The Georgia Satellites

Lightnin' In A Bottle - The Official Live Album

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.02.2022
Jahr: 2022
Stil: Rock, Rock'n'Roll
Spiellänge: 82:51
Produzent: Steve Popovich Jr.

Links:

Plattenfirma: Cleveland International Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Dan Baird

Ramones

Jerry Lee Lewis

Titel
Disc One:
01. Whole Lotta Shakin'
02. Down And Down
03. Run Run Rudolph
04. Open All Night
05. Don't Pass Me By
06. Nights Of Mystery
07. Battleship Chains
08. Mon Cheri
09. White Lightnin'
10. I Go To Pieces
 
Disc Two:
01. Shake Your Hips
02. Games People Play
03. Can't Stand The Pain
04. Keep Your Hands To Yourself / It's Only Rock & Roll
05. Sheila
06. Hippy Hippy Shake
07. Railroand Steel
08. I Wanna Be Sedated / Shake, Rattle & Roll
Musiker Instrument
Dan Baird Vocals, Rhythm Guitar
Rick Richards Lead Guitar, Vocals
Rick Price Bass, Vocals
Mauro Magellan Drums

“Ladies and gentlemen, the greatest Rock'n'Roll band in the world....“und so Mitte der 1980er Jahre, hätte da nur ein Ankündigung folgen können: “THE GEORGIA SATELLITES“!

Die Mittvierziger, die obiges Prädikat im Allgemeinen beanspruchen, waren zu dieser Zeit...., ja, wo waren sie denn? Na, jedenfalls, mehr damit beschäftigt, sich selbst zu zerlegen. Auch wenn neben etwas gar nicht so üble “Drecksarbeit“ erledigt wurde.

Die “Arbeit“ in der Rock'n'Roll-Herkammer und an der Front erledigten derweil vier, auch nicht mehr ganz junge Typen, die sich selbst THE GEORGIA SATELLITES nannten. Und die produzierten in drei Jahren drei Scheiben, die man als Rettung des hemdsärmeligen High-Energy-Rocks betrachten darf. Sicher, da waren auch noch andere im Namen des Herrn unterwegs, aber allein das Debütalbum dieser Band ist eine durchgehende Rock-Party. No Filler – just Killer!

 

Was vor dem Exodus der Band gefehlt hat, war eine Live-Scheibe, die – wenigstens andeutungsweise die Live-Power der SATELLITES einfängt. Hat nicht sollen sein und Gründe für den Split gab's letztlich ein paar. Der geneigte Fan hangelte sich anhand einiger spärlicher – und, wie häufig spärlich klingender – Bootlegs am Grunge-Abgrund entlang. Dass nun, bald 40 Jahre später, nochmal ein Live-Dokument erscheint, dürfte auch ein Verdienst des Briten Mick Brown sein, der sich jahrzehntelang um Tourneen und Alben von Dan Baird diesseits des großen Teichs verdient gemacht hat.

 

Also rein in den Player mit dem Teil, Volume hoch und.... schon wippt mein linker Fuß wie ein Metronom auf und ab und klopft den Takt entfesselt zum Takt von Jerry Lee Lewis' Whole Lotta Shakin on. Die gnadenlos treibene Rhythmusmaschine aus Mauro Magellan und Rick Price klingt hier so, wie ich es mir auf manchem Bootleg gewünscht hätte. Der Bass pumpt wie ein Truck bei der Anfahrt an eine Steigung und Magellan prügelt die Felle seines Kits, als hätte er eine Rechnung mit ihnen zu begleichen. Dazu Richards' Füllhorn von schnörkellosen Rock'n'Roll Riffs und Licks und nicht zuletzt Dan Baird. Charismatischer Mittelpunkt, Rhythmus-Schrubber in der Tradition eines Malcolm Young und Inhaber von ein paar Stimmbändern, die sich selbst in diesem Orkan noch durchsetzen!

 

Dem Erstling der SATELLITES konnte unmöglich ein Album von gleicher Güte folgen, aber wie gut ein Down And Downein Haus zu rocken vermag, wird hier überdeutlich. Und wer beim Intro von Run Run Rudolph noch still sitzen kann, der hat nie ein Herz für down'n'dirty Rock'n'Roll besessen. Was soll ich sagen? Hier passt alles! Zumindest auf der Bühne harmonierten sowohl die Stimmen,

als auch die Gitarren von Baird und Richards perfekt und die Downhill-Bassläufe von Price treiben deren Performance ein ums andere Mal noch mehr an. Während dahinter Mauro schaufelt, als müsste er die Ol' 97 den Hügel hinauf befeuern.

 

Ein Beispiel für den ultimativen Rock'n'Roll-Drive? Wie hier der BEATLES/Ringo Starrs Don't Pass Me By kreuz und quer über die Bühne gekickt wird, das schickt reinstes Adrenalin durch die Adern. Das verschafft uns die “sweet“ Nights Of Mystery, in denen mal kurz Chuck Berrys Little Queenie vorbeischaut und nach denen wir, von den Battleship Chains befreit, bereits durch die Hallendecke abdriften. Gerade letztgenannten Song hat Dan ja später eher widerwillig gespielt (teilweise das Publikum den Text singen lassen), aber hier zerren noch vier Kerle an einem Strang und verschieben den Höhepunkt des Wochenendes einfach auf den Montagabend. Denn da wurde dieses Konzert 1988 in Cleveland, Ohio, in “Peabody's Down Under“ aufgenommen.

 

Obendrein befinden wir uns erst im ersten Drittel der Show, die hier schon mehr brennt, als die meisten Bands in der Zugabe. Und so werden auch hier weitere Coverversionen eingestreut. Rick Richards greift tief in die Country-Kiste und fördert George Jones' White Lightnin' zu Tage (und klingt dabei einmal mehr wie Ronnie Wood), während Rick Price mit Peter & Gordons I Go To Pieces erstmals ein klein wenig Dampf aus dem Kessel nimmt. Letztlich klingen aber auch dieses Titel, wie ein SATELLITES-Song. Und so geht es dem Shape Your Hips-Boogie und dem Evergreen Games People Play. Beides ein Slide-Parforce-Ritt für Rick Richards.

 

Obgleich eine Steigerung des Feuerwerks auf der ersten CD mir nicht möglich schien, powert sich der Georgia-Vierer durch ihren Klassiker Can't Stand The Pain ebenso, wie durch ihren Hit Keep Your Hands To Yourself (inkl. des üblichen It's Only Rock'n'Roll), und dem 'hätte ein Hit sein müssen' Sheila-Ohrwurm. Und immer, wenn man denkt, das muss der Höhepunkt sein, setzen sie, wie mit Hippy Hippy Shake noch einen drauf. Und selbst das wird auf der Ziellinie noch von Railroad Steel überholt. Keine Ahnung, ob Rick Richards hier bewusst das Riff aus STATUS QUOs Caroline kopiert, oder was anderes im Kopf hat, es passt perfekt in diesen Power-Song.

 

Am Schluss wird klar, dass das hier mindestens aus zwei Auftritten stammt, denn nachdem Dan zu Beginn das Montagabend-Publikum begrüßte, bedankt er sich am Schluss für einen Sonntagabend, bevor mit I Wanna Be Sedated (RAMONES) und Shake Rattle & Roll endgültig das Dach von Halle und meinem Schädel gesprengt wird. Und man Fuß wippt immer noch unaufhörlich....

 

 

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