The Devil Makes Three

I'm A Stranger Here


CD-Review

Reviewdatum: 11.06.2014
Jahr: 2014
Stil: Country

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Redakteur(e):

Holger Müller


The Devil Makes Three
I'm A Stranger Here, New West Records, 2013
Pete BernhardLead Vocals, Guitar
Lucia TurinoBass, Vocals
Cooper McBeanGuitar, Banjo, Vocals
Buddy MillerGuitar
Marco GiovinoDrums
Casey DriessenFiddle
Jim HokeHorns, Saxophone
Steve HerrmanTrumpet
Bill HuberTrombone
Produziert von: Buddy Miller Länge: 34 Min 16 Sek Medium: CD
01. Stranger06. Hallelu
02. Worse Or Better07. Hand Back Down
03. Forty Days08. Spinning Like A Top
04. A Moment's Rest09. Mr. Midnight
05. Dead Body Moving10. Goodbye Old Friend

Man kann den Spaß richtig fühlen, den Buddy Miller als Produzent mit dieser Band gehabt haben muss. Seine eigenen letzten beiden Werke mit Jim Lauderdale und den Majestic Silver Strings fielen ja leider etwas allzu gemächlich aus. Aber THE DEVIL MAKES THREE könnte sich auch für die Americana-Überfigur Miller als Jungbrunnen entpuppen, so frech und unbekümmert geht das Trio, das ursprünglich aus Vermont stammt, auf ihrem vierten Longplayer vor.

Bluegrass, Rockabilly, Country & Western, Punk – alles wird auf "I’m A Stranger Here" in einen großen Kessel geworfen und dann das Feuer darunter immer wieder angeheizt, ein wenig zurückgenommen und dann wieder nachgelegt. Die STRAY CATS kommen sofort in Erinnerung, wenn der Standbass tupft, aber auch eine Kneipe in New Orleans zu Zeiten der Prohibition, wenn Pete Bernhard von Forty Days singt, in denen der Regen andauert und dazu Trompete und Posaune swingen. Ein fluchender Steve Earle, der sich mit der Del McCoury-Band auf der Bühne ums einzige Mikrofon zankt, taucht bei dieser Musik vor dem geistigen Auge auf und natürlich auch die Country-Punk-Rebellen THE CRAMPS.

Aber während Lux Interior und Poison Ivy immer eine Großstadtband waren und New Yorker, macht schon das große Longhorn-Tattoo über der Brust von Bassistin Lucia Turino klar: Diese Band reitet mit ihrem Teufel in die Weiten des Westens, durch staubige Wüsten und in halbdunkle Saloons, in denen ein falsches Wort noch immer ein Messer an der Kehle bedeuten kann. „I’m a dead body moving“, warnt Bernhard mit unheilvoller Stimme, „I’ve got lightning in my hand. I won’ t be here for long, so you gotta understand. You can dance with the demon, look him dead into the eyes. I’ve already been where we go when we die.

Zwar ist nicht alles, was die Band da mit Millers Hilfe aus dem Ärmel schüttelt, ein Trumpf-As, manche Karte ist sogar schlicht gezinkt. Hallelu zum Beispiel ähnelt doch sehr einer langsameren Version von George Thorogoods Cocaine Blues. Aber was soll’s, der Teufel lässt sich ja auch nicht jedes Mal neue Tricks einfallen, um arme Seelen zu fangen. Und deshalb dürfen THE DEVIL MAKES THREE ihr Album auch ganz konventionell mit einem Schleicher beenden. Goodbye Old Friend ist der klassische „tear-jerker“-Rausschmeisser am Ende einer langen Nacht, mit dem der letzte Whisky nochmals einen besonders rauchigen Geschmack bekommt.

Holger Müller, 09.06.2014

 

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