratziger als auf Konserve. Dazu natürlich der bärbeißige Hilbilly-Charme der ihre Neurosen pflegenden Sippschaft, das barg schon beträchtlichen Unterhaltungswert. Der Reverend hatte sein Publikum auch recht gut im Griff, sei es bei der Demonstration seiner Gitarrentechnik (natürlich mit sattem Übergreifen des Daumens), als er meinte, er würde einen Bassisten überflüssig machen, oder bei der Animation zum Mitsingen (bzw. eher Mitschreien). Auch der gelegentliche Einsatz der Mundharmonika funktionierte, obgleich sich Peyton mokierte, dass er damit ziemlich räudig aussehe (na ja, bei dem Bart kann eigentlich nicht mehr viel entstellen). Vielleicht hätte das Waschbrett noch etwas mehr zur Geltung kommen können, so war es eigentlich eher ein zusätzliches Perkussionsinstrument, wenngleich der Einsatz von Breezy in ihrer Kittelschurz-ähnlichen Kluft durchaus sehenswert war..

Nachdem standesgemäß eine Tirade auf Wal-Mart abgelassen wurde (Wal-Mart Killed The Country Store) und der Reverend auch noch stolz mitteilte, dass die Familie Peyton beim Wettbewerb mit ihrem Rezept eines Persimmon-Puddings (Persimmon ist wohl die Südstaaten-Version der Kaki) einen Preis abgeräumt hat (dieses Rezept ist ja auch auf ihrem letzten Album abgedruckt), geht der Abend in die letzte Runde. Natürlich wird noch eine zünftige Zugabe in die Menge geschleudert, bevor nach sehr unterhaltsamen 80 Minuten der Vorhang fällt. In dieser Art der Darbietung kann man sich sogar Musik aus einer Gegend gefallen, die eine Hochburg der Republikaner ist. Ganz sicher wird dieser herrlich kantige, brummelige Reverend mit seiner Familienbande und ihrem High Speed Country noch auf dem einen oder anderen Festival ein willkommener Farbtupfer sein. Ansonsten gilt auch für die Clubgigs: Hingehen und Spaß haben.

Ralf Stierlen, 15.05.2009

 

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