Tall Stories

Skyscraper

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.01.2009
Jahr: 2009

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Redakteur(e):

Marc Langels


Skyscraper, Frontiers Records, 2009
Steve AugeriGesang
Jack MorerGitarre
Kevin TotoianBass
Tom DeFariaSchlagzeug
Gastmusiker
Bobby RondinelliSchlagzeug
Produziert von: Jack Morer Länge: 50 Min 36 Sek Medium: CD
01. Tomorrow07. No Justice
02. Clementine08. Eternal Light
03. Original Sin09. Stay
04. All Over The World10. You Shall Be Free
05. Pictures Of Summer11. Superman
06. River Rise

Das Debüt von TALL STORIES liegt nun schon 18 Jahre zurück und nun kommt endlich das zweite Werk dieser Band auf den Markt. Das hat natürlich vor allem mit dem Sänger zu tun, denn der heißt in diesem Fall Steve Augeri und dürfte vor allem Fans von TYKETTO und JOURNEY bestens bekannt sein. Denn in diesen beiden Bands war Augeri tätig, nachdem der Durchbruch mit TALL STORIES ausblieb. Bei TYKETTO ersetzte er den auf Solo-Pfaden wandelnden Danny Vaughn und bei JOURNEY übernahm er die unangenehme Aufgabe Ur-Sänger Steve Perry am Mikrofon abzulösen. Mit beiden Bands nahm Augeri sehr gelungene Alben auf. TYKETTO wurden dann aber von der Grunge-Welle verschluckt, ehe sie noch richtig durchstarten konnten. Bei JOURNEY wurde er auf Grund einer Kehlkopferkrankung ausgemustert.

Nun also wieder TALL STORIES, die Band bei der vor 18 Jahren alles angefangen hatte. Wer aber auf "Skyscraper" AOR der Marke JOURNEY erwartet, wird entweder positiv oder negativ überrascht. Denn TALL STORIES haben nichts Bombastisches in ihrem Sound. Hier werden nicht durch die Keyboards alle Lücken im Gefüge geschlossen und große Bilder projiziert. Auf "Skyscraper" rocken Gitarre, Bass und Schlagzeug einfach drauflos - und Augeri legt eine sehr gute Gesangleistung darüber und beweist damit, dass er nach seiner Erkrankung wieder "voll bei Stimme ist" .

Aber auch die anderen Musiker waren in der Vergangenheit nicht untätig und haben bereits mit so unterschiedlichen Musikern wieder Edgar Winter, Joe Cocker oder der COMPANY OF WOLVES zusammengearbeitet. Und diesen breit gefächerten musikalischen Background merkt man TALL STORIES durchgängig an. Hier werden Rock, Blues, Pop, Funk und ein wenig Soul zusammengeworfen und zu einem überraschend stimmigen Ganzen verarbeitet.

Gerade mit einem Song wie etwa River Rise dürften Anhänger von JOURNEY so ihre Probleme haben. Denn hier rocken TALL STORIES sehr roh und unverblümt drauflos und nicht nur Augeris Stimme ähnelt dabei stellenweise SOUNDGARDENs Chris Cornell. Hier kommt auch Gast-Drummer Bobby Rondinelli (unter anderem RAINBOW, BLACK SABBATH, BLUE ÖYSTER CULT, QUIET RIOT) zum Einsatz. Dennoch geht der Song direkt ins Ohr und gehört ganz klar zu den Highlights des Albums.

Weitere Anspieltipps sind Clementine, bei dem ganz klare Anklänge an KING'S X zu hören sind. So hätte dieser Song sicherlich auch gut auf deren Alben "Manic Moonlight" oder "Tape Head" gepasst.< Aber natürlich kommen auch die Freunde von TYKETTO bei "Skyscraper" auf ihre Kosten: Stay ist ein toller straighter Rock-Song, der ein Album wie "Shine" durchaus bereichert hätte. Auch der leichte Südstaaten-Swamp-Blues von You Shall Be Free weiß mit leichtem Stage-Piano-Einschlag und Gospel-Chor zu überzeugen. Als Bonus auf der European Edition (waren das noch Zeiten, als es eine Version für die ganze Welt gab) gibt es noch den gelungenen Slow Blues Superman, der sich immer weiter steigert und so einen fabelhaften Abschluss für das Album bildet.

Produziert wurde "Skyscraper" von Gitarrist von Jack Morer, was auch erklärt, warum die Gitarre im Gesamtsound deutlich dominiert. Dabei klingt das Werk vom Sound her ungefähr so wie die Solo-CD "Traveller" von Danny Vaughn (dem ehemaligen TYKETTO-Sänger), wobei mir im direkten Vergleich die TALL STORIES dann eindeutig besser gefällt. Insgesamt ist TALL STORIES ein Album voller Herzblut gelungen, dem man ständig anmerkt, dass sich hier vier befreundete Musiker nach langer Zeit wieder zusammengetan haben um aus Freude an der Musik ein Album einzuspielen. Denn wenn sie es auf die schnelle Kohle abgesehen hätten, wäre wohl Musik à la JOURNEY herausgekommen. Und diese Freude an der Musik merkt man "Skyscraper" in jeder Sekunde an.

Marc Langels, 24.01.2009

 

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