The Winery Dogs

Hot Streak

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.10.2015
Jahr: 2015
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


The Winery Dogs
Hot Streak, ear Music, 2015
Richie KotzenGesang, Gitarre & Keyboards
Billy SheehanBass & Gesang
Mike PortnoySchlagzeug & Gesang
Produziert von: The Winery Dogs Länge: 64 Min 49 Sek Medium: CD
01. Oblivion08. The Bridge
02. Captain Love09. War Machine
03. Hot Streak10. Spiral
04. How Long11. Devil You Know
05. Empire12. Think It Over
06. Fire13. The Lamb
07. Ghost Town

Es brauchte schon einen Zufall, damit die WINERY DOGS Realität wurden. Denn eigentlich arbeiteten Mike Portnoy (Schlagzeug, Ex-DREAM THEATER, FLYING COLORS, TRANSATLANTIC) und Billy Sheehan (Bass, Ex-David Lee Roth-Band) zusammen mit dem früheren WHITESNAKE- und BLUE MURDER-Gitarristen John Sykes an einem Projekt. Als die Produktivität des Trios – sehr zum Verdruss von Portnoy - ins Stocken geriet, da erinnerte sich Sheehan an seinen ehemaligen Mitstreiter aus MR. BIG-Tagen, Richie Kotzen, der aus seiner Sicht der ideale dritte Mann für diese begnadete Rhythmus-Fraktion wäre. Und seit diesem Zeitpunkt befindet sich die Band auf einem “Hot Streak“ – so auch der Titel der zweiten Studio-CD (ein hervorragendes Live-Album gibt es bereits auch schon).

Das neue Werk steht dem exzellenten selbstbetitelten Debüt dann auch in kaum etwas nach. Vielmehr scheint die Band noch offener für Experimente wie den Titeltrack geworden zu sein, in dem sich auch Funk- und leichte Jazz-Anleihen breitmachen. Aber es sind nach wie vor die treibenden Rocker à la Oblivion, How Long oder War Machine, die mit ihrer Mischung aus musikalischem Anspruch – um hier nicht das mittlerweile etwas abgedroschene Wort progressiv in den Mund zu nehmen – und Eingängigkeit zu begeistern wissen. Dabei funktioniert das Zusammenspiel zwischen Kotzens Gitarre und Sheehans Bass in den melodiösen Momenten ebenso blind, wie das innerhalb der Rhythmus-Fraktion.

Dabei erinnern die WINERY DOGS insgesamt betrachtet natürlich weiterhin an rockigere Richie Kotzen-Solo-Scheiben, am offensichtlichsten wohl bei Nummern wie The Bridge. Denn der Gitarrist und Sänger drückt den Nummern nicht nur durch den Klang seiner Stimme und den Sound seines Instruments den Stempel auf, sondern dürfte wohl auch die kompositorisch treibende Kraft hinter den meisten Songs sein. Auch wenn man den Einfluss von Sheehan und Portnoy nicht kleinreden sollte, denn im Gegensatz zu den Einzelwerken von Kotzen passiert hier gerade im Rhythmus-Bereich und zusätzlich beim Bass natürlich eine ganze Menge mehr. Manches Mal kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, hier ein frühes MR. BIG-Werk zu hören, und Devil You Know weist sogar leichte David Lee Roth-Anleihen aus der “Skyscraper“-Phase auf.

Bei aller Komplexität, die die Band hier teilweise wieder an den Tag legt, hat man trotzdem das Gefühl, dass sich das Trio manchmal – zum Beispiel bei Captain Love oder in Ghost Town - bewusst zurückhält, um etwas straightere Rockstücke zu kreieren. Und auch Spiral sowie The Lamb sind von der Stimmung der Lieder her recht ungewöhnlich Nummer, die aber prima zum Rest des Materials passen und für die nötige Abwicklung auf der Scheibe sorgen. Mit Fire hat die Band zudem eine Ballade am Start, die es locker mit den To Be With You und den anderen radiotauglichen „Schmusenummern“ großer Rock-Bands aufnehmen kann. Aber auch Think It Over, bei dem Kotzen auch in die schwarz-weißen Tasten greift, ist musikalisch großes Mid-Tempo-Kino.

Mit “Hot Streak“ legen THE WINERY DOGS ein wirklich sehr gelungenes Zweitwerk vor, dem im Vergleich zum Debüt nur etwas diese überbordende Energie fehlt. Dem begegnet die Band aber mit mehr Abwechslung, denn die Songs sind dieses Mal doch eine ganze Ecke abwechslungsreicher ausgefallen als auf dem ersten Album - und spieltechnisch natürlich wieder exzellent. Alleine dafür lohnt sich schon die Anschaffung des Albums, wenn Kotzen in seiner unnachahmlich-flüssigen Art über die Saiten perlt und Sheehan dazu seinen Bass sanft knurren lässt. Zudem spielt Portnoy mit einer Variabilität und einem Groove – aber auch einer vornehmen Zurückhaltung, wie man sie von ihm selten zuvor so gehört hat. So sind die WINERY DOGS wirklich die Hoffnung für anspruchsvolle Rockmusik mit viel Gefühl, Kreativität, Abwechslungsreichtum und auch eingängigen Melodien. Manchmal entsteht das beste eben doch per Zufall.

Marc Langels, 28.09.2015

 

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