The Jim Jones Revue

The Jim Jones Revue

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 14.11.2008
Jahr: 2008

Links:

The Jim Jones Revue Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


The Jim Jones Revue, Punk Rock Blues/Cargo, 2008
Jim JonesVocals, Guitar
Rupert OrtonGuitar
Elliot MortimerPiano
Gavin JayBass
Nick JonesDrums
Produziert von: Jim Jones Länge: 30 Min 16 Sek Medium: CD
01. Princess & The Frog06. Another Daze
02. Hey Hey Hey Hey07. The Meat Man
03. Rock 'n' Roll Psychosis08. Make It Hot
04. Fish 2 Fry09. Who's Got Mine
05. 51210. Cement Mixer

Boaah! Ich muss erstmal durchschnaufen. THE JIM JONES REVUE hauen dem Hörer dermaßen eins auf die "12", dass er erstmal zehn Minuten braucht um sich im normalen Leben wieder zurecht zu finden. Alter Verwalter, was geht denn da ab...!

Aber lasst mich mal von vorne anfangen, denn von der Londoner JIM JONES REVUE werden bisher nur die wenigsten gehört haben. Initiator der Band ist Jim Jones, den ein ganz kleiner Kreis an Musikfreunden vielleicht von seiner Ex-Band THEE HYPNOTICS her kennt. Er hat es sich zur Pflicht gemacht mit seiner REVUE dem ursprünglichen Rock 'n' Roll wieder auf die Beine zu verhelfen und tut das auf eine punkig-dreckige, sympathisch vorlaute Art und Weise, dass man die Klappe vor Staunen gar nicht mehr zu bekommt.
Natürlich ist so eine Form von übersteuerten "Boogie-Woogie-Rockabilly-Punk" nur auf einen eher kleinen Hörerkreis zugeschnitten. Wer aber mal wieder so richtig einen auf die Glocke braucht, könnte an diesem rohen ungebändigten Sound seinen Spaß haben.

Die Urgewalt mit der jeder Song der JIM JONES REVUE über einen hereinbricht kommt natürlich nicht von ungefähr. Es ist eine Melange an aggressiven, bisweilen auch hysterischen Vocals und dem Mördersound von zwei angefuzzten Gitarren; dazu ein Piano, wie man es wohl nur spielen kann, wenn man sein Instrument nicht nur liebt sondern auch hasst! Mindestens zwei der Bandmitglieder, Jim Jones an der einen Gitarre und Elliot Mortimer am Piano, haben mächtig einen an der Waffel. Sympathisch einen an der Waffel; damit wir uns richtig verstehen. So 'ne Art R'n'R-Psychose wohl...
Darüber Bass und Drums zu vergessen ist zwar schäbig für den Rezensenten, aber die Gewalt der beiden Gitarren und des absolut kranken Pianos muss man auch erstmal verdauen, ehe man sich der Rhythmustruppe zuwenden kann. Dabei kracht der Bass wie der Kofferraumdeckel von meiner alten Karre und die Drums scheppern als wären sie ausschließlich in einer leergeräumten Doppelgarage aufgenommen... äh, wo war ich eigentlich stehen geblieben... ach ja, die Urgewalt kommt nicht von ungefähr...
Nein, die kommt wirklich nicht von ungefähr, denn wohl kaum ein Musiker wird seine Debüt-Scheibe live und innerhalb von 48 Stunden im Studio einspielen. Nee, solche Musik, wie sie uns die JIM JONES REVUE um die Ohren knallt, kann weder mit Overdubs noch mit 16-Spur Maschinen und hochwertiger Studiotechnik eingefangen werden. Die zündet dann, wenn die Stimmung für die Musiker am sieden ist und nicht wenn ein Tontechniker sein "Go" mit hoch gehaltenem Daumen signalisiert. Wenn sie aber zündet, dann erfolgt eine regelrechte Kettenreaktion. Eine Kettenreaktion, die man aber aus Energiemangel nicht über längere Zeiträume am laufen hält. Irgendwann geht der siedenden Stimmung das Wasser aus, fällt die Anspannung ab, ist die Luft raus. Das gilt zwar nicht für die Takes dieser Scheibe, sondern ist eher ein Wink mit dem Zaunpfahl auf die eher kurze Spieldauer derselben. (Was dem Gesamtwerk aber keinen Abbruch tut).
Die Rohheit, mit der die JIM JONES REVUE 'rüber kommt, schreit natürlich um Vergleiche, die man, ohne mit der Wimper zu zucken, mit einem LITTLE RICHARD auf Speed, den legendären MC5 oder von mir aus auch mit dem frühen IGGY POP knüpfen kann. Also Garagen-Rock erster Kajüte!

Gerade weil die CD der JIM JONES REVUE relativ kurz ist, sollte sie unbedingt am Stück gehört werden. Die Energie, die da am brizzeln ist, schlägt sich relativ schnell auf den Hörer nieder und wirkt wie ein Adrenalinstoß; ja fast wie eine Droge. Von daher kann man die einzelnen Songs nicht aufdröseln und diese Scheibe nach Perlen oder Füllstücken bewerten. Hier reiht sich eine wild-plärrende "Dreckschleuder" an die andere, hier werden die Gitarren geschrubbt bis die Saiten glühen, ein völlig kranker "Bar-Pianist" Namens Elliot Mortimer zerhackt in mancher Nummer sein Piano zu Kleinholz um kurz darauf wieder einen Boogie aus den Tasten zu hauen, der einem die Haare föhnen könnte; dazu kreischt, hustet und kotzt sich Jones durch die einzelnen Takes, dass man stellenweise nur noch ungläubig mit dem Kopf schüttelt! Ja, es ist diese unbändige Wildheit, die schäumend aggressiven Abwässer aus den Sielen der Kanalisation und die pure Energie eines explodierenden Kerosin-Fasses, die hier zählen.
-Und deshalb ist es völlig egal, ob ich Princess & The Frog, The Meat Man oder das desaströs-geniale Cement Mixer hervorhebe. Anspielnummer ist jeder einzelne Song dieses Albums!

Wie eingangs schon erwähnt, wird nicht jeder Freund "gepflegter Musik" an der JIM JONES REVUE seine Freude haben. Das Album ist trotz der immensen Spielfreude und Rohheit auch etwas anstrengend. Wer aber mit quer denkenden Musikern, harten Rock 'n' Roll Rhythmen, bis an den Rand der Zerstörung bearbeitete Musikinstrumente und Vocals, die sich zwischen röcheln und kreischen bewegen, klar kommt, der darf hier unbesorgt zugreifen. Es ist natürlich schwer, für solch ein Album eine dauerhafte Prognose abzugeben, aber ich greife hier gerne mal ein wenig höher und reihe diese Scheibe in die gleiche Kategorie ein, in der sich MC5, IGGY, VELVET UNDERGROUND oder von mir aus auch die SEX PISTOLS tummeln!
Raues, hartes aber endgeiles Kino!

Christian "Grisu" Gerecht, 14.11.2008

 

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