Tesla

Into The Now


CD-Review

Reviewdatum: 05.02.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Tesla
Into The Now, Sanctuary Records, 2004
Jeff Keith Vocals
Tommy Skeoch Guitars
Frank Hannon Guitars
Brian Wheat Bass
Troy Luccketta Drums
Produziert von: Michael Rosen & Tesla Länge: 55 Min 43 Sek Medium: CD
1. Into The Now7. Miles Away
2. Look @ Me8. Mighty Mouse
3. What A Shame9. Got No Glory
4. Heaven Nine Eleven10. Come To Me
5. Words Can't Explain11. Recognize
6. Caught In A Dream12. Only You

Am 8. März war es endlich soweit: Das neue TESLA Album erscheint!
War man ja schon erfreut und dankbar, dass sich die Band wiedervereinigt und 2001 das Live-Album "Replugged Live" veröffentlicht hat (übrigens eine klasse Scheibe!), war im Hard-Rock Lager natürlich Euphorie angesagt, als ein Album mit neuem Material angekündigt wurde.

Was soll man sagen: TESLA waren immer eine der besten Bands wenn es um Hard und Heavy amerikanischer Prägung ging, auch wenn ich ihnen nach wie vor anlaste, dass sie mit ihrem "Five Man Acoustical Jam" damals die Unplugged-Welle eingeleitet haben.
Anno 2004 gehören sie immer noch in die 1. Liga, und auch wenn die Band viel über ihre neue Arbeitsweise erzählt und die Sounds und Samples und was editiert worden ist... sind sie sich insgesamt treu geblieben.

Klar, anfangs werden schon ein paar neue Gitarrensounds aufgefahren und das klingt dann teilweise auch recht heftig. Mit Jeff Keith's Stimme ist die Verbundenheit jedoch zu früheren Aufnahmen gewährleistet und tatsächlich hat man ja auch auf den vorhergehenden Alben wie "Bust A Nut" Songs wie Solution, das nicht weit von Look At Me entfernt ist.
Spätestens bei What A Shame dürften selbst Anhänger der "alten" Klänge versöhnt sein. Da gibt's die typischen TESLA-Gitarren, hier mit leichten Beatles-Anklängen.
Mit Heaven Nine Eleven folgt ein Song, der natürlich auf jenen 11. September 2002 verweist und der ja seine Live-Premiere bei den Shows von TESLA schon hinter sich hat. Auch wieder absolut typisch, wie der Song dynamisch auf und ab "bebt" und lediglich die etwas "strangen" Anklänge beim Solo bringen wieder etwas Moderne in diese hypnotische Nummer.

Wem diese Band in ihren früheren Tagen gefallen hat, der wird auch auf "Into The Now" nicht enttäuscht werden, lediglich die Blues-Einflüsse wurden etwas zurück geschraubt.
Der Hit des Albums dürfte Words Can't Explain werden. Eine dieser Halb-Balladen, wie sie wohl keiner besser hinkriegt. So etwa im Stil von A Lot To Lose (ebenfalls von "Bust A Nut"), nur etwas fetziger.

Sänger Jeff Keith ist stimmlich keine Alterung anzumerken und Tommy Skeoch und Frank Hannon sind nach wie vor eines der besten Gitarren-Duos im Hard Rock.
Diese drei sind auch die Hauptverantwortlichen dafür, dass eine, normal recht gewöhnliche, Feuerzeug-Ballade wie Caught In A Dream doch noch zu einer ansprechenden Nummer wird. Okay, kein Love Song, aber immerhin.
Miles Away kommt dann noch mal mit drohend, sich heftig gebärdenden Sound, aber die akustischen Gitarren übernehmen für lange Zeit dann die Regie, bevor sie schließlich in den fast sieben Minuten dem Heavy-Riff unterliegen. Schleppt sich etwas lange dahin...
Da kommt die Mighty Mouse, wenn auch nicht übermäßig "speedy", doch etwas treibender rüber. Auch hier ein paar neue Soundeinflechtungen, aber wenn einem die "Zwischenstation" BAR 7 (Band von Jeff Keith und Tommy Skeoch) bzw. deren CD "The World Is A Freak" von 2000 geläufig ist, überrascht einen das nicht großartig.
Ich würde das ganze etwas mit ALICE COOPER vergleichen, der hat ja auch vor ein paar Jahren mal mit etwas moderneren und somit härteren Sounds angefangen und war im Prinzip trotzdem sich treu geblieben. Bei D-A-D ist das auch ähnlich gelaufen, nur TESLA hatten damals Pause und müssen das jetzt nachholen.
TESLA streuen halt mal schnell eine Midtempo-Ballade a la Come To Me ein, und sind wieder mitten in ihrem gewohnten und geschätzten Fahrwasser.

Bestimmt war es ein Spaß, solche leicht abgedrehte Intros wie zu Recognize zu kreieren und auch während des Songs kracht's ganz deftig und trotzdem würde man diese Band auch unter tausenden wieder erkennen. Zu prägnant ist dann wieder der Strophen- und Mittelteil.
Mit jeder Menge Streichkram wurde Only You untermalt. Klingt dann etwas nach Rainbow Eyes (von RAINBOW), ohne dessen Klasse zu erreichen - bisschen zäh.

Insgesamt kann man mehr als zufrieden sein mit der neuen TESLA-Scheibe. Ein paar Spielereien hätt's nicht unbedingt gebraucht und für 2 Jahre Komponieren und Aufnehmen, sowie aus (angeblich) 20 - 30 Songs ausgewählt, sind schon ein paar Durchhänger drauf.
Trotzdem hat die Band (übrigens immer noch in Originalbesetzung!) zu viel Qualität um nur Durchschnitt abzuliefern und so überwiegt das Positive, welches sich nach ein paar Mal Hören noch verstärkt.
Welcome back - In(to) the now!

Epi Schmidt, 05.02.2004

 

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