Supersonic Blues Machine

West Of Flushing, South Of Frisco


CD-Review

Reviewdatum: 16.02.2016
Jahr: 2016
Stil: Blues

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Redakteur(e):

Marc Langels


Supersonic Blues Machine
West Of Flushing, South Of Frisco, Mascot Label Group, 2016
Lance LopezGesang & Gitarre
Fabrizio GrossiBass
Kenny AronoffSchlagzeug
Gastmusiker
Billy F. GibbonsGesang & Gitarre
Warren HaynesGesang & Gitarre
Walter TroutGesang & Gitarre
Robben FordGesang & Gitarre
Eric GalesGesang & Gitarre
Chris DuarteGesang & Gitarre
Produziert von: Supersonic Blues Machine Länge: 55 Min 48 Sek Medium: CD
01. Miracle Man08. Ain't No Love (In The Heart Of The City)
02. I Ain't Fallin' Again09. Nightmares And Dreams
03. Running Whiskey10. Can't Take It No More
04. Remedy11. Whiskey Time (Running Whiskey Extended Ending)
05. Bone Bucket Blues12. Let's Call It A Day
06. Let It Be13. Watchagonnado
070. That's My Way

"Gut Ding will Weile haben" - das zumindest besagt ein altes deutsches Sprichwort. Das dürfte zwar den Machern der SUPERSONIC BLUES MACHINE kaum geläufig sein, aber das bedeutet noch lange nicht, dass es nicht auch hier seine Anwendung finden kann. Denn die Ursprünge dieses All-Star-Projekts gehen auf das Jahr 2012zurück, als der Gitarrist und Sänger Lance Lopez auf Produzent und Bassist Fabrizio Grossi traf. Die Beiden verstanden sich auf Anhieb menschlich und musikalisch hervorragend und beschlossen, eine gemeinsame Band zu machen.

Als passenden dritten Mann entschied man sich für Kenny Aronoff am Schlagzeug, der sich in seiner mehr als 30-jährigen Karriere einen Namen durch seine Arbeit für so unterschiedliche Künstler wie John Cougar-Mellencamp, Iggy Pop, Joe Cocker, SMASHING PUMPKINS oder auch als Live-Drummer für CHICKENFOOT gemacht hatte. Zusammen erarbeitete man das Grundgerüst für das Debüt. Von Anfang an aber schwebte den Musikern vor, das Album wie in den 1960ern zu produzieren, Vorbild waren dabei insbesondere die ROLLING STONES, bei denen damals immer wieder prominente Gäste im Studio vorbeischauten und einen Beitrag zum Werk leisteten. Um dies in der Gegenwart umzusetzen, kamen der SUPERSONIC BLUES MACHINE die Connections ihres produzierenden Bassisten zugute. So gelang es, prominente und vielgefragte Musiker wie Billy F. Gibbons (ZZ TOP), Warren Haynes (GOV’T MULE), Walter Trout oder Robben Ford sowie Eric Gales und Chris Duarte ins Studio zu locken.

Herausgekommen ist dabei ein Blues-Album der Spitzenklasse, bei dem es an allen Ecken und Enden vibriert und das den Hörer so schnell nicht aus seinem Bann entlässt. Die Gastmusiker sind dabei natürlich das Salz in der Suppe. Denn sie sorgen sowohl spiel- als auch gesangstechnisch für die nötige Abwechslung und bringen anders schillernde Kolloraturen ein, die ein Werk nur mit Lopez am Mikro und den sechs Saiten nicht aufweisen könnte. Und so klingt insbesondere Running Whiskey so, als wäre es mit Gibbons im Hinterkopf komponiert worden. Aber auch das leicht funkige That's My Way mit Chris Duarte gehört ebenso zu den Highlights des Albums wie das etwas härtere und düsterere Nightmares And Dreams, bei dem Eric Gales mitwirkte.

Um für Höhepunkte zu sorgen benötigt die SUPERSONIC BLUES MACHINE jedoch nicht unbedingt Verstärkung von prominenten Mitstreitern, das bekommt sie unter anderem in der himmlischen Version des Bobby Bland-Klassikers Ain't No Love (In The Heart Of The City) schon ganz alleine hin. Dies ist eine Version, wie sie wohl auch David Coverdale und seine WHITESNAKE gerne noch einmal so gefühlvoll hinbekommen wollten. Dabei brilliert Lopez sowohl als sehr einfühlsamer Sänger aber insbesondere auch mit seiner Gitarrenarbeit. Besonders viele Seele erhält die Interpretation dabei durch den Einsatz der Background-Sängerinnen, die dem Stück ein wenig einen BLACK CROWES-Touch à la Remedy verleihen.

Dreizehn superbe Kompositionen sind der Band auf diesem Debüt gelungen, das jedem Blues-Fan die Tränen in die Augen treiben dürfte. Spielfreude, Leidenschaft, Kreativität und jede Menge Seele vereinen sich hier zu einem großen Ganzen, dem man die Freude zu jeder Sekunde anhören kann. Hier war jeder beteiligte Musiker mit 101 Prozent Begeisterung bei der Sache und wollte sein Bestes zum Gelingen beitragen. Und das ist ihnen auch die rundherum gelungen. "West Of Flushing, South Of Frisco" ist ein Album, von dem man kaum genug bekommen kann. Und da kann man nur feststellen, dass es eben manchmal so ist, dass gut Ding eben Weile haben will.

Marc Langels, 16.02.2016

 

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