The Donnas

Gold Medal

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.02.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


The Donnas
Gold Medal, Atlantic Records/Warner Music, 2005
Brett Anderson Vocals
Allison Robertson Guitars, Backing Vocals
Maya Ford Bass, Backing Vocals
Terry Castellano Drums, Percussion, Backing Vocals
Produziert von: Butch Walker Länge: 34 Min 00 Sek Medium: CD
1. I Don't Want To know (If You Don't Want Me)7. The Gold Medal
2. Friends Like Mine8. Out Of My Hands
3. Don't Break Me Down9. It Takes One To Know One
4. Fall Behind Me10. Revolver
5. Is That All You've Got For Me11. Have You No Pride
6. It's So Hard

Als ich (verspätet) vor einiger Zeit den Major-Einstand "Spend The Night" der amerikanischen THE DONNAS besprach, schwelgte ich in schierer Begeisterung. Das tue ich bis heute, das Album klingt wie aus einem Guß und verbreitet mehr als nur eine Prise heftigsten Rock'n'Roll mit einer Unbekümmertheit, den auch frühe AC/DC-Longplayer verströmten. Nicht umsonst fällt der Name der Aussies häufig auf der Suche nach Vergleichen.

Die vier Mädels aus dem kalifornischen Pablo Alto begaben sich nach Erscheinen von "Spend..." auf eine lange Konzertreise und ernteten durchweg positive Kritiken. Die schnörkellosen erdigen Tracks des Albums brachten so manchen männlichen Kollegen in Verlegenheit.
Die Folgen der langen Tour zogen es mit sich, daß die neue Scheibe des Vierers, "Gold Medal", erst einige Zeit später in Angriff genommen werden konnte als geplant. Drummerin Donna C. alias Terry Castellano zog sich infolge jahrelanger falscher Haltung der Drum-Sticks eine heftige Sehnenscheidenentzündung zu, mußte sich in Folge dessen operieren lassen und monatelang pausieren.
In der Zwischenzeit wechselte man den Wohnort und zog aus dem eher gemütlichen kleinstädtischen Pablo Alto in die Metropole Los Angeles. Es kam zur Zusammenarbeit mit dem Produzenten Butch Walker (u.a. Avril Lavigne) und man trennte sich von den Pseudonymen Donna A. (alias Brett Anderson, Vocals), Donna C., Donna F. (alias Maya Ford, Bass) und Donna R. (alias Allison Robertson, Gitarre), die man sich einst in bester RAMONES-Tradition gegeben hatte.

Der nunmehr sechste Longplayer der inzwischen Mitzwanzigerrinnen THE DONNAS läßt eine Gruppe erkennen, die mittlerweile erwachsen zu werden scheint. Die Girls (oder Damen?) können noch immer rocken, doch die volle unaufhaltsame Kante wie beim Vorgänger vermißt man hier (schmerzlich?).
Irgendwie mögen sie bessere Songwriter geworden sein, was sich in den elf Songs des Album mit rund 34 Minuten Spieldauer niederschlägt. Man greift jetzt auch schon mal zur akustischen Gitarre und schaltet einen Gang herunter. Man versucht verschiedene Sachen und hat bei den Harmonies unüberhörbare Fortschritte gemacht. Die Arrangements sind abwechslungsreicher ausgefallen und auch die Texte handeln nicht mehr hauptsächlich um wilde Partys und Sex & Drugs & Rock'n'Roll sondern man singt in der Zwischenzeit ebenfalls über Herzschmerz und Liebeskummer. Beim toughen und straighten Vorgänger eher Nebensache.

Wer sein Album "Gold Medal" nennt, muß auf eine stolze Leistung zurückblicken können. Für einen Spitzenplatz mag es reichen, aber die Pole Position? Vielleicht bin ich von "Spend..." zu sehr verwöhnt, aber einen Opener wie It's On The Rocks vermisse ich sehr. Klar rockt I Don't Want To Know (If You Don't Want Me) nach wie vor kräftig, doch die volle Kelle fehlt. Man klingt zahmer und hofft vielleicht ein Publikum zu erreichen, das vorher durch den heftigen Sound abgeschreckt wurde (... am Äußeren konnte es nicht liegen. Die Mädels sind wirklich ausnahmslos hübsch).
Die, wie ich las, erste Single Fall Behind Me klingt beinahe schon zu rau für die heutigen Charts, gibt allerdings einen klasse Tanzflächenfeger ab. Erinnert als einer von wenigen Songs noch an den superben Vorgänger.
Wo gerade das Thema Single ansteht, ein kleiner Tip an die Plattenfirma: Revolver sollten sie als nächste Auskopplung nehmen, der Track zeigt die Weiterentwicklung der DONNAS hervorragend auf und glänzt durch eine melodische einprägsame Hookline, starke Vocals und ein tolles Arrangement. Der für mich bis dato stärkste Song der Kalifornierinnen.
Is That All You've Got For Me beginnt ruhiger, mit schönen Gitarren im Sixties-Stil. Der Song steigert sich im Verlauf immer weiter und zeigt auf, daß die DONNAS sich im Vocalbereich gewaltig steigern konnten.
Der Titeltrack Gold Medal besitzt eine akustische Ausrichtung und beinhaltet verhallende Gitarren, erneut eine gute vocalistische Leistung mit starken Backgrounds und besitzt einen leichten Countrytouch.

Leider haben sich auch Songs eingeschlichen, die eher durchschnittlich bis nichtssagend ausgefallen sind. Friends Like Mine, Don't Break Me Down oder It's So Hard sind keine Ausfälle, doch mit etwas mehr Drive hätte mehr draus werden können. "Spend The Night" konnte da mit seinem brachialen Sound vieles wettmachen, denn auch dort geriet nicht jeder Track ursprünglich zum Überflieger.
Out Of My Hands, It Takes One To Know One und besonders das abschließende Have You No Pride rocken wieder ganz anständig und stimmen mehr als versöhnlich.

Damit wir uns nicht mißverstehen, "Gold Medal" ist ein starkes Album geworden, das die Band hoffentlich ein ganzes Stück weiter nach vorne bringen wird. Ich vermisse lediglich die "Aura" des Vorgängers. Die bevorstehende Tour sollte man sich nicht entgehen lassen.

Jürgen Ruland, 09.02.2005

 

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