Tenside

Glamour & Gloom

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.03.2020
Jahr: 2020
Stil: Modern Metal
Spiellänge: 45:56
Produzent: Tenside & Christoph Von Freydorf

Links:

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Plattenfirma: Edel

Promotion: Another Dimension


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Annisokay

Caliban

Emil Bulls

Heaven Shall Burn

In Flames

Lamb Of God

Machine Head

Titel
01. Glamour & Gloom
02. As Above So Below
03. Along With The Gods
04. Cannibals
05. The Devil Within
06. The Last Anthem
 
07. Only The Brave
08. Voyage Of The Damned
09. Written In Blood
10. Overcome
11. All Black Everything
Musiker Instrument
Daniel Kuhlemann Gesang & Gitarre
Michael Klingenberg Gitarre
Jonas Hölscher Bass
Johannes Jörg Schlagzeug

Die deutschen Metaler TENSIDE gehören zu den Stammgästen bei Hooked-On-Music. Das Debüt “My Personal War“ von 2006 zeigte dabei noch eine Band, die auf der Suche nach einem eigenen Weg war und zu sehr auf Nummer Sicher und bere3its ausgelatschten Wegen (Zitat aus der Rezension des Kollegen Ralf Stierlen) ging. Dann mit Album Nummer Drei, “Tear Down Your Fears“, wusste das Quartett aus München 2009 schon zu überzeugen und hatte mit Beast zudem einen „Überflieger“ (Zitat Rezension von Thorsten Philipp) zu bieten. Mit dem 2011er Werk “Chain Reaction“ konnten sich TENSIDE (nach Ansicht von Kay Markschies) in die Reihe deutscher Metalcore-Größen wie CALIBAN oder HEAVEN SHALL BURN einreihen. Das fünfte Werk “Nova“ war 2013 dann ein Neubeginn, da Sänger & Gitarrist Daniel Kuhlemann die komplette Band ausgetauscht hatte – und in der neuen Besetzung erzeugten in den Ohren von Martin Schneider einen „intensiven, kompakten Soundwall“, er konnte aber nicht unbedingt „packenden Songs“ finden. Mit “Convergence“ fand die Band dann 2017 den Weg auf meinen Schreibtisch und konnte mich dabei davon  überzeugen, dass ich mich nur zu gerne dazu bereit erklärte, auch das neue – mittlerweile ja siebte Album der Band wieder kritisch für euch zu begutachten.

Dabei fällt zunächst einmal auf, dass TENSIDE das Werk mit einer neuen Rhythmusgruppe, bestehend aus Jonas Hölscher am Bass und Schlagzeuger Johannes Jörg, aufgenommen haben. Aber auch auf dem Sessel des Produzenten  gab es einen Wechsel. Hatte das vergangenen Werk noch Christoph Wieczorek (Gitarrist und Sänger bei ANNISOKAY) betreut, so übernahm dieses Mal EMIL BULLS-Sänger und -Gitarrist Christoph Von Freydorf die Aufgabe. Dabei erscheint der Sound der Scheibe auf den ersten Blick etwas polierter, metallischer als beim Vorgänger. Und auch das Songwriting scheint mir deutlich abwechslungsreicher und weist mehr Querverweise in den Bereich des Modern oder Groove Metal auf. Als Beispiele seien hier nur einmal die Nummerm As Above So Below und das folgende Along With The Gods angeführt, die man wohl auch von einer Band wie LAMB OF GOD oder insbesondere MACHINE HEAD zu hören bekommen könnte. Insbesondere der zweite Song hat im Hintergrund beim Refrain einen gewissen EMIL BULLS-mäßigen Flair, sprich mit einer zweiten, cleanen, Gesangs-Stimme wird ein gehöriges Maß an Eingängigkeit erzeugt. Hinzu kommt das sehr griffige, eingängige Riff, das schon den Eindruck nahelegt, hier auf den maximal massenkompatiblen Effekt zu setzen.

Diese Hinwendung zu immer melodischeren Elementen im Band-Sound wird sicherlich den Fans der Metalcore-Anfangstage von TENSIDE nicht sonderlich gefallen. Natürlich gibt es für sie in jedem der elf Stücke genügend knallende Riffs und Beats und zudem die extreme Stimme von Frontmann Daniel Kuhlemann, der sich hier knapp 46 Minuten lang sprichwörtlich die Seele aus dem Leib schreit. Und mit einer Nummer wie Cannibals bekommen sie sogar eine Nummer geboten, die sehr an die alten Tage der Band erinnert. Und The Devil Within präsentiert sich dabei als echter Hybride beider Ansätze : extreme Härte einerseits, aber immer wieder gepaart mit sehr melodischen Zwischenteilen.

TENSIDE zeigen sich auf “Glamour & Gloom“ von ihrer bislang wohl zugänglichsten Seite. Das liegt sowohl an dem Songwriting als auch an der Produktion. Damit folgt die Band in gewisser Weise auf den Spuren von anderen Großen wie etwa IN FLAMES, die sich ja auch spätestens mit “Sounds From A Playground Fading“ von ihrer ganz harten Vergangenheit verabschiedet haben. Ganz so weit sind die Münchner allerdings noch nicht. Aber sie haben an sich gefeilt, an ihrem Klang, an ihren individuellen Fähigkeiten und auch an ihrem Songwriting – allerdings dabei immer in Richtung Perfektion und Mainstream-Tauglichkeit. Das wird ihnen sicherlich zusätzliche Hörerschaften einbringen, sie auf der anderen Seite aber wohl auch den einen oder anderen alten Fan kosten, der diese Abwendung von den früheren Idealen nicht goutieren wird.

 

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