The Chicks

Gaslighter

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.07.2020
Jahr: 2020
Stil: Country Rock, Pop
Spiellänge: 47:00
Produzent: Jack Antonoff & The Chicks

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Plattenfirma: Sony Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Pink

Sheryl Crow

Dixie Chicks

Titel
01. Gaslighter
02. Sleep At Night
03. Texas Man
04. Everybody Loves You
05. For Her
06. March March
 
07. My Best Friend's Weddings
08. Tights On My Boat
09. Julianna Calm Down
10. Young Man
11. Hope It's Something Good
12. Set Me Free
Musiker Instrument
Natalie Maines Vocals
Martie Maguire Vocals, Violin, Viola
Emily Strayer Vocals, Banjo, Ukelele
Jack Antonoff Mellotron, Acoustic Guitar, Piano, Percussion, Keys, Drums, 12-String Acoustic Guitar, 12-String Electric Guitar
Chad Smith Drums
Sean Hutchinson Percussion
Michael Riddleberger Percussion
Teddy Geiger Programming, Percussion, Guitar, Keys
Eric Byers Cello
Becket Pasdar Drums
Lloyd Maines Pedal Steel
Annie Clark Electric Guitar
Mikey Freedom Wurlitzer
Erick Walls Acoustic Guitar
Justin Weaver Guitar
Evan Smith Organ
Justin Meldal-Johnson Bass

Dieses Album war schon für Anfang März angekündigt, aber – wie wir alle wissen – dieses Jahr ist alles anders und so erscheint “Gaslighter“ nun im Juli. Ja, die Krise bringt einiges an Einschränkungen und Veränderungen. Alles muss daran nicht schlecht sein, auch wenn die Musikbranche darunter natürlich besonders leidet. Geradezu als eine Art Katalysator funktionieren solche Zeiten und beschleunigen/kanalisieren, was über kurz oder lang doch gekommen wäre. Und so darf man wohl auch bei den DIXIE CHICKS annehmen, dass sie über das “Dixie“ in ihrem Namen, und die damit einhergehende Zuordnung zum amerikanischen Süden, schon längst nicht mehr so toll fanden.

Jedenfalls nutzten die drei Mädels die Gelegenheit rund um die ganze Situation in den Staaten, mit “Black Lives Matter“, den Fehlentscheidungen in Washington und den Bundesstaaten, der Infragestellung von Denkmälern aus dem Sezessionskrieg und nicht zuletzt der Politik des amtierenden Präsidenten, um sich von dem Südstaaten-Bezug in ihrem Namen zu trennen und fortan nur noch als THE CHICKS zu fungieren. Vorschreiben haben sie sich eh noch nicht irgendwas. Das haben vorherige Präsidenten auch schon zu spüren bekommen.

Nichtsdestotrotz, seit dem letzten Studioalbum sind schon einige Jahre vergangen und selbst mit Live-Veröffentlichungen ist der Output doch relativ überschaubar geblieben. Umso mehr war man auf dieses neue Album gespannt, welches – auch nicht ganz unerheblich – noch dazu im Jahr der Wahl der zum neuen amerikanischen Präsidenten erscheint. Am 3. November geht’s an die Urnen.

Und es gibt genug Textzeilen, die man auf die ein oder andere Person beziehen kann. Wie bereits im Titelsong: “Gaslighter, Denier, doing anything to get your ass farther..., repeating all of the mistakes of your father...“. Oder noch deutlicher in March March: “Tell  the ol' boys in the white bread lobby, what they can and can't do with their bodies, temperartures risin', cities are sinkin'...“.

In der Tat geht’s in den allermeisten Texten nicht sonderlich fröhlich zu. Aber so sind die Zeiten und wer mal nicht so drauf achtet, der wird ja musikalische durchaus beschwingt. Gaslighter counry-rockt munter los, wie man es auch von Sheryl Crow gern und häufig serviert bekommt. Dazu singen die Chicks geradezu himmlische Harmonien, wie man es von ihnen gewohnt ist. Natürlich ist das alles hochglanzpoliert und schmiegt sich ohne große Kanten ins Ohr, aber trotzdem so gut gemacht, dass man sich gleich ein paar Grad besser fühlt.

Geschickt werden ihre Trademark-Instrumente, Banjo und Geige, eingeflochten, nehmen, wie in Sleep At Night, auch mal eine Art Führungsrolle ein, aber zu rootsig wird’s nicht. Da ist man schon näher am Pop als am Country Rock. Aber wenn Natalie, Martie und Emily wie die Zeiserl singen, erweichen sie jedes Herz. Dass ihr Leib- und Magen-Produzent Jack Antonoff sonst für Gefährtinnen wie Pink oder Taylor Swift auf dem Stuhl hockt, bzw. zu diversen Instrumenten greift, schimmert hier auch äußerst häufig durch. Der überlässt nichts dem Zufall. Schon gar nicht bei Herz-Schmerz-Balladen wie Everybofy Loves You. Wer nah am Wasser gebaut hat, besser mal Taschentücher bereit legen.

Als Anspieltipps rate ich mal zu Texas Man, mit seinem obercoolen Groove, zu For Her, wegen der wegen der traumhaften Wurlitzer Orgel und I Hope It's Something Good, weil man sich da sehr puristisch gibt, kaum Begleitinstrumente und hauptsächlich die Stimmen dieser einstigen “Südstaaten-Hühner“, die auch 14 Jahre nach dem letzten Studioalbum nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Bis zum nächsten Longplayer wird’s hoffentlich nicht wieder so lange dauern und wenn dann besser Zeiten herrschen darf es dann auch wieder ein bisschen ruppiger werden.

 

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