The Whispertown 2000

Swim

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.01.2009
Jahr: 2008

Links:

The Whispertown 2000 Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


Swim, Acony, 2008
Morgan NaglerVocals, Guitars
Tod Adrian WisenbakerGuitars, Drums
Vanesa CorbalaVocals, Percussion
Casey WisenbakerBass, Drums
Produziert von: Länge: 36 Min 48 Sek Medium: CD
01. 10307. Atlantis
02. Done With Love08. Lock And Key
03. Pushing Oars09. From The Start Jamboree
04. No Dope10. Ebb And Flow
05. Old Times11. Mountain
06. Erase The Lines

Mit "Swim" von THE WHISPERTOWN 2000 liegt wieder einmal ein Album vor, das den Hörer, einer Zeitmaschine gleich, durch die Jahrzehnte katapultiert. Schon beim zweiten Song öffnet sich so eine Art von Zeitfenster, die Bucht von San Francisco liegt im diffus-silbernen Nebel eines 1968er Morgens vor uns, umwoben von einem lauen Duftmix aus Pazific-Brise, Hibiskusblüten und Pott...
Damit sollen THE WHISPERTOWN 2000 aber nicht nur auf diesen Zeitabschnitt reduziert werden (und auch nicht ausschließlich auf die Stadt der Blumenkinder). Die vierköpfige Band, heimisch in LA, kommt nämlich durchaus modern daher, hat einen berückend, aktuellen Sound, aber eben doch auch so herrlich geschwätzige Folk und Roots Rock Songs, wie sie charakteristisch für die Spätsechziger und ganz frühen 1970er Jahre waren. Nein, keine Friede-Freude-Eierkuchen Musik a la SCOTT McKENZIE oder PETER, PAUL & MARY, sondern vorwiegend ruhig-depressive, kantige Alternative-Folknummern, die mich an ein wenig an eine Mixtur aus FAIRPORT CONVENTION, COMUS und NEUTRAL MILK HOTEL erinnern. "Swim" ist übrigens das zweite Album der jungen Band. Das erste, "Livin' In A Dream", erschien nur im Eigenvertrieb. Beide CDs sind problemlos per Kreditkarte (und relativ günstig) von der Band-Homepage bestellbar.

THE WHISPERTOWN 2000 brillieren mit vorwiegend akustischen Songs. Kleine Perlen mit großteils herrlichen Hooklines, mit tiefgehenden Texten und zwei schön-prägnanten Frauenstimmen. Ein bisschen freakig, ein bisschen getragen, ein bisschen experimentell und manchmal auch ein bisschen vorlaut. Ab und an röhrt, fast schon bescheiden leise, eine Hammond dazwischen, während ein Piano gerne mal etwas dominanter auftritt. Selten wird es auch mal richtig "elektrisch". Dann meist in einem angefuzzten Psychedelic-Sound. Alles in allem muss man "Swim" aber ganz klar als Nischenprodukt bezeichnen. Ein leicht sperriges, wie gesagt, aber ganz gewiss eins mit Tiefgang!

Während Done With Love, Pushing Oars, Old Times und vor allem auch der liebenswerte DYLAN - HAGGARD Gedächtnissong From The Start Jamboree relativ leicht und eingängig den Hörer erreichen, tun sich mit den vokalistisch hingespuckten Takes 103 und No Dope regelrechte Indie-Highlights auf. Sowohl Morgan Nagler (die sich als Schauspielerin in diversen TV-Serien einen Namen machte), als auch Vanesa Corbala, haben wunderbar warme Stimmen und man glaubt Hauptsongwriterin Nagler aufs Wort, wenn sie mit leidender Stimme fehlendes Dope beklagt. Dabei bringt sie diese Horrorvorstellung (...no Dope, no Pill...) auch noch so herrlich schräg 'rüber, dass es eine Freude ist, mit ihr zu leiden.
Ganz besondere Perlen finden sich zudem im melancholischen Atlantis und vor allem in Erase The Lines, dem, meiner Ansicht nach, besten Take von "Swim".
Völlig anders trumpft dann Ebb And Flow auf. Schief, mit angefuzzten, tief gestimmten Gitarren und "krummen" Vocals kann man dieses schräge Psychedelic-Perlchen ohne weiteres mit den herausragenden Takes früher Psychedelic-Folk-Bands wie COMUS oder von mir aus auch COUNTRY JOE & THE FISH vergleichen.

Unter dem Strich bleibt ein hoch interessantes Folk Rock Album, das sich auf Grund seiner sehr eigenen Art gewiss nur einem kleineren Hörerkreis erschließen wird. Wer sich mit Musik zu beschäftigen weiß und auch in eckig-kantigen Nummern seine Freude findet, der sollte "Swim" unbedingt antesten. Anspieltipps wären Erase The Lines, Old Times und das kurze 103. Probehören (und -sehen) kann man auf der Myspace-Website und der liebevoll aufgemachten Bandeigenen Homepage.

-Und wo zum Geier ist jetzt das Dope...?!

Christian "Grisu" Gerecht, 16.01.2009

 

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