Sun Domingo

Songs For End Times


CD-Review

Reviewdatum: 01.05.2011
Jahr: 2011
Stil: Art Rock

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Sun Domingo Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Sun Domingo
Songs For End Times, Glassville Records, 2011
Kyle CorbettGesang & Gitarre
Edgel GrovesGitarre
Daniel GordonBass
Richhie TorranceSchlagzeug
Gastmusiker
Steve HogarthGesang & Keyboards (Till Then We Wait)
Adrian BelewGitarre (For Only You)
John WesleyGitarre (Mad Maze)
Bruce SoordGitarre (Love Is All Around You)
Produziert von: Bruce Soord & Sun Domingo Länge: 47 Min 08 Sek Medium: CD
01. The Last Sunrise07. Call
02. Bound By These Rings08. Till Then We Wait
03. For Only You09. Find A Way Out
04. Anymore10. Meditation
05. It's Happening Now11. Love Is All Around You
06. Mad Maze12. It's Happening Now (Acoustic)

Haben wir das Ende der Zeit bereits erreicht? Hoffentlich nicht, aber wenn doch, dann liefern SUN DOMINGO mit “Songs For End Times“ den passenden Soundtrack dafür. Dabei handelt es sich nicht um Prog-Rock im traditionellen Sinne, sondern vielmehr um Art Rock, der ohne spieltechnische Höhepunkte oder aber komplizierte Rhythmen-Wechsel auskommt, aber dennoch einem höheren Anspruch stets genügt.

Allerdings besonders schwermütig sind die Lieder für das Ende der Zeit gar nicht. Ok, sie sind vielleicht auch nicht gerade nach dem R.E.M.-Motto Shiny Happy People, aber dieses herannahende Ende, das „Was-habe-ich-aus-meinem-Leben-gemacht“-Feeling stellt sich bei den insgesamt zwölf Songs (wobei das erste Stück eher eine Art Lautmalerei und Intro ist) nicht ein. Hier wird nicht lamentiert, sondern vielmehr sinniert. Dazu passt diese Musik zwischen ganz leichten Prog-Anleihen à la PINK FLOYD, PORCUPINE TREE und PINEAPPLE THIEF oder auch MARILLION mit einem Hauch Jazz-Freiheit.

Was der Band auch hörbar gut getan hat, ist die Verpflichtung von Sänger und Gitarrist Kyle Corbett. Er bereichert den Sound mit der zweiten Gitarre und verfügt zudem über die richtige Stimme, um den gefühlvollen Texten den nötigen Ausdruck zu verleihen. Gepaart mit den wundervollen Melodien, die SUN DOMINGO schon vorher hatten, ergibt sich nun ein noch stimmigeres Bild der Band. Auch wenn manches Lied einen Tick zu gleichförmig ist und sich dadurch manchmal ein etwas monotoner Eindruck entwickelt, aber jedes der Stücke für sich genommen ist einfach gelungen.

Dabei wirkt die Musik der Band eher typisch europäisch und SUN DOMINGO klingen eher kein bisschen amerikanisch. Dabei stammt die Band aus Atlanta, also dem Süden der USA. Aber diese Einflüsse sucht man hier vergeblich. Insofern liest sich auch die Gästeliste auf “Songs For End Times“ wie ein Who-is-Who des europäischen Prog. Zum einen gibt sich Steve Hogarth von MARILLION die Ehre auf einem der Songs mitzusingen. Zudem tragen Adrian Belew (KING CRIMSON), John Wesley (PORCUPINE TREE) und Bruce Soord (PINEAPPLE THIEF) Gast-Passagen zu einigen der Songs bei.

SUN DOMINGO verstehen Progressivität nicht als Leistungssport, sondern suchen darin nach ihrer ureigenen Ausdrucksform. Das kann man auch als independent oder alternativ bezeichnen, aber es ist vor allem eines: gute Musik. Mit “Songs For End Times“ dürften SUN DOMINGO sicherlich ihren Bekanntheitsgrad deutlich ausweiten und viele neue Anhänger finden. Es bleibt nur zu hoffen, dass dies vielleicht doch noch nicht das Ende ist.

Tim C. Werner, 30.04.2011

 

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