Subsignal

Paraiso


CD-Review

Reviewdatum: 26.09.2013
Jahr: 2013
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Subsignal
Paraiso, Zyx Records, 2013
Arno MensesGesang
Markus SteffenGitarre
David BertokKeyboards
Ralf SchwagerBass
Danilo BatdorfSchlagzeug
Gastmusikerin
Marcela BovioGesang
Produziert von: Subsignal Länge: 53 Min 04 Sek Medium: CD
01. Time And Again06. A Giant Leap Of Faith
02. Paraiso07. The Stillness Beneath The Snow
03. A New Reliance08. The Blueprint Of A Winter
04. A Heartbeat Away09. The Colossus That Bestrode The World
05. A Long Way Since The Earth Crashed10. Swimming Home

Das musikalische Erbe der deutschen Progressive Rock-Helden SIEGES EVEN ist nach deren Ende nun an die deutsch-niederländische Band SUBSIGNAL übergegangen. Kein Wunder, verfügt die Gruppe doch mit Sänger Arno Menses und Gitarrist Markus Steffen über die Stimme und den Sound-Zauberer der letzten beiden und mit Abstand besten Alben der Band-Historie. Dass sie dieses schweren Erbes würdig sind, haben SUBSIGNAL bereits auf ihrem Debüt “Beautiful & Monstrous“ und dem Nachfolger “Touchstones“ bewiesen.

Nun liegt das dritte Studiowerk “Paraiso“ vor und da zuckt beim Prog-Fan wirklich jede Faser des Gehörgangs vor freudiger Erregung. Und nach den ersten Durchgängen steht dann schnell fest: die Vorfreude ist berechtigt. Schon der auf das kurze Intro folgende Titeltrack erfüllt alle Erwartungen. Musikalisch äußerst abwechslungsreich, dringt die Melodie betörend in die Gehörgänge, infiziert das Nervensystem und lässt den Hörer kaum mehr los. Ein perfekter Einstieg in ein phantastisches Album.

Zumal sich SUBSIGNAL auch durchaus wagen, musikalisch in fremde Genres hinüberzulugen. Das tun sie aber auf ganz eigene Art und Weise, wie zum Beispiel bei dem Reggae-infizierten A New Reliance, das von der Grundstimmung und auch dem Drum-Stil etwas an THE POLICE, beziehungsweise Stewart Copeland erinnert, in der Strophe aber auch an TOTO (hätte zum Beispiel gut auf “Fahrenheit“ gepasst) oder JOURNEY erinnert, so eingängig-rockig sind manche Parts. Aber Anhänger der Band müssen nicht befürchten, dass sich die Ausrichtung der Gruppe grundsätzlich geändert hätte. Denn wie gewohnt entführt die deutsch-niederländische Kombination wieder in instrumentale Traumwelten und bezaubert mit einer schier unwirklichen Melodienvielfalt (wie in A Heartbeat Away).

Dabei haben es SUBSIGNAL schon längst geschafft, sich ihre eigene musikalische Identität aufzubauen, ohne deswegen gleich krampfhaft auf größtmögliche Distanz zu ihrer eigenen Vergangenheit zu gehen. Natürlich erinnert die Stimme von Menses an die Großtaten "The Art Of Navigating By The Stars" und "Paramount" und das Gitarrenspiel von Steffen ist nach wie vor ein enges Bindeglied zum SIEGES EVEN-Sound. Aber durch die bewusste Erweiterung des Klangspektrums um einen Keyboarder und das verstärkte Einsetzen von verzerrten Sounds ist genügend Eigenständigkeit enthalten.

Beibehalten haben sie aber diese Tiefe, Zerbrechlichkeit und Schwermut, die auch schon die späten Werke von SIEGES EVEN auszeichnete und die auch ein Album wie "Paraiso" fast schon körperlich erfahrbar macht und eine erstaunliche Nähe zwischen Musikern und Hörern schafft, wie es nicht vielen Bands gelingt. SUBSIGNAL ist mit "Paraiso" erneut ein phantastisches und ihr bisher bestes Progressive Rock-Kunstwerk gelungen, das wieder alle Stärken der Band voll ausspielt. Steffen webt einen Klangteppich, über den Menses nahezu poppige Gesangsmelodien legt. Daraus ergibt sich ein Album, das auch neben den reinen Prog-Aficionados viele Freunde finden sollte.

Marc Langels, 23.09.2013

 

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