Temple Of The Dog

Temple Of The Dog (25th Anniversary Deluxe Edition)

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.09.2016
Jahr: 2016
Stil: Grunge

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Redakteur(e):

Marc Langels


Temple Of The Dog
Temple Of The Dog (25th Anniversary Deluxe Edition), A&M Records, 2016
Chris CornellGesang, Banjo & Mundharmonika
Jeff AmentBass
Mike McCreadyGitarre
Stone GossardGitarre
Matt CameronSchlagzeug
Eddie VedderGesang
Produziert von: Rick Parashar & TEMPLE OF THE DOG Länge: 142 Min 38 Sek Medium: CD
CD 1 (Spielzeit: 70:17)CD 2 (Spielzeit: 72:21)
01. Say Hello 2 Heaven01. Say Hello 2 Heaven (Demo)
02. Reach Down02. Reach Down (Demo)
03. Hunger Strike03. Call Me A Dog (Demo)
04. Pushin Forward Back04. Times Of Trouble (Demo)
05. Call Me A Dog05. Angel On Fire (Demo)
06. Times Of Trouble06. Black Cat (Demo)
07. Wooden Jesus07. Times Of Trouble (Instrumental)
08. Your Saviour08. Say Hello 2 Heaven (Outtake)
09. Four Walled World09. Reach Down (Outtake)
10. All Night Thing10. Pushin Forward Back (Outtake)
11. Say Hello 2 Heaven (Alternate Mix)11. Wooden Jesus (Outtake)
12. Wooden Jesus (Alternate Mix)12. All Night Thing (Outtake)
13. All Night Thing (Alternate Mix)

Die Geburtsstunde eines der strahlendsten Alben der Geschichte des Grunge ist die dunkelste Stunde in der Geschichte einer Band, die mit als erste das lebten und wiedergaben, was heute weltweit als DIE Musik der 90er Jahre bekannt ist. Denn erst nach dem drogenbedingten Tod von Andrew Wood, dem charismatischen Frontmann der Band MOTHER LOVE BONE, begann sein Freund und ehemaliger Mitbewohner Chris Cornell (SOUNDGARDEN, Ex-AUDIOSLAVE) damit, in einigen Songs seine Emotionen über den Verlust zu verarbeiten. Zusammen mit den früheren MOTHER LOVE BONE-Mitgliedern Stone Gossard (Gitarre) und Jeff Ament sowie weiteren befreundeten Musikern wie Mike McCready (Gitarre) sowie SOUNDGARDEN-Drummer Matt Cameron bildete er das Grundgerüst für TEMPLE OF THE DOG. Den Namen für das Projekt entlieh sich Cornell aus einer Textzeile von Andrew Wood aus dem Song Man Of Golden Words. Zunächst sollten es eigentlich nur ein paar Lieder sein, aber als man anfing zusammen zu arbeiten, da entstand binnen kürzester Zeit ein sehr spontanes Tribut-Album.

Diese Spontaneität ist es denn auch, die einen großen Teil der Magie der Musik ausmacht. Wenn man das mehr als elfminütige Reach Down als Beispiel nimmt, dessen Mittelteil einfach aus einem langen improvisierten Gitarren-Solo von McCready besteht, das aber zu keiner Zeit langweilig oder überspielt wirkt, sondern leidenschaftlich und inspirierend, dann weiß man anschließend a) was für ein begnadeter Gitarrist McCready ist und b) was für eine Wirkung solche Musik auf den Hörer haben kann – aber niemand wird auf die Idee kommen und das Lied als zu lang zu kritisieren.

