The Wood Brothers

Kingdom In My Mind

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.01.2020
Jahr: 2020
Stil: Americana / Roots
Spiellänge: 39:09
Produzent: Brook Sutton

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Plattenfirma: Thirty Tigers

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller


s. weitere Künstler zum Review:

The Avett Brothers

Titel
01. Alabaster
02. Little Bit Sweet
03. Jitterbug Love
04. Cry Over Nothing
05. Don't Think About My Death
06. Little Bit Broken
 
07. The One I Love
08. Little Blue
09. A Dream's A Dream
10. Satisfied
11. Little Blue (Reprise)
Musiker Instrument
Chris Wood Vocals, Bass, Harmonica
Oliver Wood Vocals, Guitars
Jano Rix Keyboard, Piano, Drums
Steve Lee Harmony Vocals

Roots-Musik kann sanft und wohlklingend daherkommen, mit ausgefeilten Harmonien und Melodien wie ein sanft dahinfließender Bach. Aber es gibt auch die sperrige Variante, mit „schrägen“ Akkorden, gezielt platzierten Zwischentönen, die wie knarrendes Holz und brechende Zweige klingen und mit verzerrten Piano- und Gitarrenläufen, die mehr an Tom Waits erinnern als an die AVETT BROTHERS.

Die WOOD BROTHERS gehören eindeutig dieser sperrigen Roots-Fraktion an, was nicht weiter wundert, wenn man insbesondere Chris Woods eigene Wurzeln im ebenso unangepassten Jazz-Trio Medeski, Martin & Woods kennt. Und zudem liest, dass diese 11 Songs auf dem inzwischen siebten Album des Brüderpaars quasi direkt aus dem Übungsraum heraus entstanden sind. Wobei Chris und Oliver Wood sowie ihr Kompagnon Jano Rix allesamt solch hervorragende Musiker sind, dass ein Übungsraum bei ihnen ohnehin eher ein Experimentierlabor de luxe sein dürfte.

Aber sei’s drum, „Kingdom In My Mind“ ist jedenfalls ein Album, das erobert sein will – aber dann ist das Hochgefühl umso schöner. Licht und Schatten wechseln sich in den Songs munter ab, mal rasselt es wie aus einer alten Spielzeugschachtel (Jitterbug Love), mal finden sich die drei Musiker zu einer ganz traditionellen Front-Porch-Ode zusammen (Cry Over Nothing) und mal schmeißen sie Blues-Versatzstücke, Jazz-Harmonien und New-York-Großstadtgefühl in einen einzigen Song wie Musik-Köche, die selbst gespannt lauschen, was für ein Gebräu sie da eigentlich fabriziert haben (Alabaster).

„Everyone has these little kingdoms in their minds,” erläutert Chris Wood die Grundidee hinter dem Album. „And the songs on this album all explore the ways we find peace in them.“ Zum Beispiel mit dem Eingeständnis „I’m a little bit broken“, auf das der Chor ein beruhigendes „It’s allright, everybody is a little bit broken“ hinterherschmettert und eine Harmonica aufheult wie ein getretener Hund.

Mehr als die Alben zuvor ist diese Scheibe der WOOD BROTHERS ein Bastard der amerikanischen Musikstile. Eine Band, die klingt, wie eine Kooperation von Charlie Mingus mit Robert Johnson wollten sie auf diesem Album sein, sagt Chris Wood. Und ein Song wie Little Blue löst genau das ein; Jazz und Blues treffen sich in den Weiten von Tennessee. Das geht nicht so leicht ins Ohr, bleibt dann aber umso hartnäckiger drin. Und wem die vielen Tempo- und Melodiewechsel zu viel sind, kann sich immer noch an einem Stück wie The One I Love erfreuen. Denn einen ganz klassischen Liebes-Schunkler schreiben, das können sie tatsächlich auch…

 

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