Suzi Quatro

Your Mamma Won't Like Me

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.06.2012
Jahr: 2012
Stil: Glam/Funk Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Suzi Quatro
Your Mamma Won't Like Me, EMI Music, 2012 (1975)
Suzi QuatroLead Vocals, Bass Guitar
Len TuckeyGuitar & Backing Vocals
Alastair McKenzieKeyboards & Backing Vocals
Dave NealDrums & Backing Vocals
Special Guests:
Chris Mercer, Mick Eve, Steve GregoryTenor Saxes
Bud BeadleBaritone Sax
Ron CarthyTrumpet
Sue & Sunny, Patti QuatroAdditional Backing Vocals
Produziert von: Mike Chapman Länge: 46 Min 52 Sek Medium: CD
01. I Bit Off More Than I Could Chew09. You Can Make Me Want You
02. Strip Me10. Michael
03. ParalysedBonus Tracks:
04. Prioner Of Your Imagination11. Peter Peter
05. Your Mamma Won't Like Me12. Red Hot Rosie
06. Can 't Trust Love13. I May Be Too Young
07. New Day Woman14. Don't Mess Around
08. Fever

Das war damals noch keineswegs üblich, dass ein junges Mädel in Lederklammotten über die Bühne hüpfte und - für damalige Zeiten - harte Rockmusik machte. Und dazu noch BASS spielte! Seit Entstehung der Menschheit waren die dicken Saiten groben oder zumindest starken Männerfingern vorbehalten. Mädchenhafte Protestsängerinnen mit Akustikgitarre oder auch mal am Klavier, ja, das ging schon, aber so ein Vamp?! Den Reißverschluss des Overalls womöglich noch etwas zu weit offen und mit einer richtig frechen und offensiven Art. Das drückte das Cover zu diesem, ihrem dritten Album aus und das unterstrich auch der Titel des Albums: "Your Mama Won't Like Me"! Genau das war von jener, was die pubertierenden Jugendlichen hören wollten. Nichts schlimmer, als wenn die Eltern die Musik mögen, die man selber hört.
Optisch war also der Weg bestens bereitet, intern passte man auf, dass die Beziehung zu ihrem Gitarristen nicht zu öffentlich wurde und musikalisch lag man voll im Trend. Wir sprechen schließlich von der großen Zeit des "Glam Rock" - Anfang bis Mitte der 70er -, als Bands wie SLADE und SWEET zum Höhenflug ansetzten. Da passte das "S" von Suzi perfekt dazu.

Leider hatte sich einer ihrer beiden Hauptsongschreiber und -produzenten mittlerweile ins sonnige Kalifornien abgesetzt und sog dort den aufkommenden Funk und den Dance-Groove auf, ja war gar so begeistert, dass dieses Album eine komplette Richtungsänderung erfuhr.
Entsprechend ist hier praktisch jeder Song voller pulsierender Disco-Rhythmen mit ordentlich Bläserunterstützung und funky Keyboard- und Gitarrensounds. Die Single I Bit Off More Than I Could Chew hat da - nicht zuletzt durch die immer noch raue Rock-Shouter-Stimme der Detroit-Lady - schon noch Feuer und Drive und klingt auch nach Glam, aber der Funky-Groove ist halt doch eher was für die Tanzabteilung.
Es finden sich, wie in Paralysed, auch immer mal ein paar kreischende Lead-Gitarren, aber man sollte sich keine allzu großen Hoffnungen machen, letztlich ist doch praktisch alles mit diesem funky Stevie-Wonder-Beat unterlegt.
Im Falle von Prisoner Of You Imagination langsamer - wie das später auch mal in ähnlicher Form bei den STONES vorkam -, bei der Coverversion von Fever sehr atmosphärisch oder bei You Can Make Want You direkt mal richtig rockig, mit fetter Orgel im Hintergrund und da direkt sehr nahe am "alten" Stil, nur dass es nicht so recht aus den Startlöchern kommt.

Mit dem nahezu folkigen Michael gelang es Suzi dann tatsächlich mal, eine selbst verfasste Nummer auf die A-Seite einer Single zu bringen, wo ihr angesichts der Hits von Chinn und Chapman immer nur die B-Seiten vorbehalten waren. Der Song war nicht der große Hit, wohl viel zu melancholisch, aber in Europa und vor allem in Deutschland hielten die Fans Suzi Quatro (noch) die Treue.
Als Bonus-Tracks sind hier ein paar Single-B-Seiten enthalten. Red Hot Rosie erinnert - als B-Seite von I Bit Off More Than I Could Chew - wieder erfreulich an den bewährten Stil und mit I May Be Young ist die Single enthalten, die dann auch wieder ins alte Fahrwasser führte. Klingt zwar stark nach SWEETs Turn It Down, aber das wollen wir in dem Fall mal nicht so genau nehmen. Ihre Funk-Zeit war jedenfalls mit diesem Album gleich wieder beendet und es ging wieder "aus einem anderen Fässle".
Wer seinen Glam-Horizont erweitern möchte oder seine Sammlung vervollständigen, kann hier zuschlagen, der Fan ihrer Singles vor 1975 legt sich besser eine entsprechende Compilation zu.

Epi Schmidt, 05.06.2012

 

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