Tears For Fears

The Seeds Of Love - Deluxe Edition

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.10.2020
Jahr: 2020
Stil: New Wave
Spiellänge: 127:09
Produzent: Tears For Fears & David Bascombe

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Plattenfirma: Universal Music

Promotion: Promoteam Schmitt &Rauch


Redakteur(e):

Michael Koenig


s. weitere Künstler zum Review:

Phil Collins

Simon Phillips

Gary Jules

The Beatles

Titel
CD 1 - Original Album (49 Min 35 Sek):
01. Woman In Chains
02. Badman's Song
03. Sawing The Seeds Of Love
04. Advice For The Young At Heart
05. Standing On The Corner Of The Third World
06. Swords And Knives
07. Year Of The Knife
08. Famous Last Words

CD 2 - 45s And B-Sides (77 Min 34 Sek):
01. Sawing The Seeds Of Love (7
02. Tears Roll Down
03. Woman In Chains (7
 
04. Always In The Past
05. My Life In The Suicide Ranks
06. Woman In Chains (Instrumental)
07. Advice For The Young At Heart (7
08. Johnny Panic And The Bible Of Dreams (Instrumental)
09. Music For Tables
10. Johnny Panic And The Bible Of Dreams (Mix One)
11. Johnny Panic And The Bible Of Dreams (Mix Two)
12. Sawing The Seeds Of Love (US Radio Edit)
13. Woman In Chains (US Radio Edit)
14. Advice For The Young At Heart (Italian Radio Edit)
15. Year Of The Knife (Canadian Single Version)
16. Johnny Panic And The Bible Of Dreams
Musiker Instrument
Manu Katché Drums
Chris Hughes Drums
Phil Collins Drums
Simon Phillips Drums
Pino Palladino Bass
Curt Smith Bass, Vocals
Simon Clark Keyboards, Hammond Organ, Synthesizers
Nicky Holland Keyboards, Piano, Backing Vocals, Kurtzwell Strings
Oleta Adams Vocals, Piano, Keyboards
Ian Stanley Keyboards, Hammond Organ
Roland Orzabal Keyboards, Guitar, Vocals, Fairlight Programming
Robbie McIntosh Guitar, Slide Guitar, Lead Guitar
Neil Taylor Guitar, Rhythm Guitar
Randy Jacobs Guitar
Carole Steele Percussion
Luis Jardim Percussion
Tessa Niles Backing Vocals
Carol Kenyon Backing Vocals
Dolette Mc Donald Backing Vocals
Andy Caine Backing Vocals
Maggie Ryder Backing Vocals
Jon Hassell Trumpet
Peter Hope-Evans Harmonica
Kate St. John Saxophone, Oboe

Denkt man gelegentlich mal an die Musik der 1980er Jahre zurück, fällt einem ohne großes Überlegen ein, dass dieses Jahrzehnt schon so manches wirklich Bemerkenswertes im Bereich Rock und auch im Pop zu bieten hatte. Zwei recht gute Beispiele dafür sind New Wave und Synthie Pop.

Ein hoch geachteter Name innerhalb gerade dieser zwei stilistischen Ausrichtungen waren und sind sicherlich TEARS FOR FEARS (dieser Name stammt aus einem Buch von dem amerikanischen Psychotherapeuten und Begründer der Primärtherapie Arthur Janov, dessen Arbeiten auch die Grundlage für weitere Liedtexte wurden). 1981 im südwestenglischen Bath von Roland Orzabal (Gesang, Gitarre) und Curt Smith (Gesang, Bass) gegründet, sollten mehrere äußerst erfolgreiche Studioalben und so manche Hitsingle die Karriere dieser (der Second British Invasion zugeordneten, die in den 1980ern von Großbritannien nach Nordamerika schwappte) Formation begleiten.

Die allererste Plattenveröffentlichung, das Album "Acting My Age", des Duos Orzabal/Smith fiel in das Jahr 1980. Damals noch mit der Bezeichnung GRADUATE, der einer zuvor aufgelösten Schülerband nachfolgenden Ska und Pop Gruppe.                                                                                                                                     

Am siebten März (07.03.)1983 legten sie den Gundstein der Diskografie ihres gemeinsamen Projektes TEARS FOR FEARS. Der (inzwischen in verschiedenen Formaten wieder veröffentlichte) Longplayer "The Hurting" verkaufte sich im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten, sowie in zahlreichen weiteren Ländern bis heute ziemlich oft. Offenbar finden Orzabals Kindheitsprobleme immer noch Anklang bei den Fans. Zudem besitzt das Material durch Einsatz von Synthesizern, Akustikgtarren und weiteren Elektroinstrumenten einen eigenständigen Klang in der Schnittmenge von New Wave, Pop und Rock. Es wurden immerhin vier Singles (Suffer The Children, Change, Mad World und Pale Shelter) ausgekoppelt. 2000 spielten Gary Jules und Michael Andrews Mad World neu ein und lieferten damit den Titelsong für den Film 'Donnie Darko'. Ende des Jahres 2003 führten sie damit die britischen Charts an. Zu finden auch auf dem 2004er Album von Gary Jules "Trading Snakeoil For Wolftickets".

