The Inspector Cluzo

Gasconha Rocks


CD-Review

Reviewdatum: 27.10.2013
Jahr: 2013
Stil: Crossover

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


The Inspector Cluzo
Gasconha Rocks, Fuckthebassplayer rEcords (Eigenverlag), 2013
Laurent "Malcolm" LacroutsGuitar & Vocals
Mathieu "Phil" JourdainDrums, Percussion & Backing Vocals
Gäste:
Stephane KraemerOrgan
Benoit MolinaTrumpet
Christophe CambaTenor Saxophone
Laurentx EtxemendiBaritone Saxophone
Produziert von: The Inspector Cluzo Länge: 25 Min 28 Sek Medium: CD
01. Hello/Goodbye Education06. Lo Camin De La Hesta
02. Black Spirit07. The Duck Guit Blues
03. I Am (Not) A Super Heroe08. Move OVer Monsanto
04. Till Petrole Do Us Part09. Better Off In Afghanistan
05. Garbage Beach10. Crossroads Rendez-Vous

Hm, das hier ist leider eine etwas zwiespältige Sache. Leider, da THE INSPECTOR CLUZO eigentlich eine fabelhafte Band ist (eigentlich ja ein Duo mit gelegentlicher Bläserverstärkung), die man geradezu gern haben muss: Setzen konsequent auf “Do It Yourself“ , verweigern sich dem Musikbusiness, um trotzdem 35 Länder zu bereisen und auf großen Festivals wie Fuji Rock zu spielen, bewohnen ihren eigenen Bauernhof – natürlich in der Gascogne - und fabrizieren dort eigenes Entenschmalz. Dazu lehnen sie die Mitwirkung eines Bassisten konsequent ab, was sich auch im Namen ihres eigenen Labels dokumentiert und haben ihr neues Album im eigenen Studio aufgenommen gemixt und produziert. Und sie heben eine eigenen Comiczeichner, der das Artwork entsprechend gestaltet hat.

Darüberhinaus ist die Musik auf “Gasconha Rocks“ eine furiose Mischung aus Rock, Funk, Soul und Hardcore, mit einem heißen Herzen und mächtig Leidenschaft dargeboten. Mal wie eine vom Punk angefixte Version von JAMES BROWN (The Duck Guit Blues), mal etwas melodischer (Till Petrole Do Us Part), dann klassisch rockig (Black Spirit) und im 70er Jahre-Stil (Garbage Beach). Dabei das Herz auf der Zunge tragend im Sinne traditioneller Politrocker (Move Over Monsanto, Better Off In Afghanistan). Das Ganze kommt mit seiner Energie und Vehemenz einem Liveauftritt ziemlich nahe und unterstreicht die Stärken der Herren Lacrouts und Jourdain.

Leider gibt es aber doch auch einiges zu meckern, weshalb “Gasconha Rocks“, wie eingangs erwähnt, doch etwas zwiespältig zu bewerten ist. Zum einen ist die CD selbst für heutige Maßstäbe, bei denen dem Hörer weiß gemacht werden soll, besser eine halbe Stunde Vollstrom als eine Stunde mit reichlich Füllstoff mit gerade Mal 25 Minuten für zehn Songs (!) entschieden zu kurz geraten. Nun gut, dafür liegt eine DVD mit etwas über einer Stunde Spieldauer bei, aber die gibt es nur in französisch oder in französisch mit rudimentärsten englischen Untertiteln. Zu sehen bekommt man dabei eine etwas wirre Doku mit vielen Statements und ganz wenigen, meist im Sekundenbereich liegenden, oftmals mit Wackelkamera asynchron aufgenommenen Liveeindrücken. Wenn man wenigstens einen halbstündigen Auftritt mitgeschnitten hätte, aber so hat die DVD selbst für beinharte Fans kaum Mehr- und Nährwert. Insofern sollte man wohl lieber ein Konzert von THE INSPECOTR CLUZO aufsuchen, statt sich dieses viel zu kurze Album zu Gemüte zu führen. Eine tolle, eigenwillige und in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte band, die hier aber irgendwie am Endkonsumenten vorbeiproduziert hat.

Ralf Stierlen, 21.10.2013

 

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