Tarja

Luna Park Ride


CD-Review

Reviewdatum: 20.05.2015
Jahr: 2015
Stil: Symphonic Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Tarja
Luna Park Ride, ear Music, 2015
Tarja TurunenGesang
Thomas HeinzSchlagzeug
Christian KretschmarKeyboards
Kevin ChownBass
Alex ScholppGitarre
Max LiljaCello
Produziert von: Tarja Turunen Länge: 137 Min 57 Sek Medium: CD
CD 1: Luna Park RideCD 2: Bonus Tracks
01. Dark Star01. In For A Kill (Masters Of Rock/Czech Republic 2010)
02. My Little Phoenix02. I Walk Alone (Masters Of Rock/Czech Republic 2010)
03. The Crying Moon03. Archive Of Lost Dreams (Masters Of Rock/Czech Republic 2010)
04. I Walk Alone04. Crimson Deep (Masters Of Rock/Czech Republic 2010)
05. Falling Awake05. I Feel Immortal (Summer Breeze/Germany 2011)
06. Signos06. The Siren (Summer Breeze/Germany 2011)
07. Little Lies07. Until My Last Breath (Summer Breeze/Germany 2011)
08. Underneath08. 500 Letters (Ekaterinburg/Russia 2014)
09. Stargazers09. Damned & Divine (Ekaterinburg/Russia 2014)
10. Ciaran's Well10. Neverlight (Ekaterinburg/Russia 2014)
11. In For A Kill11. Anteroom Of Death (Wacken Open Air/Germany 2014)
12. Where Were You Last Night/Heaven Is A Place On Earth12. Never Enough (Summer Breeze/Germany 2014)
13. Die Alive13. Die Alive (Summer Breeze/Germany 2014)
14. Until My Last Breath14. Victim Of Ritual (Summer Breeze/Germany 2014)
15. Wishmaster

Nach ihrem Aus bei NIGHTWISH war Sängerin Tarja Turunen wirklich sehr aktiv und kann den Output ihrer Ex-Band – zumindest quantitativ – locker toppen. Neben den diversen Studio-Werken hat die Finnin auch mittlerweile ein echtes Faible dafür entwickelt, den Fans die Wartezeit zwischen den neuen Oeuvres durch Live-Alben zu verkürzen. Das neueste hört auf den Titel “Luna Park Ride“ und wurde eben dort in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires mitgeschnitten, wo zuvor auch schon die Kollegen von DREAM THEATER ein beeindruckendes Werk hatte aufzeichneten.

Dabei vertraut die Sopranistin insbesondere auf die Stärke ihrer eigenen Stücke. Das dankbare Publikum frisst ihr bei Nummern wie Dark Star, The Crying Moon oder I Walk Alone durchaus aus der Hand. Das ist auch kein großes Wunder, denn Turunen war an diesem Abend ganz offensichtlich prima bei Stimme. Und mit dem auf Spanisch vorgetragenen Signos hat sie die Gauchos dann spätestens vollends auf ihrer Seite. Und dennoch sind es dann doch die beiden „Rausschmeißer“ Until My Last Breath und Wishmaster, die das südamerikanische Temperament besonders zum Brodeln bringen.

Aber bei einer einzelnen Live-CD wollte es Tarja dann offenbar doch nicht belassen und machte sich daran, ihr Archiv nach besonderen Aufnahmen für die Bonus-CD zu durchsuchen. Natürlich wurde sie auch fündig. Dazu gehören zum einen der Mitschnitt vom 2010er Masters Of Rock-Festival in der Tschechischen Republik, bei dem Turunen von einem Philharmonie Orchester begleitet wurde und die Songs In For A Kill, I Walk Alone, Archive Of Lost Dreams sowie Crimson Deep, die natürlich von der zusätzlichen Power und dem natürlichen Sound der Musiker profitieren.

Auch der Auftritt beim 2011er Summer Breeze Festival in Mittelfranken wird mit drei Stücken berücksichtigt. I Feel Immortal und The Siren gehören dabei zu den bisher nicht so häufig gespielten Nummern, die dadurch für die Fans als Live-Version sicherlich besonders interessant sind. Dasselbe kann man natürlich nicht über den Gassenhauer Until My Last Breath sagen, der aber auch hier wieder für jede Menge Stimmung sorgt. Später kommen dann noch einmal drei Lieder Never Enough, Die Alive und Victim Of Ritual von der 2014er Ausgabe des Festivals dazu.

Ebenfalls drei Lieder hat Turunen von einem Gig im vergangenen Jahr in Jekaterinburg ausgewählt. Dabei wartet die Band mit 500 Letters, Damned & Divine sowie Neverlight auf, bevor es mit Anteroom Of Death vom Wacken Open Air 2014 ein besonderes Bonbon gibt, denn bei dem Auftritt wurde Turunen von den deutschen A Capella-Metallern VAN CANTO stimm-technisch und vor allen Dingen –kräftig unterstützt. Insgesamt betrachtet also wirklich eine beeindruckende Ansammlung an klanglich auch absolut überzeugenden „Bonus“-Tracks, die sicherlich für einige Fans der eigentliche Anreiz für den Erwerb der Doppel-CD sein werden.

In gewisser Weise erinnert mich Tarja an Udo Dirkschneider: sie liefern tolle Konzerte, bei denen die Zuschauer aber doch zumeist auf den Zugabenteil warten, in dem dann zumeist die großen Hits ihrer Ex-Bands NIGHTWISH (beziehungsweise bei U.D.O. dann von ACCEPT) geboten werden, die dann den frenetischsten Jubel des ganzen Abends einfahren. Dass dies aber nicht unbedingt immer gerechtfertigt ist, beweist Tarja mit dem hier vorliegende Mitschnitt sehr nachdrücklich.

Marc Langels, 18.05.2015

 

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