The Traditionals

Generation Of Today

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


The Traditionals
Generation Of Today, Impact Records, 2008
Rob FaulknerVocals
Dave HarrisLead guitars and Vocals
Joe HarrisDrums and Vocals
AJ FalcioneGuitar and Vocals
Matt JanitorBass and Vocals
Produziert von: Nick Kucel, The Traditonals & Impact Records Länge: 39 Min 47 Sek Medium: CD
01. Propaganda Games09. Life of Misery
02. Lost Opprtunities10. Win Some Lose Some
03. Not Gonna Change11. We Had a Deal
04. Out of Time12. Protection
05. Generation of Today13. Feel alright
06. Let's All Get A Beer14. End Up In the Pub
07. Spirit of Oi!15. Running Riot
08. Retaliate

"Oi!" (oder weiter gefasst Streetpunk), obwohl in schöner Regelmäßigkeit seit mehr als zwanzig Jahren für tot erklärt, genießt nach wie vor eine beachtliche Popularität. Gut besuchte Tourneen von Acts wie den DROPKICK MURPHYS, UK SUBS, THE BUSINESS oder COCK SPARRER mögen dafür als Beleg herhalten. Längst besteht die Fangruppe aus Mitgliedern sowohl der älteren als auch der jüngeren Generation.

Ein Genre wie Oi!/Streetpunk, in welchem sich die Tradition der Arbeiterklasse mit 77er Punk vereint, passt nicht nur in die europäischen Hochburgen, sondern auch perfekt in die US-amerikanische "Steel Town" Pittsburgh. (Interessanter Nebenaspekt ... die Plattenfirma der Band, IMPACT RECORDS, ist auch in einer Stahlarbeiter-Stadt beheimatet - im deutschen Duisburg!) "Oi!" begann in den frühen Achtzigern in England als Musik für Arbeiterkinder aus der sozialen Unterschicht und die amerikanische Version hat viel davon übernommen. Ebenso wie das Songmaterial aus good (?) ol' Europe handeln auch die Tracks der TRADITIONALS über Wochenenden, welche ihr Ende an der Bar finden (End Up In The Pub, Let's All Get A Beer), dem "sich-keinen-Regeln-beugen-wollen" (Not Gonna Change) oder kritischen Songs ganz in Tradition des UK-Oi!, welche Kritik an der politischen Situation ihres Landes äußern (Propaganda Games, Out Of Time, Protection). Neben einer obligatorischen Hymne für die eigene Szene (The Spirit Of Oi!) enthält die CD mit We Had A Deal einen beeindruckenden Anti-Musikindustrie Song.

THE TRADITIONALS servieren einen harten, aber herzlichen Streetpunk-Arschtritt. Der Fünfer aus der Working-Class-Metropole Pittsburgh bietet klassischen, mitreißenden Punkrock ohne Trend-Heuchelei. Allerdings verzichtet man auch auf eine möglichst rootstreue Selbstlimitierung. Beim Songmaterial hört man alte Helden wie THE BUSINESS, COCKNEY REJECTS, COCK SPARRER und andere England-Helden klar heraus. THE TRADITIONALS beeindrucken dennoch mit einer Frische, die vielen Genre-Kollegen fehlt. Vielmehr schlägt man ganz deutlich eine neue, modernere Brücke zum klassischen Hardcore.

Das mittlerweile vierte Album ("Generation Of Today") der Band knallt dermaßen frisch aus den heimischen Brüllwürfeln, dass der Rezensent seine urspünglichen Bedenken - dumpfer Sound, hektisches und unmelodiöses Gitarrengeschrappel, den Takt nicht mithaltende Drums, matschige Bässe, Sänger gleich Shouter im wahrsten Sinne des Wortes - sofort in die gedankliche Tonne kloppen kann. Genau das Gegenteil ist der Fall. "Generation Of Today" besticht durch eine hervorragende Produktion. Der brillante, transparente und druckvolle Sound bringt die Qualitäten der Band deutlichst hervor. Das Gitarristen-Duo Dave Harris und Al Falcione besticht durch die Kombination von technischem Können und dem Wissen, wann weniger einfach mehr ist oder nur Druck in den Song gehört. Melodische Soli (Harris) und eine häufige Extra-Portion Punch (Falcione) runden die glänzende Vorstellung der beiden Six-Stringer ab. Beachtlich ebenfalls das abwechselnde Bass-Spiel Matt Junitors und die präzisen Drums von Dave Harris' Bruder Joe.

Besonders Speed/Thrash-Metal Fans sollten sich einmal Tracks wie Not Gonna Change oder Life Of Misery zu Gemüte führen. Die fette Rhythmus-Gitarre läßt durchaus Vergleiche zum Spirit des ersten METALLICA-Album ("Kill 'Em All; 1983) aufkommen. Out Of Time mit seinen Tempowechseln sollte auch die BAD RELIGION-Fraktion ansprechen. Auf deren typische "Aaaahs, Oooohs & Uuuuhs" wurde jedoch verzichtet. Vielmehr setzt man auf gröhlende, leicht unmelodische Backings. Einen Höhepunkt der Scheibe dürfte sicherlich Generation of Today mit seinem überraschenden Reggae-Intro darstellen. Im Stil von Desmond Dekkers Israelites startet ein Track, welcher kurz darauf in eine Mitgröhl-Hymne einmündet und schließlich wieder im Reggae endet. Dieses Mal jedoch im TRADTIONALS-Style.

THE TRADITIONALS gelten als eine der am längsten existierenden amerikanischen Oi-Combos. Im April 2008 soll die Band auch wieder deutsche Konzert-Bühnen beehren, u.a. zusammen mit der Folk-Punk Band THE PORTERS. Mit "Generation Of Today" sollte es ihnen gelingen können, auch eine breitere Basis von Rock-Fans anzusprechen. .

Hör-Tipps: Die stampfende Hymne Win Some Lose Some und das rockig-melodische COCK SPARRERs Cover Running Riot.

Jürgen Ruland, 11.03.09

 

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