Der Vorzeige-Song des Albums bleibt aber auch nach 25 Jahren das erst kurz vor der Aufnahme entstandene Hunger Strike, bei dem Cornell nach eigener Aussage nur die eine Strophe hatte und dabei nicht weiter wusste. Bei einer Probe kam dann Eddie Vedder, der zu dieser Zeit zusammen mit Ament, Gossard und McCready gerade im Begriff war, PEARL JAM zu gründen, spontan auf die Idee, dass er die Strophe einfach wiederholen würde – etwa so ähnlich wie bei Child In Time von DEEP PURPLE aber eben gesungen von zwei unterschiedlichen Stimmen – und das erzielte eine sehr berührende Wirkung. Eine weitere Besonderheit stellt das Lied Times Of Trouble dar, das unter dem Titel Footsteps auch im Repertoire von PEARL JAM auftaucht, aber Cornell war so begeistert von der Musik, dass er eine eigene Melodie und einen Text dazu schrieb.

Der Knaller für alle Fans sind natürlich die bisher nicht veröffentlichten Bonus-Stücke auf der CD. Dabei sind die Demos ob ihrer Aufnahme-Qualität eher interessant, aber die alternativen Mixe von Say Hello 2 Heaven, bei dem komplett auf das Schlagzeug verzichtet wird und ohne den Rhythmus bekommt das Stück ein ganz neues und eigenes Feeling. Hinzu kommen noch Wooden Jesus mit einem etwas anderen Gitarren-Sound und All Night Thing, das sich am wenigsten vom Original unterscheidet. Hinzu kommen noch drei alternative Mixe von Say Hello 2 Heaven, Wooden Jesus und All Night Thing einige Outtakes sowie Demos, die natürlich insbesondere für die eingefleischten Fans interessant sind, die dann nach den Veränderungen Ausschau halten, die erst im Studio vorgenommen wurden – manche sind dabei auffälliger als andere.

Hinzu kommen zwei bislang gar nicht veröffentlichte Stücke, Angel On Fire sowie Black Cat. Dabei erinnert mich das erstgenannte Stück ein wenig an eine Nummer von Neil Young oder aber frühe R.E.M. – auch weil die Stimme von Chris Cornell nicht diesen typischen Sound hat, wie man es von den anderen Songs gewohnt ist. Zudem fehlt dem Song das besondere Etwas – gerade im Vergleich zu den anderen Stücken auf dem Album. Black Cat hingegen ist ein wirklich ausgefallener Song, da er überwiegend nur auf Percussion und Gesang basiert. Eine interessante Nummer sicherlich, die aber nicht wirklich zur Stimmung des Rests des Albums gepasst hätte und von daher logischerweise auch nicht draufgepackt wurde.

Die “25th Anniversary Deluxe Edition“ von “Temple Of The Dog” ist auf jeden Fall aller Ehren wert. Das Album ist einfach zeitlos grandios. Man merkt den beteiligten Musikern wirklich an, dass sie mit dem Herzen bei der Sache waren und die Inspiration schier endlos schien. Anders ist es kaum zu erklären, dass sie binnen kurzer Zeit aus zwei Liedern ein komplettes Album erwachsen ließen, das für viele das beste Grunge-Album ist. Und das Ganze dann während Ament, Gossard, McCready und Vedder zudem noch damit beschäftigt waren, ihr ebenfalls grandioses PEARL JAM-Debüt-Album “Ten“ zu komponieren – einen weiteren absoluten Meilenstein der Szene, der sogar noch vor diesem Meisterwerk veröffentlicht wurde. Aber unter allen Meisterwerken, von denen es im Grunge unter anderem mit “Nevermind“ (NIRVANA), “Badmotorfinger“, “Superunknown“ (beide SOUNDGARDEN), “Dirt“ (ALICE IN CHAINS), “Apple“ (MOTHER LOVE BONE) oder “Above“ (MAD SEASON) nun wahrlich reichlich gibt, ragt doch “Temple Of The Dog“ noch ein gutes Stück heraus. Ein wahrhaftiges Monument, das es mehr als verdient hat, zum 25. Jubiläum noch einmal gebührend zelebriert zu werden.

Marc Langels, 19.09.2016

 

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