The Temperance Movement

White Bear

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.01.2016
Jahr: 2016
Stil: Retro Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


The Temperance Movement
White Bear, Earache Records, 2016
Phil CampbellGesang
Paul SayerGitarre
Nick FyffeBass
Damon WilsonSchlagzeug
Produziert von: The Temperance Movement & Sam Miller Länge: 35 Min 38 Sek Medium: CD
01. Three Bulleits06. White Bear
02. Get Yourself Free07. Oh Lorraine
03. A Pleasant Peace I Feel08. Magnify
04. Modern Massacre09. The Sun And The Moon Roll Around Too Soon
05. Battle Lines10. I Hope I'm Not Losing My Mind

Ich muss zugeben, dass ich meist sehr skeptisch werde, wenn die britische Musik-Presse eine einheimische Band bereits beim Debüt mit Lobeshymnen überschüttet. Da waren die Herren in der Vergangenheit schon so manches Mal etwas zu großzügig. Allerdings muss man den so gescholtenen im Falle von THE TEMPERANCE MOVEMENT attestieren den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Ihr selbstbetiteltes Debüt stieg auf Platz 12 in den britischen Charts ein und begeisterte mit einer gelungenen Mischung aus handfestem Rock’n’Roll, leichten Folk-Einflüssen und einer liebevollen Aufmerksamkeit auch für die kleinsten Details. Zudem spricht es für die Band, dass ein Label wie Earache, das ja eher auf die ganz harten Sachen steht, eine solche Gruppe unter Vertrag nimmt. Man denke da nur an die superben Label-Kollegen RIVAL SONS oder BLACKBERRY SMOKE.

In den zwei Jahren seit dem Debüt ist einiges passiert, die THE TEMPERANCE MOVEMENT spielte zusammen mit den bereits erwähnten RIVAL SONS, aber auch als Support für einige Auftritte der ROLLING STONES auf deren 2014er Tournee (unter anderem in Berlin). Außerdem musste die Band den Abgang von Mitbegründer Luke Potashnik hinnehmen, der auf dem Debüt so hervorragend mit dem zweiten Sechs-Saiter Paul Sayer harmoniert hatte. Geblieben sind der sehr warme und klassische retro-Rock-Sound ohne große technische Tricks sowie natürlich die sehr eigene – und dadurch unverwechselbare – Gesangsstimme von Phil Campbell. Bei Stücken wie dem Opener des Debüts, Only Friend, musste ich immer wieder an die frühen BLACK CROWES denken.

Dieser Vergleich drängt sich nach dem Genuss von “White Bear“ nicht mehr so direkt auf. Three Bulleits (so steht es da wirklich) tönt etwas spaciger und vielleicht auch etwas lärmiger aus den Boxen, als man das erwartet hätte. Zudem ist es aus meiner Sicht eines der schwächsten Stücke des Albums, weil es ein wenig planlos erscheint. Aber mit dem anschließenden Get Yourself Free findet die Band in die Spur und legt das erste Highlight vor, das durchaus auch wieder an Großtaten der BLACK CROWES und ROLLING STONES erinnert. Das folgende A Pleasant Peace I Feel mäandert durch die Hörgänge wie der ewig lange Mississippi, ehe die Band mit dem ebenso knackigen wie kurzen Modern Massacre ein wenig richtig moderne Rock-Nummer schielt.

Danach hauen sie dafür mit Battle Lines grooviges, abwechslungsreich Stück mit dem nötigen Drive raus. Ihre balladesken Qualitäten zeigen THE TEMPERANCE MOVEMENT beim Titelsong, der dem Hörer schmeichelt, ihn aber dank eines explosiven Refrains nicht einlullt. Mit Oh Lorraine sowie Magify stellen die Briten dann unter Beweis, dass sie anscheinend auf einem großen Fundus an eingängigen Melodien sitzen, denn die beiden Nummern eignen sich durchaus auch für Mainstream-Radio-Airplay. Anschließend nimmt das Quartett den Hörer dann mit auf einen kleinen Ausflug in den Delta-Blues, in Form von The Sun And Moon Roll Around Too Soon. Mit dem abschließenden I Hope I’m Not Losing My Mind verabschiedet sich die Band heimlich, still und leise und dazu noch angenehm soulig aus diesem Album.

THE TEMPERANCE MOVEMENT legen nach ihrem starken Debüt mit “White Bear“ fast genauso überzeugend nach. Dass es nur zu einem „fast genauso“ gereicht hat, liegt daran, dass der Opener einfach nicht wirklich gelungen ist und die Band bei Modern Massacre zu sehr abseits ihres Stils unterwegs ist, zumal das Lied kein Song 2 (BLUR) ist – also ein echter Überhit. Daneben wirkte das Debüt etwas in sich stimmiger. Aber dafür sind die meisten Lieder auch hier wieder rundherum gelungene Kompositionen. Die Band spielt die Stücke mit hörbar Feuer, Begeisterung und Leidenschaft und gibt ihnen damit noch den Extra-Kick, der die Lieder dann zu etwas Besonderem macht. Denn da, wo dann beides zusammenkommt sind THE TEMPERANCE MOVEMENT dann wirklich mitreißend gut.

Marc Langels, 25.01.2016

 

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