Sylvan

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CD-Review

Reviewdatum: 20.02.2015
Jahr: 2015
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Sylvan
Home, Gentle Art Of Music, 2015
Marco GlühmannGesang
Matthias HarderSchlagzeug
Sebastian HarnackBass
Volker SöhlKeyboards
Gastmusiker
Jonathan BeckGitarre
Produziert von: Sylvan Länge: 77 Min 00 Sek Medium: CD
01. Not Far From The Sky07. Sleep Tight
02. Shaped Out Of Clouds08. Off Her Hands
03. In Between09. Shine
04. With The Eyes Of A Child10. Point Of No Return
05. Black And White11. All These Years
06. The Sound Of Her World12. Home

Neben RPWL aus Bayern gehören die Nord-Deutschen SYLVAN wohl zur Speerspitze des deutschen symphonischen Progressive Rock. Seit dem Erscheinen ihres Debüt-Albums “Deliverance“ im Jahr 1999 haben sie sich mit acht Studio- sowie der Live-CD “Leaving Backstage“ und der dazugehörigen Live-DVD eine treue Fan-Gemeinde erarbeitet, die sie konsequent mit qualitativ hochwertigem Material verwöhnen, das musikalisch Parallelen zu den Briten MARILLION, alten GENESIS und auch PINK FLOYD aufzeigt. Dabei klingen SYLVAN jedoch nie wie ein Abklatsch.

Das ändert sich auch auf ihrem neuesten und neunten Studio-Werk nicht. “Home“ ist vielmehr – trotz etwa “Posthumous Silence“ – das vielleicht beste Werk der Band geworden: vielschichtig, abwechslungsreich, dennoch eingängig, emotional aufwühlend und begeisternd. Musikalisch brennt die Band ein Feuerwerk der Kreativität ab, von ausufernden Keyboard-getragenen Parts bis hin zu den möglicherweise härtesten Eruptionen, die SYVAN in ihrer Karriere bisher vielleicht gezeigt haben, es ist alles dabei. Ebenso ein paar einfach nur großartige Gesangspassagen von Marco Glühmann, der die Emotionalität der Geschichte mehr als nur einmal sehr glaubhaft rüberbringt.

Inhaltlich beschäftigt sich “Home“ mit der Suche des Individuums nach Geborgenheit und der Frage, was ist und bedeutet Heimat? Dabei begleiten die Texte eine Protagonistin – vielleicht die junge Dame vom Cover? - bei ihrer Suche nach Wahrheit aber auch dabei, wie sie Erinnerungen aus ihrer Kindheit wiederentdeckt. Das klingt wie eine emotionale Achterbahnfahrt aus Ängsten, Zweifeln, Hoffnungslosigkeit aber auch Neugier und die immer wieder entstehende Hoffnung, ohne die man nicht leben kann, und eine solche turbulente Reise ist es auch – immer eingebettet in die entsprechende musikalische Untermalung.

Das klingt nicht nach Musik zum Nebenbeihören, oder? Das ist es auch nicht. SYLVAN liefern hier ihr musikalisch anspruchsvollstes Werk. Und gleichzeitig wohl auch ihr bislang bestes Werk, denn sowohl die musikalische als auch die konzeptuelle Seite wissen hier vollkommen zu überzeugen. Es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn man dieses Album mit einem Konzept-Meisterwerk wie etwa “Scenes From A Memory“ von DREAM THEATER vergleicht. Wobei ich dabei gleich gestehen will, dass mir persönlich das Werk der Deutschen besser gefällt, denn trotz Komplexität und Vielschichtigkeit bleiben die Songs von SYLVAN immer noch ein- und zugängig. Dieses Album muss man als Progressive-Fan einfach besitzen, keine Diskussion.

Marc Langels, 18.02.2015

 

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