SWMRS

Drive North


CD-Review

Reviewdatum: 30.04.2017
Jahr: 2017
Stil: Alternative, Punk

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Redakteur(e):

Marc Langels


SWMRS
Drive North, Warner Music, 2017
Cole BeckerGitarre & Gesang
Max BeckerGitarre & Gesang
Joseph ArmstrongSchlagzeug
Sebastian MuellerBass
Produziert von: Zac Carper Länge: 45 Min 59 Sek Medium: CD
01. Harry Dean08. Miley
02. BRB09. D'you Have A Car?
03. Miss Yer Kiss10. Hannah
04. Turn Up11. Silver Bullet
05. Figuring It out12. Drive North
06. Ruining My Pretending13. Palm Trees
07. Uncool14. Lose It

Manches Mal kann ein großer Name Segen und/oder Fluch sein – ganz egal in welchem Bereich des öffentlichen Lebens, ob im Sport oder in der Musik. So dürfte es auch Joey Armstrong gehen, dem Sohn von GREEN DAY-Frontmann Billy Joe Armstrong, der mit seiner Band SWMRS gerade das Debüt-Album “Drive North“ vorgelegt hat (wobei hier erwähnt sei, dass die Band nahezu in der gleichen Besetzung schon als EMILY’S ARMY aktiv war und drei LPs veröffentlichte). Zum einen dürfte die Verbindung zu den Punk-Superstars einige Türen im Geschäft öffnen, auf der anderen Seite ist der Schatten schon ein besonders großer, aus dem es herauszutreten gilt. Noch schwieriger wird die Situation aber dann, wenn zudem noch das Rolling Stone-Magazin die Band hochpreist und konstatiert, dass SWMRS „den Sound des Hier & Jetzt definieren“.

Wenn man sich dann die CD anhört, dann kann man die ganze Aufregung denn auch wirklich nicht verstehen. Auch nicht, warum das Werk nur ein Jahr nach seinem ursprünglichen Erscheinen denn schon ein zweites Mal – erweitert um die beiden abschließenden Songs Palm Trees und Loose It - veröffentlicht werden musst. Denn was man hier serviert bekommt, das ist eine Mischung aus Alternative Rock mit Punk, die es in den 1990er Jahren bereits mehrfach – und dann in besserer Form gab, wie etwa bei BLUR oder den BREEDERS – oder wenn man nur zehn Jahre zurückgeht von den ALL AMERICAN REJECTS. Sicherlich, hier kommt noch einige spacige Effekte dazu, wie etwa beim Opener Harry Dean, aber besonders mitreißend oder eingängig sind die Songs eigentlich nicht ausgefallen.

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Photo-Credit: zur Verfügung gestellt von Oktober Promotion

Schwierig ist es für die Band aus meiner Sicht auch deswegen, weil sie sich so zielgenau zwischen alle musikalischen Stühle setzen und dabei eben keinen der Geschmäcker wirklich passgenau bedienen. Auch sind manche Kompositionen wie etwa Turn Up oder Ruining My Pretending einfach nur sehr belanglos ausgefallen - und das bei gerade einmal zweieinhalb Minuten Spielzeit. Aber es ist wirklich so, dass einem nicht gerade viele wirklich überzeugende Argumente für das Debüt der SWMRS einfallen, denn in den besten Momenten klingen die Kompositionen wie die unzähliger anderer gutklassiger Bands auch.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, das Album ist nicht schlecht, aber eben auch weit davon entfernt, auf irgendeine Art und Weise „neu“ oder „aufregend“ zu sein – und wenn das der „Sound für das Hier & Jetzt“ ist, dann darf man mich gerne als Old-School bezeichnen. Fünf bis sechs der Nummern gefallen mir ganz gut, das wären unter anderem und ins besondere Harry Dean, Brb, Miss Yer Kiss, Miley und dem Titeltrack aber mindestens ebenso vielen kann ich hingegen rein gar nichts abgewinnen. Insofern bleibt ein höchst durchschnittliches Album übrig.

Marc Langels, 28.04.2017

 

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