Sue Foley

Blues Caravan

"...in der Blues Karawane"


Interview

Reviewdatum: 25.01.2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Sue Foley
"...in der Blues Karawane", Interview

In kurzer Zeit ein zweites Interview mit der kanadischen Bluesk?nstlerin Sue Foley im Hooked on Music? Warum nicht, schlie?lich ist sie ja schon wieder auf einer neuen Tournee. Diesmal im Rahmen der Blues Caravan Tour, zusammen mit Ana Popovic und Candye Kane.
Am Nachmittag vor dem Aschaffenburger Konzert hatte ich die Gelegenheit zu einem kurzen Gespr?ch mit der 36-j?hrigen.

Hooked on Music: Hallo Sue, ich freue mich sehr mit Dir reden zu k?nnen. Wie l?uft denn die Tour bisher?

Sue Foley: Ich denke, sie ist recht erfolgreich, wir spielen vor gut gef?llten S?len und verkaufen auch viele CDs. Wir haben Spa?, es l?uft also ziemlich gut.

HOM: Wessen Idee war die Blues Caravan Tour?

S.F.: Das war Thomas Rufs Idee, der Inhaber von Ruf Records.

HOM: Kanntest du Candye und Ana vorher?

S.F.: Ich kannte Candye, mit ihr habe ich schon getourt. Ana kannte ich nicht nicht pers?nlich, aber ich hatte schon von ihr geh?rt.
(Information am Rande: Sowohl Sue Foley als auch Candye Kane ver?ffentlichten ihr Deb?t-Album beim kleinen texanischen Plattenlabel von Clifford Antone)

HOM: Wie habt Ihr denn die Reihenfolge Eurer Auftritte festgelegt?

S.F.: Ach, das hat Thomas wohl so entschieden und wir haben damit kein Problem.

HOM: F?r Dein letztes Album "Change" hast du verschiedene Auszeichnungen erhalten wie "Acoustic Act Of The Year" und "Female Vocalist Of The Year" (von der "Toronto Blues Society").
.und auch dein Schlagzeuger, Tom Bona, wurde "Drummer of The Year". Was bedeuten Dir diese Preise? Ist das eine Art von Befriedigung?

S.F.: Richtig. Nun, es ist immer sch?n, wenn man die Aufmerksamkeit bekommt und das was man "the approval your peers" nennt (in etwa: Die Anerkennung dazu zu geh?ren). Das ist schon gut, tut ja nicht weh und auch wenn wir Musik nicht aus diesen Gr?nden machen, so hilft es doch definitiv, wenn einen die Leute wahrnehmen und man in der Presse vorkommt.

HOM: Wie w?rdest Du dich beschreiben? Siehst Du dich mehr als S?ngerin oder als Gitarristin?

S.F.: ?hm, ich bin beides. Ich fing zwar haupts?chlich mit der Gitarre an, ich denke, weil ich damit eher erwartete ein Publikum in Stimmung zu bringen, aber ich f?hle mich auch als S?ngerin wohl und auch als Songschreiberin.

HOM: Wie hast Du denn angefangen. Was waren Deine Einfl?sse?

S.F.: Meine Einfl?sse? Nun, mein Vater spielte Gitarre und meine ?lteren Br?der auch. Und nat?rlich bin ich mit 70's Rock'n'Roll aufgewachsen, mit den ROLLING STONES und solchen Bands. Meinen Weg zum Blues habe ich so mit etwa 15 Jahren gefunden.

HOM: Wie ist es mit dem Singen? Wer hat Dich da beeinflu?t?

S.F.: Das waren Leute wie Bessie Smith, Memphis Minnie, Billie Holiday, T-Bone Walker.
Das sind so meine Favoriten als Blues-S?nger.

HOM: Du magst Memphis Minnie, richtig?

S.F.: Oh ja, ich liebe sie.

HOM: Sie war ja eine der ersten weiblichen Bluesk?nstler die eine elektrische Gitarre benutzten. War sie insofern auch ein Einflu??

S.F.: Ja, auf jeden Fall.

HOM: Au?erdem war sie nat?rlich auch eine der S?ngerinnen, die gerne doppeldeutige Texte verwendeten, wie etwa in Bumble Bee Blues. Wenn ich mir Deinen Song Sugar In My Bowl, von Deiner letzten CD anh?re, denke ich Du magst diese Art von "Risqu?-Blues" auch ganz gerne, richtig?

S.F.: Mmh, ja. Ich hab den Song von einem alten Bessie Smith Album, aber ich denke, der Blues ist sowieso grunds?tzlich voller Doppeldeutigkeiten und solcher Sachen. Das ist es, was ihn zu etwas besonderem Macht.

HOM: Wie w?hlst Du denn die St?cke aus, die Du von anderen coverst?

