Styx

Cyclorama

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.02.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Joachim Domrath


Styx
Cyclorama, Sanctuary Records, 2003
Tommy Shaw Vocals, Guitars, Mandolin
James Young Electric Guitars, Vocals
Glen Burtnik Bass, Upright Bass, Synth Bass (Genki Desu Ka), Vocals
Lawrence Gowan Piano, Organ, Synthesizers, Vocals
Todd Sucherman Drums, Percussion, Loops, Percussice Synth Bass (Do Things My Way), Vocals
Chuck Panozzo Bass (Bourgeois Pig), Background Vocals (Kiss Your Ass Goodbye)
Jude Cole Lead Vocals (Genki Desu Ka)
Brian Wilson Background Vocals (Fooling Yourself)
Billy Bob Thornton Lead Vocals (Bourgeois Pig)
John Waite Lead Vocals (Genki Desu Ka)
Gary Loizzo Lead Vocals (Genki Desu Ka)
Produziert von: Tommy Shaw, James Young & Gary Loizzo Länge: 63 Min 12 Sek Medium: CD
1. Do Things My Way8. More Love For The Money
2. Waiting For Our Time9. Together
3. Fields Of The Brave10. Fooling Yourself (Palm Of Your Hands)
4. Bourgeois Pig11. Captain America
5. Kiss Your Ass Goodbye12. Killing The Thing That You Love
6. These Are The Times13. One With Everything
7. Yes I Can14. Genki Desu Ka

Alle Achtung. Wer hätte das gedacht. Nach dem Flop der "Wir-müssen-mal-wieder-eine-neue-CD-namens-'BRAVE-NEW-WORLD'
-rausbringen im Jahre 1999, hatte ich die Band, zumindest was neues Material angeht, abgeschrieben.
Zu allem Übel verließ Dennis DeYoung nach Fertigstellung die Band, um sich endgültig als Broadway Star zu etablieren. Ein Ende auf Raten?
Nein. Der Rest der Originalmitglieder, wie Tommy Shaw und James Young, suchten nach einem neuen Mann und fanden ihn in dem Kanadier Lawrence Gowan. Der Junge konnte nicht nur ein beachtliches Piano spielen. Seine Stimme erinnerte zudem sehr stark an Dennis DeYoung.
Und so konnte weiter mit großem Erfolg getourt werden. Und wie schnell und gut sich Gowan in die Band integrierte, sieht man auf der "Arch Allies"-DVD.

Und jetzt, drei Jahre später, liegt bei mir die neue Studio CD der Band namens "Cyclorama" im Player. 14 Tracks zeigt der Denon im Display an. Auf geht's:
Do Things My Way beginnt wie eine neue Folge von Star Trek. Doch keine Angst, bereits nach wenigen Sekungen bläst knackiger Powerrock die Trekkies von der Platte. Da klingen STYX wie zu ihren besten Zeiten in den 70ern. Neben den satten Gitarren und Suchermans Mega-Drums ist es der STYX-typische Satzgesang, der meine Augen zum Leuchten bringt.
Das setzt sich auf dem folgenden Waiting For Our Time munter fort. Der musikalische Spaßfaktor ist enorm hoch.
Die Band verfügt über 4 hochklassige Leadsänger. Tommy Shaw hat jetzt erst mal Pause und überlässt das Mikro Lawrence Gowan. Putzig. Auch kompositorisch erinnert Gowan doch sehr an Dennis DeYoung. Fields Of Brave wird getragen von seinem virtuosen Pianospiel und seiner glasklaren Stimme.

Jetzt folgt der Albtraum eines jeden Jamrock Fans: Bourgeois Pig ist eine kleine witzige Soundcollage von knapp 50 Sekunden. Und als Leadsänger hat sich Billy Bob Thornton ins Studio begeben. Für eine längere Spielzeit war er wohl zu teuer.
Trotz allem, ein ungemein witziger Heavy-Mini-Song.

Ja, und was folgt denn da. Sind das noch STYX? Hmmh. Ja, das könnte die Stimme von Glen Burtnik sein. Aber musikalisch klingt das mehr nach einem neuen CLARKS Album. Sieh an, die Jungs haben sich auch dem Modern Rock ein wenig geöffnet. Kiss Your Ass Goodbye klingt melodisch vom Feinsten. Und etwas 60's Flair ist ebenfalls vorhanden. Wahrscheinlich, um das Moderne ein wenig im Zaum zu halten.
These Are The Times bietet anschließend wieder den klassischen STYX Sound. James Young an den Lead Vocals und im Satzgesang tummeln sich Kopfstimmen ohne Ende. Ein feiner Song, der uns zurück in die "Equinox" Ära der Band führt.
Und da die Band mit Boat On The River einen ihrer größten Charterfolge hatte, kann ein neuer Versuch ja zumindest nicht schaden. Yes I Can bietet die gleichen Zutaten wie ihr Hit von damals. Tommy Shaw an den Vocals. Dazu überwiegend akustische Instrumente und das obligatorische Accordion. Yes I Can verwöhnt die Ohren und der Refrain bleibt haften. Doch die Genialität von Boat On The River wird dann doch nicht erreicht.
Nach diesem Chartsliebäugelsong werden STYX wieder gewohnt konzertant. More Love For The Money klingt wie ein verschollener Akt aus dem "Paradise Theater". Neben Gowans tollem Gesang sind es die rattenscharfen Gitarren, die es mir angetan haben.

Damit ich die Kritik nicht noch als Taschenbuchausgabe veröffentlichen muß, will ich mich jetzt nur noch auf das Notwendigste Beschränken.
Es folgen noch 6 Songs, die fast alle ihren eigenen Charakter und doch eines gemein haben: Sie klingen prächtig und sind äußerst einfallsreich arrangiert. Abgesehen allerdings vom überflüssigen Remake-Soundschnipsel zu Fooling Yourself. Ob sich damals Brian Wilson in der Studiotür geirrt hatte und er deshalb hier für die überflüssigen Backingvocals herhalten musste? Na ja, sind ja nur 39 Sekunden. Haken wir das mal als etwas längere Pause zwischen den Tracks ab.
Und nun zu den restlichen Highlights: Besonders hervorheben sei Captain America. Ein humorvoller Heavy Rocker, der mich stark an die TUBES erinnert. Das liegt sicherlich auch an den verrückt genialen Gesangs-Arrangements. Diesen Song sollte man so laut wie möglich hören. Was kommt denn da von der Decke runter...?
Dann sei vielleicht noch One With Everything erwähnt. Zu Beginn wähnt man sich musikalisch im neuen "Mission Impossible 3" mit Tom Cruise. Doch nach dem Hier-kommt-ein-Actionfilm Einstieg wird's gewohnt Styx-konzertant. Die imposante Orgel und die beinharten Trommelschläge von Todd Sucherman tragen Tommys Stimme sicher durch das vertrackte Arrangement der progressiven Nummer. Beachtlich.

Fazit. Der Name "Cyclorama" klingt zwar mehr nach einem neuen Medikament für Schwangerschaftsverhütung. Trotz allem liefern STYX mit ihrer neuen CD ein Meisterwerk ab. Ein tolles Album voller witziger Einfälle und toller Melodien. Instrumental und kompositorisch ohne Fehl und Tadel.
Das beste STYX Album seit 20 Jahren und eines ihrer Besten überhaupt.

Joachim Domrath, 18.02.2003

 

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