The Paper Kites

Roses

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.03.2021
Jahr: 2021
Stil: Indie Folk
Spiellänge: 44:06
Produzent: Sam Bentley & Tom Iansek

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Plattenfirma: Nettwerk Music Group

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller


s. weitere Künstler zum Review:

Elliott Smith

Crowded House

Sheryl Crow

Titel
01. Walk Above The City
02. Climb On Your Tears
03. Dearest
04. Steam My Heart Away
05. Without Your Love
 
06. Crossfire
07. Lonely
08. Take Me Home
09. For All You Give
10. By My Side
Musiker Instrument
Sam Bentley Vocals, Guitars
Christina Lacy Vocals
Dave Powys Guitars
Josh Bentley Drums
Sam Rasmussen Bass
Lucy Rose Vocals
Julia Stone Vocals
Nadia Reid Vocals
Maro Vocals
Aoife O'Donovan Vocals
Rosie Carney Vocals
Ainslie Wills Vocals
Amanda Bergman Vocals
Lydia Cole Vocals
Gena Rose Bruce Vocals

„Ich lade mir gern Gäste ein…“ – was einst für Johann Strauß in der Operette Fledermaus galt, ist auch in der Pop-Musik guter Brauch. Zuletzt hatte die amerikanische Songwriterin Sheryl Crow ein ganzes Album („Threads“) mit illustren Co-Stars aufgenommen und dabei ein durchaus spannendes Roots-Potpurri vorgelegt. Sam Bentley, Kopf der australischen Indie-Folk-Gruppe THE PAPER KITES, geht es eine Nummer kleiner an, aber mit derselben Idee: 10 Songs – und jeder wird von einer anderen Gastsängerin (mit)getragen.

Und was die Band mitsamt ihren Mitstreiterinnen hier abliefert, ist ein passender Soundtrack für die „wee wee hours“ weit nach Mitternacht, wenn die Stille draußen nur durch sanfte Töne drinnen untermalt werden darf. „Roses“ heißt das Album, aber Dornen sucht man darauf vergebens. Es wird sanft geschmachtet, gelitten und es werden Tränen zuhauf verdrückt. „Could I be the one for you, if you‘re the one for me?“ fragen sich Bentley und die schwedische Sängerin Amanda Bergman immer wieder leise im langsamen Walzertakt von Crossfire – hier brennt nichts, sondern glimmt nur wie ein letzter Scheit Holz im offenen Kamin.

Ein Album für Romantiker, aber auch ein Album, dem es ein wenig an Abwechslung mangelt. Was auch daran liegt, dass Bentley seine Songs den Co-Sängerinnen nicht wirklich auf den Leib geschrieben hat. Es sind seine Songs; nur dass er sich jedes Mal von einer anderen Stimme begleiten lässt. Mit Aoife O’Donovan findet er dabei eine fast schon spirituelle Verbindung, die beiden harmonieren aufs Vorzüglichste (Climb On Your Tears). Seine Landsfrau Julia Stone wirkt mit ihrer Kieksstimme dagegen eher wie ein Fremdköper, der in den Song Without Your Love hineingezwängt wurde.

Dass Sam Bentley gute Vorbilder hat, ist auch auf dem fünften Album der PAPER KITES zu hören. Der Geist von Elliott Smith weht konstant durch die Tracks, ab und an blitzt das Soundgefühl von CROWDED HOUSE aus den Achtzigern auf (Steal My Heart Away). Aber der Kopf der Band drängt sich auch immer wieder in den Vordergrund, was nicht allen Songs gut bekommt. Lucy Rose etwa muss damit leben, dass seine Stimme die ihre einen ganzen Song lang überlagert (For All You Give). Schöner ist es da schon, wenn Bentley und Rosie Carney sich zum Schluss leise „By my side“ zuhauchen und ein Piano die langsame Ballade trägt. Danach gibt es dann nur noch die Stille der Nacht.

 

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