The More I See

The Wolves Are Hungry


CD-Review

Reviewdatum: 23.08.2005
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Martin Schneider


The More I See
The wolves are hungry, SPV, 2004
ChadVocals
Gizz ButtGuitars, Vocals
Gavin KingGuitars
Lee ChurchillBass
Alex CumminsDrums
Produziert von: Andy Sneap Länge: 48 Min 48 Sek Medium: CD
1. Violate7. Fall
2. Near extinction8. Friend turned enemy
3. Suck on these words9. Last hope
4. Paralysed10. A price on your head
5. Chez wrong11. Smile
6. Born freaks12. The wolves are hungry

Die Wölfe sind hungrig, doch im Rudel herrschen strenge hierarchische Strukturen. Erst kommt einmal der Leitwolf, dann kommt lange Zeit nichts und irgendwann weit hinten dürfen sich ungestüme Welpen, wie die britischen THE MORE I SEE, anstellen und warten bis sie endlich an die Reihe kommen.

Der erfahrene Leitwolf hat jedoch immer ein wachsames Auge auf den Nachwuchs, hat dieser doch nur ein einziges, ehrgeiziges Ziel: Ihn irgendwann abzulösen und selbst eine Meute anzuführen.

THE MORE I SEE verfolgen dies mit einer energiegeladenen Mischung aus neunziger Jahre Metal (Stichwort: METALLICA), melodischem Alternative Rock (Stichwort: Seattle) und gelegentlich eingesetzten agressiven Thrash-Riffs (kein besonderes Stichwort).

In der scheinbaren Widersprüchlichkeit der verwendeten Stilelemente liegt dann auch der besondere Reiz der ersten offiziellen Veröffentlichung von "The wolves are hungry", doch je nach Konzentration der einzelnen Charakteristika überzeugt die Band mal mehr, mal weniger.

So ist der wüste Opener Violate ein Paradebeispiel für agressiven, modernen Heavy Metal mit einer unwiderstehlichen melodischen Schlagseite, doch an anderer Stelle übertreibt es die Band für meinen Geschmack doch ein wenig arg mit ihrem wehleidigen Grunge-Gewinsel.

So kann es sich der Leitwolf derzeit noch erlauben, sich entspannt zurückzulehnen und das muntere Treiben mit einiger Gelassenheit zu verfolgen. Hier droht ihm noch keine ernsthafte Gefahr, bis es THE MORE I SEE irgendwann gelingt, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren und diese deutlicher in den Vordergrund zu rücken.

Trendbewusste Metaller, die jedoch lieber heute wie morgen eine Wachablösung der alten, eher traditionell ausgerichteten Leitwölfe in der Heavy Metal-Szene begrüßen würden, finden in THE MORE I SEE allerdings schon jetzt eine attraktive Alternative zu den etablierten Acts und es dürfte lediglich eine Frage der Zeit sein, bis sie einem eigenen Rudel vorstehen.

Martin Schneider , (Impressum, Artikelliste), 23.08.2005

 

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