The Minus 5

The Gun Album


CD-Review

Reviewdatum: 04.02.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Frank Ipach


The Minus 5
The Gun Album, Cooking Vinyl, 2006
Scott McCaughey Vocals, Guitar, Bass, Keyboards
Peter Buck, Jeff Tweedy, John Ramberg, Colin Meloy Guitars
Bill Rieflin, Glenn Kotche Drums
John Wesley Harding Guitars, Keyboards, Vocals
John Stirratt Bass
Ken Stringfellow Vocals, Bass, Keyboards
Produziert von: Scott McCaughey & Kurt Bloch Länge: 41 Min 19 Sek Medium: CD
1. Rifle Called Goodbye8. Cigs Coffee And Booze
2. Aw Shit Man9. Leftover Life
3. Out There On The Maroon 10. Hotel Senator
4. My Life AA Creep11. Bought A Rope
5. With A Gun12. All Worn Out
6. Cemetary Row13. Original Luke
7. Twilight Distillery

Scott McCaughey als Faulpelz zu bezeichnen, käme sicherlich einer Frechheit gleich, denn kaum jemand scheint umtriebiger als dieser Multiinstrumentalist und Sänger aus Seattle, der 1983 die YOUNG FRESH FELLOWS gründete, 1993 sein Side-Project THE MINUS 5 initiierte, seit 1994 als ständiger Tour- und Albumbegleiter von R.E.M. fungiert und zudem 1996 noch die Combo TUATARA ins Leben rief. Da fragt man sich doch glatt, womit sich dieser Mann die spärlich gesäte Freizeit versüsst. Ich hab da schon eine vage Idee, aber lassen wir das...
Jedenfalls hat sich McCaughey nun wieder aufgemacht, ein weiteres Machwerk seiner beliebten Indie-Supergroup THE MINUS 5 unter die Leute zu bringen. Die Liste seiner Kumpanen scheut sich auch dieses Mal nicht, große Namen zu präsentieren. Da ist sich niemand zu schade, seine wertvollen Fähigkeiten in den Dienst der Sache zu stellen. Dass die Truppe mit Spaß und großer Freude agiert, hört man dann auch in fast jeder Note dieses als "The Gun Album" apostrophierten Albums.

Peter Buck und Ken Stringfellow (THE POSIES, BIG STAR) sind natürlich wieder mit von der Partie. Die Jungs von WILCO (Tweedy, Stirratt, Kotche) zeigen sich ebenfalls auf zwei Titeln von ihrer besten Seite und scheinen für McCaughey sowieso eine Art Inspirationsquelle zu sein, denn es klingen mehr als nur zwei Songs nach Jeff Tweedys Handschrift. Sind halt alte Kumpels, Scott und Jeff.
Die Ernsthaftigkeit die WILCO oftmals verstrahlt, kehrt sich bei THE MINUS 5 fast schon ins Gegenteil um. Eine schöne Therapie für alle Beteiligten.
Oh Mann, wen haben wir denn noch dabei? U.a. noch John Ramberg, den Gitarristen und Songwriter der MODEL ROCKETS, den Drummer Bill Rieflin (Robert Fripp, THE BLACKOUTS), sowie den Kopf der 2005er Kritikerlieblinge von THE DECEMBERISTS, Colin Meloy und Stephen Malkmus-Drummer, John Moen.

Dankenswerterweise fügen sich all diese Puzzleteile zu einem stimmigen Starschnitt zusammen. Das klingt alles wie aus einem Guss, und zwar fast durchweg 60's beeinflusst und sehr melodiös. John Lennons Handschrift bleibt z.B. bei Rifle called goodbye und All worn out absolut unverkennbar.
Zur Mitte des Albums wird's dann mit Cemetery row, Twilight distillery und Cigarettes, coffee and booze auch standesgemäß countryesk.
Einmal drehen die Jungs so richtig am Riesenrad und pfeffern uns mit Aw shit man eine geballte Ladung Punk um die Ohren, ein Zündsatz mit brennenden Gitarren und explodierender Snare-Drum. Klasse. Ansonsten bleiben THE MINUS 5 meist moderat rockig und angenehm popig mit durchweg fein ausgeklügelten Gitarrenarrangements.

Ganz am Ende werden sie dann nochmals übermütig und zelebrieren einen Hardcore-Rockabilly namens Original Luke. Ich schätze, danach sind dann allesamt zufrieden in die nächstgelegene Bar geschlurft und haben sich tüchtig zugeprostet. Bis zum nächsten Klassentreffen...

Frank Ipach, 04.02.2006

 

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