The Jayhawks

Mockingbird Time

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.08.2011
Jahr: 2011
Stil: Americana, Pop, Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


The Jayhawks
Mockingbird Time, Concord/Universal, 2011
Gary LourisVocals, Guitars
Mark OlsonVocals, Guitars, Harmonica
Karen GrotbergKeyboards, Vocals
Marc PerlmanBass
Tim O'ReaganDrums, Vocals
Produziert von: Gary Louris Länge: 50 Min 42 Sek Medium: CD
01. Hide Your Colors07. Stand Out In The Rain
02. Closer To Your Side08. Cinnamon Love
03. Tiny Arrows09. Guilder Annie
04. She Walks In So Many Ways10. Black-Eyed Susan
05. High Water Blues11. Pouring Rain At Dawn
06. Mockingbird Time12. Hey Mr.Man

Zu Beginn stellt sich die bange Frage: Kann das neue Album der JAYHAWKS das Niveau der Klassiker "Hollywood Town Hall" und "Tomorrow The Green Grass" erreichen? Puh, schwierig. Nach ein paar Hördurchgängen darf man "Mockingbird Time" und den wieder vereinten Brüdern im Geiste, Gary Louris und Mark Olson, attestieren, dass ihnen zumindest ein gutes Album gelungen ist.
Solch ein Klassikerstatus entwickelt sich nun mal nicht innnerhalb kürzester Zeit. Abwarten. Schätzungsweise wird es den JAYHAWKS aber wohl nicht mehr gelingen, ihren '92er Gipfelstürmer "Hollywood Town Hall" vom hohen Podest zu stürzen. Auch wenn sich Gary Louris im Vorfeld der neuerlichen Zusammenarbeit mit ehrgeizigen Sprüchen dekoriert: "Unser Ziel ist es, das beste Jayhawks-Albums aller Zeiten zu machen. Mark und ich waren der Ansicht, dass wir ein paar Dinge, die wir einst angefangen hatten, noch zu Ende bringen müssten. Also haben wir uns wieder zusammengetan und ein paar großartige Songs geschrieben."

Den Pioniergeist und Vorwärtsdrang, diesen unverstellten, unverbrauchten und liebenswürdigen Charme der frühen Neunziger, als das Americana - bzw. alt.country-Genre im Begriff war, ein neues Publikum zu erschließen, kann die Band logischerweise nicht mehr nachempfinden. Das ist fast zwanzig Jahre her. Tatsächlich? Unglaublich, aber wahr. Gary Louris sieht sich inzwischen in seinem 56. Lebensjahr und Mark Olson wird in wenigen Wochen 50.

Was haben die beiden Songwriter denn nun Feines fabriziert? "Mockingbird Time" bietet mit seinem reifen 12-Song-Zyklus zumindest eine Handvoll hochwertiger Songs, die locker in eine imaginäre Best-Of-Compilation passen würden. Da treffen wir nach sechzehn Jahren Pause Gott sei Dank wieder auf diese unschlagbaren, gemeinschaftlichen Harmony-Vocals der beiden Protagonisten, die sich wie ehedem ganz wunderbar ergänzen und ein kontrastreiches Farbenspiel präsentieren. Die Band spricht in diesem Zusammehang von Erdnussbutter und Marmelade. Manch andere vielleicht auch von Pfeffer und Salz, Milch und Honig oder Nikotin und Alkohol. Wie dem auch sei, es passt einfach.
Den Klang des Albums darf man wohl, verglichen mit den alten, doch relativ schlanken und scharf gezeichneten George Drakoulias Produktionen, als eher smooth einstufen. Es fehlt hie und da schon ein wenig an Transparenz und Punch. Direkt-in-die-Fresse klingt jedenfalls anders.

Dass 2011 auch ein paar alte Weggefährten wie Ur-Basser Marc Perlman, oder die 1995 ("Tomorrow The Green Grass") an Bord gesprungene Keyboarderin Karen Grotberg, sowie der seit "Rainy Day Music" (2003) amtierende Drummer Tim O'Reagan wieder mit von der Partie sind, bringt natürlich eine nicht abzustreitende Authentizität mit ins Spiel. Das reibungslose Zusammenspiel der Combo gewinnt dadurch an Profil.

"Mockingbird Time" ruft, mehr als je zuvor, die Geister der Sechziger Jahre auf den Plan. Wir vernehmen mehr oder weniger deutliche Reminiszenzen großer Helden wie BEATLES (Hide your colors), BYRDS (She walks in so many ways) oder BUFFALO SPRINGFIELD, werden hin- und her gerissen zwischen Rock und Beat-Musik (High Water Blues und Mr.Man), taumeln zwischen Folk britischer und amerikanischer Provenienz (Black-eyed Susan und Pouring rain at dawn) und erfreuen uns an der Louris und Olson typischen Handschrift, die den Songs letztlich das ureigene Jayhawks-Feeling vermitteln und beim Zuhörer den Eindruck evozieren, dass die Brücken zu den musikalischen Helden alter Tage selbstredend, je nach Laune, in die eine oder andere Richtung beschritten werden können. Diese eigene Handschrift macht die JAYHAWKS aus, hier beweisen Louris und Olson ihre Meisterschaft, auch wenn nicht alle zwölf Songs auf allerhöchstem Niveau daherkommen. Etliche alte Fans werden dieses Gefühl von sicherer Vertautheit freudig goutieren. Genügend gute Songs sind immerhin vorhanden, um den Kauf dieser Scheibe voll zu rechtfertigen. Und wer weiß, ob sich nicht in zwei, drei Jahren Songs wie Hide your colors, Closer to your side, Tiny arrows und Pouring rain at dawn neben Klassikern wie Waiting for the sun, Crowded in the wings, Take me with you (when you go) und Settled down like rain behaupten können.

Frank Ipach, 26.08.2011

 

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