Das am fünfundzwanzigsten Februar (25.02.)1985 erschienene (mittlerweile in mehreren Versionen neu aufgelegte) zweite Studioalbum "Songs From The Big Chair" brachte die  beiden Briten mitsamt ihrer damaligen Band (bestehend aus ian Stanley [Keyboards, Co-Songwriting] und Manny Elias [Schlagzeug, Co-Songwriting] kreativ voran und ließ sie schließlich den weltweiten Durchbruch im Bereich der populären Musik feiern. Die von Co-Songwriter Chris Hughes produzierte Scheibe heimste Platin-, Gold- und andere Auszeichnungen auf der ganzen Welt ein. Die (neben I Believe, Mother's Talk und Head Over Heels) ausgekoppelten Singles Shout und Everybody Wants To Rule The World mauserten sich zu globalen Monsterhits, die bis heute in keiner 1980er Erinnerungssendung fehlen dürfen. Dementsprechend häufig laufen sie auch im Radio und auf zahllosen Feten. 

Studioalbum Nummer drei wurde in den Real World Studios, Wiltshire, aufgenommen und erhielt den Namen "The Seeds Of Love". Es kam nach circa vier aufwendigen, arbeitsamen und anstrengenden Jahren und darüber hinaus über 1.000.000 £ Produktionskosten ursprünglich am fünfundzwanzigsten September (25.09.)1989 auf den Markt. Es erreichte anständige Verkaufszahlen, konnte mit denen des Vorgängers jedoch nicht annähernd konkurrieren. Und nun, über dreißig Jahre später, Anfang Oktober 2020 ist der Tonträger in unterschiedlichen Editionen neu erschienen. Das Hooked on Music interessierte sich für  diese Aktion und konnte die aus zwei CDs bestehende Deluxe Edition bewerten.

 

CD 1 beherbergt das originale Album mit acht Stücken in einer technisch überarbeiteten Fassung. Dieses von Andrew Walter beaufsichtigte Remastering erfolgte übrigens in Londons wahrhaft legendären Abbey Road Studios. Das vom scheidenden Ian Stanley und zahlreichen gestandenen Muikern/-innen konservierte (fast ausschließlich von Roland Orzabal und der Britin Nicky Holland stammende) Songmaterial ist beinahe wie ein Puzzle aus den unterschiedlichsten Teilen beziehungsweise Stilelementen zusammengesetzt. Nich nur daran kann man den Einfluss der BEATLES festmachen. Die bemerkenswerte Bandbreite reicht von New Wave über Synthie Pop, Blues, Soul, Funk, Pop, Rock, Rock'n'Roll bis hin zu orchestralen Phasen, Worldmusic und Jazz. Das könnte auch etwas mit der umfangreichen Gästeliste zu tun haben. Wem unter anderem Manu Katché, Phil Collins, Simon Phillips, Pino Palladino, John Hassell, Robbie McIntosh, Nicky Holland, Chris Hughes und Oleta Adams (sie startete ihre Karriere mit Unterstützung von Roland Orzabal) zur Verfügung stehen, der hat sicher nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bezüglich der stilistischen Ausrichtungen. Wie so oft vorher schon, stellen die TEARS einmal mehr ihr Gespür für hymnenhafte Ohrwurmmelodien unter Beweis. Gleichzeitig wagen sie sich aber auch an total Experimehtelles und Ungewöhnliches wie Rap heran. Als Singles wurden Sawing The Seeds Of Love, Woman In Chains und Advice For The Young At Heart ausgekoppelt. 

 CD 2 bietet, wie es der Titel schon aussagt 45s And B-Sides. Dort findet der interessierte Hörer die Hälfte der Albumtracks in zum Teil mehreren Alternativversionen. Da addieren sich zu den bereits gehörten Genres und Subgenres noch Reggae, Techno, Latino und Rap hinzu. Außerdem lassen sich B-Seiten vernehmen. Als Krönung dieser Bonusdisc präsentieren TEARS FOR FEARS vier Versionen ihres Rap und Techno Tracks Johnny Panic And The Bible Of Dreams.    

Der ansehnliche Digipack hält Raum für die beiden Tonträger und ein Booklet bereit. In dem Heft sind, neben einigen Fotos, die Credits und eine Abhandlung von Paul Sinclair abgedruckt. 

Roland Orzabal selbst nennt "The Seeds Of Love" das gelungenste, weil überraschendste, aller TEARS FOR FEARS-Alben. Auch Curt Smith betont, dass etliche der Songs von diesem Longplayer immer noch ganz oben in seiner Gunst stehen. Nicht umsonst sind diese Titel Bestandteile auch des aktuellen Live-Programms.           

Dass die TEARS FOR FEARS immer für künstlerische Qualität und Hingabe standen, ist ja keine neue Erkenntnis. Um diese zu zementieren, hätte es der jetzigen Neuerscheinungen sicher nicht bedurft. Etiliche der neben dem eigentlichen Albummaterial zu erlebenden Tunes, haben aber zumindest dahingehend Sinn, dass sie dem Fan die Möglichkeit geben, den einen oder anderen kurzen Blick hinter die Studiokulissen zu erhaschen. Obendrein entdeckt man mittels der angebotenen Alternativen vielleicht sogar eine gefälligere Version, als die auf dem Album gelandete. Hinzu kommt die Tatsache, dass es seit einigen Jahren Mode ist, Jubiläen (mal mehr, mal weniger) bedeutender Produktionen aus allen denkbaren Genres in beinahe jeder nur irgendwie vorstellbaren Formaten nochmals herauszubringen und dafür auch schon mal die Archive zu leeren. Offenbar ein lohnendes Geschäft. Besonders wenn Super-Duper-Sonder-Deluxe-Mega-Edition oder so ähnlich und gleichzeitig die Namen wirklich bedeutender Musikschaffender draufstehen. Mal sehen, wie das Geschäft diesmal für Orzabal und Smith läuft.                                                                             

Die Albumgeschichte der TEARS FOR FEARS geht natürlich noch weiter, aber dazu vielleicht irgendwann mehr. 

 

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