Talisma

Quelque Part


CD-Review

Reviewdatum: 15.12.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Michael Koenig


Quelque Part, Unicorn Digital, 2008
Donald FleurentBass, Electric Guitar, Acoustic Guitar, Syntehsizer, Mellotron
Mark Di ClaudioDrums
Martin VanierElectric Guitar
Florence BélangerVocals, Piano
Marc FiliatraultAcoustic Guitar, Electric Guitar
Alain BoyerDrums
Guest
Lauren BélecElectric Guitar on Track 09
Produziert von: Donald Fleurent Länge: 43 Min 24 Sek Medium: CD
01. Introssimo06. L' Aube
02. Basse De Fou07. Od
03. Ibliss08. Astromuz
04. Iseult09. Modale
05. Quelque Part10. Cassiopeia

1993 gründete Donald Fleurent TALISMA. Bereits im Jahr darauf veröffentlichte die Gruppe aus Kanada ihr erstes Demo mit dem schlichten Titel '1994'. Die zweite Produktion der Band, '1999', entstand unter Mitwirkung der Jazzmusiker Alain Boyer am Schlagzeug und Lauren Bélec an der Stromgitarre und bot eine interessante Mixtur verschiedener Musikstile und Arrangements. Kurze Zeit später lösten sich TALISMA dann leider, wegen der allseits so beliebten musikalischen bzw. künstlerischen Differenzen, offiziell auf. Um die Jahrtausendwende tat sich Fleurent mit zwei neuen Musikern, nämlich Martin Vanier (elektrische Gitarre) und Mark Di Claudio (Schlagzeug) zusammen. Als Trio, in dem jedes Mitglied genügend eigenen künstlerischen Freiraum hatte, um sich zu entfalten, erlebte TALISMA die Wiedergeburt wuchs erneut zu einer musikalischen Einheit zusammen. Die hervorragende Chemie zwischen den drei Persönlichkeiten, der tiefe gegenseitige Respekt in Kombination mit ihrer großen Erfahrung und ausgeprägtem musikalischen Können ermöglichte ihnen problemlos eine äußerst effiziente Zusammenarbeit. 2003 veröffentlichten die drei Herren 'Corpus', ein rein instrumentales Album, das in zwei Nummern sogar weiblichen Scatgesang bietet. Der Hörer wird auf eine Reise durch fast jeden nur vorstellbaren Musikstil, egal ob Rock, Jazz, Latin, Klassik und unterschiedlichste ethnische Einflüsse mitgenommen. Außerdem brachte ihnen das Werk einen Plattenvertrag mit Unicorn Digital ein. Anno 2005 erschien dann der zweite Longplayer 'Chromium'.

'Quelque Part' ist der dritte Streich in Albumformat aus dem Hause TALISMA. Neben Fleurent, Vanier und Di Claudio sind an den Aufnahmen zu der Platte Florence Bélanger (Gesang, Piano), Marc Filiatrault (akustische und elektrische Gitarre), sowie der bereits beim zweiten Demo in Erscheinung getretene Alain Boyer beteiligt. Der ebenfalls schon auf '1999' zu hören gewesene Lauren Bélec ist hier lediglich als Gastmusiker bei einem Track mit von der Partie.

Dass hier ausschließlich erstklassige und äußerst erfahrene Musiker am Werk sind, wird schon nach den ersten Tönen deutlich. TALISMA erschaffen aus Prog (Pop) Rock, wie ihn GENESIS in der Post-PETER GABRIEL/STEVE HACKETT-Ära praktiziert haben, (echten) progressiven Klängen, Instrumental- und Vokal-Jazz-Improvisationen, rockigen Elementen, Folkanteilen, Chansonatmosphäre und Latinsounds einfach wunderbar harmonische, eingängige, manchmal auch verschrobene und spannende Klanglandschaften. Selbst vor dem Einsatz maschineller Töne schrecken sie nicht zurück. Halten sich dabei jedoch erfreulicherweise zurück. Das Tempo variieren die Kanadier je nach Bedarf von langsam bis schnell, wenn es sein muss, auch innerhalb der Stücke.

Zum Reinhören empfehle ich Ibliss, ein etwas schräges Instrumental mit Samples und Loops, sowie Klassiksounds, Stimm-, und Geräuscheffekten, Iseult, ein flotter Jazz Prog-Rocker mit avantgardistischer Note, Quelque Part, ein flottes jazziges Stück mit Chansonnote, L'Aube, ein rockiges, progressives und gitarrenlastiges Instrumental mit einem abrupten Ende, Od, ein temporeiche, sogar leicht thrashiger, progiger, dann wieder ruhiger, stellenweise irgendwie schräger, aber dennoch eingängiger Track, Modale, ein flottes, jazziges Instrumental und Cassiopeia, ein Prog Rock, Jazz und Folk vereinendes Instrumental, das zwei mal für jeweils einige Sekunden unterbrochen wird, was für unnötige Längen sorgt.

TALISMA haben mit 'Quelque Part' eine insgesamt sehr interessante Mixtur aus unterschiedlichen Stilrichtungen kreiert, die jedem Vergnügen bereiten sollte, der sich auch mal abseits der ausgetretenen musikalischen Pfade bewegen möchte.

Michael Koenig, 15.12.2008

 

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