The Doors

The Soft Parade (50th Anniversary Remastered)

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.11.2019
Jahr: 2019
Stil: Psychedelic Rock
Spiellänge: 37:36
Produzent: Paul A. Rothchild

Links:

The Doors Homepage


Plattenfirma: Rhino Entertainment

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Tom Jones

Bob Dylan

Titel
01. Tell All The People
02. Touch Me
03. Shaman‘s Blues
04. Do It
05. Easy Ride
 
06. Wild Child
07. Runnin‘ Blue
08. Wishful Sinful
09. The Soft Parade
10. Who Scared You (Bonus Track)
Musiker Instrument
Jim Morrison Gesang
Ray Manzarek Keyboards
Robby Krieger Gitarre & Gesang
John Densmore Schlagzeug
Gastmusiker:
Harvey Brooks Bass
Doug Lubahn Bass
Curtis Amy Saxophon
George Bohanan Posaune
Champ Webb Englisch Horn
Jesse McReynolds Mandoline
Jimmy Buchanan Fidel
Reinol Andino Conga

In der Karriere nahezu jeder großen Rock-Band gibt es das eine (und manchmal sogar mehrere) Album, das irgendwie aus der Reihe herausfällt, an dem sich die Geister scheiden, das irgendwie nicht so recht zu den anderen Alben passen will und das daher so ein wenig stiefmütterlich behandelt und betrachtet wird.  Im Falle der DOORS dürfte dieses eine umstrittene Album ganz ohne Frage “The Soft Parade“ sein. Das vierte Album der Band entstand in einer schwierigen Phase, denn Frontmann Jim Morrison war dabei sich immer mehr Alkohol und anderen Drogen zu verlieren und die musikalische Ausrichtung wurde unklarer, beziehungsweise die Ideen sprudelten nicht mehr so wie gewohnt.

(Foto: Henry Diltz)

So kam es denn auch, dass die Band die Aufnahmen an “The Soft Parade“ relativ unvorbereitet anging – sprich ohne fertig ausgearbeitete Lieder. Auf Anregung von Produzent Paul Rothchild entschied man sich zudem dafür, mit den damals ziemlich populären Streicher- und Bläser-Sektionen zusammen zu arbeiten. Eine Idee, von der nach eigenen Aussagen insbesondere Schlagzeuger John Densmore und Keyboarder Ray Manzarek angetan waren, die beide mit Jazzmusik sozialisiert wurden und daher der Öffnung des Klangspektrums ebenso offen gegenüber standen wie auch Gitarrist Robbie Krieger, einzig Morrison weigerte sich, seine Songs entsprechend zu komponieren, so dass am Ende ein Konvolut unterschiedlicher Ausrichtungen herauskam. Was der Rezeption der Platte sowohl bei Fans als auch bei den Kritikern nicht zuträglich war.

Denn während Morrison mit Shaman‘s Blues und The Soft Parade die wohl typischsten DOORS-Songs auf dem Album beisteuerte, da wagte insbesondere Krieger mit Songs wie Tell All The People und dem Riesen-Hit Touch Me (schaffte es bis auf Platz 3 der amerikanischen Single-Charts) musikalische Vorstöße in den damaligen Mainstream und experimentierte mit Sounds, die insbesondere bei Tell All The People in Richtung Tom Jones, Frank Sinatra und Burt Bacharach wiesen. Dazu lieferte auch Morrison eine Vorstellung, die ihn glatt als einen klassischen Crooner durchgehen lassen.

Aber “The Soft Parade“ ist eben auch ein experimentelles Album geworden, bei dem die Band auch die Extreme in ihrer Musik auslotet. Da wäre zum einen Runnin‘ Blue, in dem nicht nur Robbie Krieger zwischenzeitlich den Gesang übernimmt – und dabei fast wie Bob Dylan klingt, sondern eben auch das etwas Country-beeinflusste Easy Ride und das sehr abwechslungsreiche Titelstück, das klingt wie drei Titel in einem. Als Bonus-Track ist hier zudem die recht typische Morrison/Krieger-Komposition Who Scared You enthalten, die das Album mit der Absage: „Thank you very much, gentleman“ beendet.

“The Soft Parade“ ist wahrhaftig kein schlechtes Album, auch wenn es ein sehr ungewöhnliches Werk für die Band war. Aber gerade in der in der Retrospektive erkennt man, dass das Album viele exzellente Kompositionen beinhaltet und wie mutig die Band war, teilweise so radikal von ihrem erfolgreichen Stil abzuweichen. Und in mancher Sicht sogar visionär. Denn die mantraartig wiederholten Zeile „Please, please, listen to the children“ aus Do It könnten aus heutiger Sicht ein gutes Motto für die „Fridays for Future“-Bewegung sein. Aber das zeigt wohl eher, dass sich in den vergangenen 50 Jahren in dieser Hinsicht wohl einfach nicht viel geändert hat. Und insofern bleibt “The Soft Parade“ auch nach 50 Jahren relevant und zeitlos.

 

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