S.F.: Aah, haupts?chlich gehe ich danach, ob ich sie genug liebe und ob ich denke, da? ich sie singen kann. Auch ob ich eine Beziehung zu dem Song oder der Erfahrung die damit verkn?pft ist aufbauen kann und schlie?lich ob ich ihn ?berhaupt gut genug hinkriege.
An eine Menge Sachen, die ich liebe, w?rde ich mich nicht heran wagen, wie an irgendwas von Aretha Franklin oder was ?hnlichem. Im Endeffekt mu? ich das Gef?hl haben, ich kann was eigenes daraus machen.

HOM: Was h?rst Du dir denn zur Zeit so an, eher alte Sachen oder...?

S.F.: Ja eigentlich mehr alte Platten, im Rahmen meiner Studien zu weiblichen Gitarrespielern.

HOM: Legst Du heutzutage mehr Wert auf Deinen Gesang oder Dein Gitarrespiel? Was ?bst Du?

S.F.: Eigentlich ?ber ich gar nicht sonderlich viel. Wenn ?berhaupt, dann arbeite ich etwas an meiner Spieltechnik und an meinem Songwriting.

HOM: Hast Du eine bevorzugte Zeit des Tages um zu arbeiten, Songs zu schreiben?

S.F.: Der Morgen, definitiv. Ich mag es aufzustehen, einen Spaziergang zu machen, einen Kaffee oder Tee zu trinken und dann bin ich bereit. Ich mag es fr?h zu beginnen, das ist meine beste Zeit.

HOM: Als Du in M?nchen mit Fred gesprochen hast, hast Du erw?hnt, Du h?ttest bereits ein komplettes neues Album geschrieben seit den Aufnahmen zu "Change". Was machst Du jetzt mit diesen neuen Songs? Liegen die erst mal in der Schublade, oder spielst Du schon was von ihnen?

S.F.: Nun, ich denke, die werden mein n?chstes Album f?r Ruf Records geben. Ich werde die Anfang Juni fertig machen und wenn sie Thomas - hoffentlich - mag, wird das mein neues Album. Zun?chst konzentriere ich mich immer darauf, die Songs aus dem aktuellen Album zu spielen. Vielleicht mal einen neuen Song. Wenn dann das neue Album rauskommt, fliegt einiges alte raus und es kommen neue Songs dazu. So ?ndert sich praktisch alle 1 ? Jahre mein komplettes Programm und das ist auch gut so, so bleibt es interessant, wird nicht langweilig.
(Anm.: Da kenn ich auch andere Einstellungen dazu...)

HOM: H?rst Du Dir eigentlich deine Alben noch an, nachdem sie ver?ffentlicht wurden?

S.F.: Nein, meine alten Scheiben h?r ich mir eigentlich nicht mehr an. Ich h?re das Album an dem ich arbeite w?hrend des Mixens und der Produktion ausschlie?lich. Aber meine alten Sachen h?re ich nicht mehr an.

HOM: Gibt es irgendwas von dem Du tr?umst, etwas was Du gerne h?ttest oder erreichen w?rdest?

S.F.: Ich m?chte das Buch an dem ich arbeite fertig bekommen. Es geht um die weiblichen Gitarrenspieler und hei?t "Guitar Woman". Wenn Du auf die Seite www.guitarwoman.com schaust, siehst Du was ich bis jetzt fertig habe. Ich mach daf?r eine Serie von Interviews mit Gitarristinnen. So eben von Gitarristin zu Gitarristin - ?ber das Leben, die Musik, alle verschiedenen Arten von Musik, Klassik, Blues, Jazz, Rock...
Das ist so mein Hauptprojekt im Moment und ich lerne auch eine Menge dabei, ?ber Leute wie Elizabeth Cotten etwa und sehr vieles, das heute niemand mehr spielt.
Thomas Ruf m?chte eine Zusammenstellung von diesen weiblichen Gitarrenspielern herausbringen und wird so wohl auch mit an diesem Projekt arbeiten. Alles was ich im Moment mache, dreht sich also mehr oder weniger um dieses Buch.

HOM: Macht Ihr eigentlich irgendwelche Live-Aufnahmen auf dieser Tour?

S.F.: Nein, wir nehmen nicht auf. Ich glaube Thomas macht eine Live-DVD von Ana Popovic am Ende der Tour und er macht ein paar Aufnahmen von uns, um halt was zu haben, aber richtig aufnehmen tun wir nichts.

HOM: Gut, dann bedanke ich mich f?r das Gespr?ch und w?nsche Dir einen guten Auftritt heute Abend.

S.F.: War es in Ordnung, ja? Vielen Dank auch.

Epi Schmidt, 25.01.2005

 

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